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Parteien im Website-Check, Teil 7 – Die SPD

Mithilfe von BrandInteract© haben wir die Websites der Parteien unter die Lupe genommen und zeigen in einer kleinen Serie, wer auf emotionaler und rationaler Ebene überzeugt und aktiviert und welche Parteien noch Nachholbedarf haben.
Die Linke, Piratenpartei, FDP und CDU landeten auf den hinteren Plätzen und im Mittelfeld. Platz drei und zwei konnten CSU und die Grünen ergattern. Sieger im Website-Check ist die SPD.

 

Platz 1: SPD

Screenshot der SPD-Website

Die SPD stellt ihren Besuchern eine sehr runde und übersichtliche Website mit gut aufbereiteten Informationen speziell für unentschiedene Wähler zur Verfügung.

Emotionale Ebene:

Die Website der SPD macht durch den intensiven Einsatz der Farbe Rot im ersten Moment einen aggressiven Eindruck, wirkt auf den zweiten Blick aber sehr stimmig. Die Farben vermitteln Leidenschaft und Frische, Purpur lockert den starken Rot-Weiß-Kontrast auf. Der große Bereich „Aktuelles“ bietet wenig Platz für emotionale Inhalte, die sich erst im unteren Bereich der Website befinden. Dort wird der Nutzer angesprochen und aktiviert.

Rationale Ebene:

Auf rationaler Ebene spielt die SPD ihre Stärken aus. Besonders der Aufbau im oberen und unteren Bereich der Website und die darin enthaltenen Texte und Statements unterstützen die Standpunkte der SPD. Einige der Folgeseiten sind jedoch sehr textlastig und fordern dem Nutzer viel Konzentration ab. Die Themenseiten enthalten informative Grafiken, die den Textinhalt veranschaulichen.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Die SPD setzt auf klare, an gelerntes Nutzerverhalten angelegte Elemente wie Slider und Akkordeon-Menüs. Aktionsboxen und die Rating- und Kommentarfunktionen aktivieren die Nutzer zusätzlich. Der prominent platzierte Twitterstream präsentiert dem Besucher das aktuellste Thema und animiert zum Weiterlesen. Sehr aktivierend wirken die drei Mitmach-Vorschläge: Je nach verfügbarem Zeitrahmen wird den Besuchern vorgeschlagen, wie sie die SPD unterstützen können. Effektiver kann eine Website ihre Besucher kaum mobilisieren.

 

Handlungsempfehlungen:

  1. Die emotional anregenden Elemente gehen unter dem großen Bereich „Aktuelles“ leider unter. Sie sollten prominenter platziert werden.
  2. Die SPD sollte nicht nur die Themenseiten, sondern alle Folgeseiten durch Grafiken, Bilder und Hervorhebungen auflockern und schnell überschaubar machen.

Bewerten auch Sie den Interaktionsgrad Ihrer Website mithilfe von BrandInteract©.

Parteien im Website-Check, Teil 6 – Die Grünen

Mithilfe von BrandInteract© haben wir die Websites der Parteien unter die Lupe genommen und zeigen in einer kleinen Serie, wer auf emotionaler und rationaler Ebene überzeugt und aktiviert und welche Parteien noch Nachholbedarf haben.
Die Linke, Piratenpartei, FDP und CDU landeten auf den hinteren Plätzen und im Mittelfeld. Platz drei konnte die CSU ergattern.

 

Platz 2: Die Grünen

Screenshot der Grünen-Website

Die Website der Grünen ist sicher nicht jedermanns Geschmack, weist aber gerade durch ihren ungewöhnlichen Aufbau einen hohen Interaktionsgrad auf.

Emotionale Ebene:
Durch die nicht alltägliche Anordnung der Inhaltselemente und die farbenfrohe Gestaltung wirkt der Aufbau der Seite anfangs willkürlich und wenig professionell. Die Kombination aus ungewöhnlichem Aufbau, „anderen“ Farben und bunten Teaserflächen ergibt jedoch ein sympathisches Gesamtbild und lässt die Grünen auf emotionaler Ebene voll punkten. Die direkte Ansprache und aussagekräftige Bilder verstärken die Emotionalität der Seite.

Rationale Ebene:
Die Website bietet viel Raum für klare Statements und Informationen. Im Header informiert ein Slider über aktuelle Themen und Ereignisse, der dreispaltige Hauptbereich greift kommende Aktionen und Wahlkampfthemen auf. Die Forderungen und Ziele der Grünen werden auf den einzelnen Themenseiten übersichtlich dargestellt und mit Hintergrundinformationen versehen. Besuchern wird deutlich vermittelt, wer die Grünen sind und was sie wollen.

Interaktions- und Aktivierungsebene:
Die hohe Emotionalität sorgt für Interaktion auf der Website und die direkte Ansprache motiviert Nutzer zum Handeln. Inhaltselemente sind ganzflächig anklickbar und die rechtsseitige Teaserfläche bietet immer wieder neue Einstiegsmöglichkeiten. Hat man sich an den ungewöhnlichen Aufbau gewöhnt, lässt sich die Seite sehr gut scannen, was der Verweildauer zugutekommt. Die zielgerichtete Nutzerführung spiegelt sich auch in den umfangreichen Kommentaren zu den Artikeln wider. Dialogbereitschaft wird gezeigt und selbst gelebt.

 

Handlungsempfehlungen:

  1. Auch wenn die Kommentarfunktion rege genutzt wird: Besucher könnten deutlicher darauf aufmerksam gemacht werden, damit sie nicht nur zufällig darauf stoßen.
  2. Eine klarere Struktur der Website würde dem Nutzer den Einstieg erleichtern und mehr Professionalität vermitteln.

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Parteien im Website-Check, Teil 5 – Die CSU

Mithilfe von BrandInteract© haben wir die Websites der Parteien unter die Lupe genommen und zeigen in einer kleinen Serie, wer auf emotionaler und rationaler Ebene überzeugt und aktiviert und welche Parteien noch Nachholbedarf haben.
Die Linke, Piratenpartei, FDP und CDU landeten auf den hinteren Plätzen und im Mittelfeld. Kommen wir nun zum Siegertreppchen.

 

Platz 3: CSU

Screenshot der CSU-Website

Die CSU hat mit dem Relaunch ihrer Website einen großen Sprung nach vorn gemacht. Die Seite wirkt sehr reduziert und freundlich.

Emotionale Ebene:

Zahlreiche Bilder und plakative Überschriften sprechen die Gefühle der Besucher an. Vor allem der blau-weiße Hintergrund auf der Startseite weckt bei bairischen Besuchern Heimatgefühle. Insgesamt wirkt die Website leicht distanziert, was bei der Präsentation des Vorstands deutlich wird: Zu den meisten der vorgestellten Parteimitgliedern sind keine Fotos hinterlegt, die ihnen ein Gesicht geben und den Nutzern Nähe vermitteln würden.

Rationale Ebene:

Die große Bühne auf der Startseite informiert schnell über aktuelle Themen. Trotzdem kann die CSU rational nur mäßig punkten. Zwar wird das Grundsatzprogramm in einem platzsparenden Akkordeon-Menü gegliedert. Die einzelnen Punkte des Programms werden jedoch sehr ausführlich und nicht schnell überschaubar dargestellt. Nur in den aktuellen Meldungen werden klare Aussagen getroffen. Die CSU setzt vor allem auf die Darstellung der Partei und ihrer Mitglieder, weniger auf die Überzeugung potenzieller Wähler.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Navigations- und Inhaltselemente reagieren schnell auf Mausbewegungen und Akkordeon-Menüs führen den Nutzer zielgerichtet durch die Inhalte. Interaktive Elemente wie die Vorstellung des Vorstands, die Terminübersicht oder die eingebundenen Twitter-, Facebook- und YouTube-Streams aktivieren die Nutzer. Lediglich die Platzierung der recht großflächigen Hauptnavigation am unteren Bildschirmrand ist gewöhnungsbedürftig und hinsichtlich gelernten Nutzerverhaltens nicht optimal.

 

Handlungsempfehlungen:

  1. Nutzer suchen die Hauptnavigation einer Website zuerst im oberen Bereich. Die Navigation am unteren Bildschirmrand erschwert die Orientierung. Die CSU sollte ihr Navigationskonzept noch einmal überdenken.
  2. Bei der Darstellung des Grundsatzprogramms sollte die CSU auf eine kompaktere, einfachere Darstellung setzen, die dem Besucher in kurzer Zeit die Werte der Partei vermittelt.
  3. Um der Partei ein Gesicht zu geben und Sympathie zu wecken, sollte jedes Vorstandsmitglied mit Bild präsentiert werden.

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Parteien im Website-Check, Teil 4 – Die CDU

Mithilfe von BrandInteract© haben wir die Websites der Parteien unter die Lupe genommen und zeigen in einer kleinen Serie, wer auf emotionaler und rationaler Ebene überzeugt und aktiviert und welche Parteien noch Nachholbedarf haben.
Nach Linken, Piratenpartei und FDP geht es heute mit der CDU weiter.

 

Platz 4: CDU

Screenshot der CDU-Website

Die CDU hat ihren Web-Auftritt durch den Relaunch optisch aufgewertet. Die Seite wirkt modern und aufgeräumt. Inhaltlich und argumentativ hat sich jedoch nicht viel verbessert.

Emotionale Ebene:

Mit dem Relaunch hat die CDU auf optischer Ebene Boden gut gemacht. Beim Aufruf der Seite wird man von einem großflächigen Slider begrüßt, über welchen aktuelle Themen gespielt werden – dessen Bilder aber leider nicht anklickbar sind. Die direkte Nutzeransprache gibt dem Besucher das Gefühl, dass auf ihn gehört wird und dass er für die CDU wichtig ist.

Rationale Ebene:

Die Website bietet Einblick in das aktuelle Parteigeschehen. Grundsätzliche Informationen, warum die CDU die Partei der Wahl sein soll, fehlen jedoch. Die Startseite leitet den Nutzer zwar durch plakative Aufrufe auf entsprechende Unterseiten. Diese können auf rationaler Ebene aber nur bedingt überzeugen, da es an kompakten Informationen mangelt. Inhalte sind häufig nur über PDFs abrufbar.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Die CDU legt auf der Startseite viel Wert auf die Aktivierung des Nutzers und fordert zum Mitmachen auf. Die Wirkung der eingesetzten Multimediainhalte wird auf den textlastigen Folgeseiten mit ihren vielen PDFs wieder abgeschwächt. Gut gelöst ist die Sharing-Funktion, weniger gut die Navigation, die sich hinter einem Button bzw. im Footer versteckt. Ungewöhnlich ist auch die Bedienung des Startseiten-Sliders: Was aufgrund der Platzierung wie Pfeile zum Weiterklicken wirkt, entpuppt sich als Social-Web-Button und Link zur Mediathek.

 

Handlungsempfehlungen:

1. Die Haupt-Menüpunkte sollten gut sichtbar im Header platziert werden, um die Orientierung zu erleichtern.

2. Die großflächigen Bilder im Slider sollten verlinkt werden, um gelerntes Nutzerverhalten anzusprechen und den Besucher nicht auf die Suche nach einem Link zu schicken.

3. Emotionalisierende und rationale Elemente auch auf den einzelnen Unterseiten würden die Wirkung der Website verstärken und Interaktion fördern.

Parteien im Website-Check, Teil 3 – Die FDP

Mithilfe von BrandInteract© haben wir die Websites der Parteien unter die Lupe genommen und zeigen in einer kleinen Serie, wer auf emotionaler und rationaler Ebene überzeugt und aktiviert und welche Parteien noch Nachholbedarf haben.
Linke und Piratenpartei belegen die hinteren Plätze, heute starten wir ins Mittelfeld.

 

Platz 5: FDP

Screenshot der FDP-Website

Der Auftritt der FDP macht einen aufgeräumten Eindruck. Allerdings erschwert die ungewöhnliche Anordnung der vielen Navigationselemente dem Besucher die Orientierung.

Emotionale Ebene:

Der persönliche Touch fehlt. Der linke Bereich präsentiert zwar großflächige Bilder, abgebildet sind aber nur FDP-Politiker und Stock-Materialien. Zum Bild gehörende Inhalte werden nicht verstärkt. Die plakativen Überschriften fördern das Interesse an mehr Informationen und vermitteln die Ziele der Liberalen. Leider enthalten die einfach gehaltenen Folgeseiten größtenteils Textwüsten und sperrige PDF-Dokumente und wecken kaum Emotionen. Nur sparsam werden Bilder oder veranschaulichende Grafiken verwendet.

Rationale Ebene:

Innerhalb des sehr präsenten Teaser-Bereiches bezieht die FDP Position zu verschiedenen Themen und liefert Argumente für ihre Forderungen. Die politischen Kernthemen der Liberalen werden auf einer übersichtlichen Themenseite aufgelistet. Leider kommt nach diesem rational starken Einstieg die Ernüchterung auf den Folgeseiten. Erst nach der Lektüre längerer Texte erfährt der Besucher, wie die FDP zu den verschiedenen Themen steht. Hervorgehobene Kernaussagen und -forderungen sucht man vergebens.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Der horizontale Slider bietet einen schnellen Einstieg in die Agenda der FDP – was allerdings besser kommuniziert werden könnte, damit der Nutzer es nicht nur zufällig bemerkt. Für die Sharing-Funktion scheint man sich ein wenig zu schämen, da diese in einer kaum wahrnehmbaren Größe und an ungewöhnlicher Stelle platziert ist. Beispielhaft in Sachen Interaktion und Besucher-Aktivierung ist die Foto-Aktion zur „Gut gemacht!“-Kampagne. Hier kann der Nutzer ein individuelles Motiv mit eigenem Foto und Text erstellen und veröffentlichen.

 

Handlungsempfehlungen:

1. Um Emotionen zu wecken, sollte die FDP auf aussagekräftigere Bilder setzen, welche die Inhalte der Texte verstärken.

2. Der gute Ansatz der übersichtlichen Themenseite sollte auf den Folgeseiten beibehalten werden. Durch hervorgehobene Kernaussagen erkennt der Besucher auf einen Blick, wofür die FDP steht.

3. Die Sharing-Funktion ist zwar vorhanden, aber kaum sichtbar. Sharing-Buttons sollten größer und direkt unter den Texten eingebunden werden.

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