Schlagwort-Archiv: r(o)ad trip

Daniels R(o)ad Trip: Getting things started

Elternzeit. An sich heutzutage nichts Besonderes mehr für Väter. Zweifelsohne bin ich nicht der Erste, der sich eine Auszeit nimmt, um sich ausgiebiger dem Nachwuchs zu widmen. Für uns war klar, dass wir dieses Angebot auch wahrnehmen möchten – jedoch erst, wenn unser Zwerg schon ein wenig älter ist und die gemeinsame Zeit dann auch bewusster wahrnimmt. Unsere Ella ist nun 1 ½ und die Zeit ist reif für ein großes Familien-Abenteuer. Denn die vier Wochen, die es sein werden, wollen wir nicht daheim verbringen, sondern etwas Besonderes erleben.

Was liegt da näher, als mit dem Fahrrad gemeinsam nach Italien zu fahren? Nun ja – vieles. Stimmt schon. Auch unsere Überlegungen waren zunächst anders gelagert, eins führte jedoch zum anderen und so wurde die Idee geboren, dass wir zur Hochzeit von Freunden in der Toskana mit dem Rad fahren werden. Zweimal drüber schlafen und meine Ladies waren ebenso begeistert wie ich.

Das Kopfschütteln derer, die von unserer Idee erfuhren, haben wir konsequent ignoriert, da wir absolut davon überzeugt sind, dass das mit Kind funktioniert. So lange wir uns keinen Stress machen und die Kleine das Tempo mitbestimmt spricht eigentlich nichts dagegen. Sobald wir sehen, dass es aus welchem Grund auch immer nicht klappt brechen wir ab und machen uns anderweitig eine schöne Zeit. Wir sind ja völlig flexibel. Es ist keine Unterkunft, kein Zug oder sonstwas gebucht. Wir haben unser Zelt dabei und können jederzeit die Pläne ändern. Vier Wochen Freiheit.

Nach monatelanger Planung hinsichtlich machbaren Routen und benötigtem Equipment ist es nun endlich soweit. Am Samstag, 28. Mai schwingen wir uns auf unsere Drahtesel und machen uns auf den Weg Richtung Süden. Rund 850 km wollen wir in den nächsten Wochen zurück legen.

Unser neues Zuhause!

Spannend war allein schon die Vorbereitung. Outdoor-technisch sind wir an sich gut ausgerüstet, aber für eine Radreise gelten dann doch noch einmal andere Regeln. Packmaß und Gewicht spielen da eine nicht unwesentliche Rolle. Und bekanntlich führen mehrere Wege nach Rom – da hieß es stundelang im Netz recherchieren und über Karten hängen, bis letzten Endes die Strecke festgelegt war.

Stuttgart – Metzingen – Albaufstieg – Sigmaringen – Bodensee – Appenzell – Vierwaldstätter See – Disentis – Bellinzona – Como. Nur mal so ganz grob. Von Como bis Milano eventuell auch noch mit dem Rad, aber von Milano bis Pisa auf jeden Fall mit dem Zug – die Italiener haben es nicht so mit den Radwegen, mussten wir erfahren. Von Pisa noch zwei Tagesetappen und dann sind wir am Ziel. San Vito.

Zwei Fahrradschrauberkurse habe ich auch noch absolviert, um im Zweifelsfalls nicht ganz blöd dazustehen. Sollte uns ein Tretlager oder so verrecken weiß ich nun zwar, wie ich es reparieren kann – aber ein Wägelchen mit Spezialwerkzeug ziehen wir nicht auch noch hinter uns her. Wird schon schief gehen. Kleinere Reparaturen sind kein Problem – größere werden nicht gestattet.

Und körperlich sollte man nun auch nicht wie ein Waschlappen daher kommen. Entsprechend sind wir schon seit über zwei Monaten fast täglich mit den Rädern unterwegs. Die Fahrt von Sillenbuch runter in den Stuttgarter Kessel ins Geschäft, bzw. hauptsächlich die abendliche Fahrt zurück haben Früchte getragen und mit ordentlich Power in den Füßen und Schenkeln können die Alpen nun kommen. Das wird ein Klacks.

Wahrscheinlich nicht, aber man kann sagen: wir sind gewappnet!

Von unterwegs werden wir ab und an mal von uns hören/lesen lassen, da es nicht nur die Kopfschüttler interessieren wird, wie unser R(o)ad Trip verläuft. So stay tuned.