Schlagwort-Archiv: Online-Marketing

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Ganz nach dem Motto von Pinterest. Teilen, sammeln und verbreiten von Fotos und Videos steht im Zentrum des US-Startup. Bereits vor zwei Jahren gegründet, legt die Social Media Plattform Anfang des Jahres ein rasantes Wachstum hin und wurde zum regelrechten Hype. So wurde im Januar sogar mehr Traffic als von Google+, LinkedIn und YouTube zusammen erzeugt.

Anders wie Facebook, Twitter und Co. steht hier der visuelle Aspekt stark im Fokus. Pinterest setzt sich aus pin für Pinnwand und interest für Interesse zusammen. User können Bilder und Videos auf einer virtuellen Pinnwand veröffentlichen, organisieren und kategorisieren und so ihre Interessen und Vorlieben vor anderen Usern preisgeben. Die Inhalte werden entweder von Websites, mit einem Pin It Booklet im Browser oder Pin It Button auf der entsprechenden Website bezogen oder können direkt hochgeladen werden. Weiterhin können Likes und Kommentare vergeben oder Bilder und Videos anderer Nutzer mit einem Repin versehen werden. Durch Verknüpfung des Profils mit Facebook oder Twitter können die Pins und Repins dort direkt geteilt werden.

Die Plattform hat derzeit rund 8 Millionen User. Die Infografik von Daily Infographic zeigt, dass Frauen mit einer Überzahl von zwei Dritteln eindeutig besser vertreten sind als Männer. Das Durchschnittsalter der User liegt zwischen 25 und 44 Jahren.


Nun stellt sich automatisch die Frage, inwiefern die Plattform auch für Unternehmen interessant werden kann. Einige Unternehmen haben bereits den Schritt gewagt und eine Pinterest-Präsenz erstellt, bspw. adidas, amazon oder audible.de, die hauptsächlich Produkte promoten.

Pinterest bietet ein großes Potenzial als Trafficquelle. Denn sobald ein Bild oder Video von einer Website gepinnt wird, wird der Link der Quelle mit übernommen und führt andere User beim Klick darauf auf die Website. Durch Repins, also das Anheften von Bildern an die eigene Pinnwand, kann die Viralität bzw. Reichweite und somit die Wahrscheinlichkeit angeklickt zu werden enorm gesteigert werden.

Einen weiteren positiven Nutzen für Unternehmen stellt die Inspiration von Usern bis hin zur Kaufentscheidung dar. Laut einer Umfrage des Preisvergleichsportal Price Grabber haben 12% der teilnehmenden Online-Shopper bereits ein gepinntes Produkt gekauft, vor allem aus den Bereichen Lebensmittel, Kleidung und Deko-Utensilien.

Aus SEO-Sicht ist Pinterest dazu geeignet, um Backlinks zu generieren und damit die eigene Position in Suchmaschinen zu verbessern.

Weiter positive Effekte wie die Steigerung von Image und Bekanntheit und damit die Stärkung der Marke dürfen auch nicht auser Acht gelassen werden.

Nicht zuletzt lassen sich die Interessen der Zielgruppen auf der Plattform leicht analysieren und identifizieren. Mit der einfachen URL http://pinterest.com/source/domain können Unternehmen stetig überprüfen welche Inhalte von der eigenen Website aus bereits von Usern gepinnt wurden.

Einen Haken gibt es allerdings noch – das Urheberrecht. Viele der auf Pinterest veröffentlichten Inhalte sind ohne Erlaubnis der Rechteinhaber von Websites kopiert. Ein Problem das seitens Facebook auch schon lange bekannt ist und noch nicht gelöst wurde.
Einen kleinen Trost für Websitebetreiber, die dem nicht gänzlich ausgeliefert sein wollen, gibt es seit Februar. Es wurde ein Programmcode entwickelt, der auf Websites eingebunden werden kann, um zu verhindern, dass Bilder der Website gepinnt werden können.

Bleibt offen, wie sich Pinterest weiterentwickelt und eine Konkurrenz zu anderen Social Media Plattformen darstellen wird. Es sollte beachtet werden, dass Pinterest immer noch in einer Beta-Version vorliegt und die Nutzung nur auf Anfrage oder Einladung gewährleistet wird – es wird nochmal spannend wenn die Plattform für alle User geöffnet wird.

Für Unternehmen stellt Pinterest sicherlich eine Steigerung des eigenen Online-Auftritts dar – vor allem für Online-Shops und Unternehmen mit weiblicher Zielgruppe. Trotzdem sollte eine Präsenz gut geplant sein und lohnt sich nur wenn entsprechend hochwertige Inhalte zur Verfügung stehen. Das Potenzial der Plattform sollte jedoch nicht unterschätzt und anerkannt werden.

Bis dahin pin what you know and love :-)

Spielend (leicht) Kunden binden! – mit Gamification

Gamifiwas? Gamification wird laut Harvard Business Review als einer der Trends für das Jahr 2012 vorausgesagt und bezeichnet die Anwendung spieltypischer Elemente und Prozesse in spielfremden Systemen.

Gemeint sind Unterhaltungs- und Belohnungssysteme. Doch was haben die Kunden damit zu tun?

Mit Hilfe von spielerischen Elementen wie Erfahrungspunkten, Highscores, Fortschrittbalken, Ranglisten, virtuellen Gütern oder Auszeichnungen sollen die Kunden motiviert werden, sich mit Unternehmen oder Produkten zu beschäftigen, mit ihnen zu interagieren, für sie zu werben oder sie zu teilen.

Wie man Komponenten aus Spielen im echten Leben verwendet, um Menschen zu motivieren Dinge zu tun, auf die sie sonst keine Lust hätten, zeigt das folgende Video:

Gamification setzt auf den spielerischen Umgang mit einem Produkt, einer Website, einer Software oder einer Handy-App. Hierbei sollte die Bedienung und die Komplexität des Spiels auf den Nutzer abgestimmt sein. Das heißt die Bedienung muss leicht verständlich und das Spiel darf nicht zu komplex sein. Darüber hinaus dürfen zu keinem Zeitpunkt Informationslücken entstehen, die den User daran hindern könnten, das Spiel fortzusetzen.

Die Spielifizierung ist eine wichtige Technik in den sozialen Medien, um die Nutzer an die Plattform oder den Shop zu binden. Ziel von Gamification ist es somit durch Nutzerbeteiligung die Reichweite zu steigern und anschließend den Kunden zu binden.

Gamification ist gerade in Deutschland, dem Herkunftsland vieler guter Brettspiele, sehr ernst zu nehmen. Laut einer Studie des BIU in Zusammenarbeit mit der GfK spielt jeder vierte (25%) Jugendliche und Erwachsene in Deutschland im Internet. Dies ist ein Plus von 17% im Vergleich zum Vorjahr.

Man kann also gespannt sein, wie sich dieser Trend verbreitet und in welchen neuen Bereichen Gamification eingesetzt wird?! Die oberen Zahlen zeigen bereits deutlich, dass vor allem in Deutschland großes Potential vorhanden ist. Gerade im E-Commerce-Bereich gibt es verschiedene Ansatzpunkte spielerische Elemente unterzubringen, um die Kunden zu binden und gleichzeitig zu motivieren, für das Unternehmen zu werben und zu teilen.

Welche Beispiele zu Gamification kennen Sie?

No-line – die Sicht der Konsumenten auf Multichannel

Jetzt weiß man gerade mal, was Multichannel-Marketing ist und schon kommt mit No-line-Commerce das nächste Fremdwort um die Ecke. So oder so ähnlich denken gerade wohl viele Marketing-Verantwortliche.

Zum Thema Multichannel haben wir uns ja kürzlich schon geäußert. Die Unternehmen haben auf vielen verschiedenen Kanälen mit den Konsumenten Kontakt, was eine große Herausforderung für sie darstellt. No-line ist nun gewissermaßen die Sicht des Konsumenten, denn er unterscheidet nicht zwischen online und offline. Sie gehen zu einem Unternehmen bzw. einer Marke.

Prof. Dr. Gerrit Heinemann in der w&v dazu:

Die Kunden unterscheiden nicht mehr zwischen den Kanälen, kaufen nicht mehr gezielt on- oder offline. Vielmehr suchen sie verschiedene Zugangswege zu ihrem Shop: im Internet, über das Smartphone – oder eben über das stationäre Geschäft in der Innenstadt.

Neben – oder für manche auch nach – Multichannel kommt nun also No-Line-Commerce. Die Kunden differenzieren kaum noch zwischen der Facebook-Fanpage eines Unternehmens, dem Online-Shop oder dem Laden in der Stadt. Sie suchen sich den für sie bequemsten Weg zum Händler, ob nun zu Fuß, mit dem Smartphone oder über den PC.

Online-und offline werden zu no-line, das heißt die Welten verschmelzen miteinander. Durch die starke mobile Internetnutzung verlagern sich die Online-Käufe von den heimischen PCs auf die Straße und die Verkaufs-Kanäle werden so vernetzt, dass der Kunde sie gar nicht als getrennt wahrnehmen kann.

Als neuer Tablet-Besitzer und Viel- in- der-U-Bahn-Mobil-Surfer kann ich diesen Trend nur bestätigen und bin gespannt wie er sich entwickelt, wie die Händler darauf reagieren und was sie sich einfallen lassen um die Kunden „aus der Bahn abzuholen„. ;-)

Das Shopping von morgen – Multichannel

Beim Thema Online-Shop zögern noch manche B2C-Unternehmen, wenn sie bisher (noch) sehr erfolgreich mit ihrem stationären Handel sind. Zu groß ist die Sorge um Umsatzeinbußen und Abwanderung der Kunden in die Online-Welt. Was meist eine irrige Annahme ist, denn wer online kaufen will, kauft online – nur dann eben bei anderen. Warum also nur auf die „reale Welt“ setzen, wenn sich diese mit der „virtuellen“ und somit mit dem Online-Shoppen verbinden lässt – und letztlich mehr Umsatz einbringen kann?!

Die Gruppe Nymphenburg Consult AG hat auf dem Neuromarketing Kongress 2011 erstaunliche Erkenntnisse zum Thema Multichannel und Shopping 2020 präsentiert. Der Sinn und den Erfolge des Multichannels wollen wir nun an einem Beispiel verdeutlichen und durch ein paar Fakten der Consulting Gruppe unterstreichen.

H&M-multichannel

Ein beeindruckendes Beispiel für eine erfolgreiche Multichannel-Ausrichtung stellt H&M dar. Das schwedische Textilhandelsunternehmen hat bereits vor einigen Jahren das Online-Potenzial für sich erkannt und ist nun dabei, es sukzessiv auszuschöpfen. Seit Einführung des Online-Shops und der Multichannel-Strategie 2005 konnte H&M seinen Profit um 102 % steigern.

Klingt beeindruckend und wenn man bedenkt, dass laut der Studie von Gruppe Nymphenburg und Ebeltoft, 88% der Internetnutzer online einkaufen, (Basis: 46,1 Mio deutsche Internetnutzer) verwundert es schon nicht mehr ganz so sehr, dass das Konzept von H&M mit einer so großen Profitsteigerung aufgeht.

Wie ist H&M dieser enorme Erfolg gelungen?

Kreativität, schickes Design, Nutzerführung und vor allem die medien-übergreifende Ansprache der Kunden per:

  • App für iPhone und iPad
  • Print-Katalog
  • Newsletter
  • Rückgabe und Abholung von Online-Bestellungen im Store
  • Facebook Deals (Mobile Commerce)
  • Klassische Werbung
  • Couponing (Gutscheine)
  • Online-Shop
  • YouTube-Kampagnen
  • Facebook-Fanpage
  • Twitter
  • InGame-Advertising

waren stark am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Online-Shops oder weitere online-bezogene Aktivitäten müssen nicht bedeuten, dass der stationäre Handel Umsätze einzubüßen hat und die meisten nur noch im Internet bestellen, trotz der genannten 88% Internetkäufer. Mit der richtigen Strategie und Ausrichtung der Aktivitäten auf die Zielgruppe lässt sich beides miteinander sinnvoll verknüpfen.
Es geht dann nicht so sehr darum, ob online oder offline, sondern darum, dass bei uns gekauft wird.

Location Based Services & Couponing

Solche enorm gut laufenden Social Communities wie Facebook können für den stationären Handel genutzt werden, in dem man sich zum Beispiel an die mobilen Facebook und Internetnutzer wendet und diesen besondere Rabatte anbietet, wenn sie sich bspw. im Geschäft „einchecken“, über Facebook Places und andere Location-based-Services wie Foursquare.

Eine weitere Möglichkeit bietet das Couponing. 60% der Top-E-Commerce-Unternehmen setzen bereits auf solch eine Werbemöglichkeit mit Gutscheinen. Diese können über große Couponing-Anbieter wie Groupon den Kunden bereitgestellt werden oder einfacher: auf der eigenen Webseite. Hier kann ebenso ein Gutschein zum Ausdrucken angeboten werden, bspw. zeitlich begrenzt oder nur mit Angabe der E-Mail-Adresse, den die Kunden dann im Handel einlösen können. Es sollten aber eher kleinere Rabatte sein, um nicht zu sehr einfach nur Schnäppchenjäger zu bedienen, sondern neue Kunden zu gewinnen.

Das sind jetzt nur zwei kleine Beispiele, wie sich die Offline- und Online-Welt verknüpfen lassen. Es gibt noch viele weitere und es werden mit Sicherheit immer neue Möglichkeiten kommen. Es bleibt also spannend, bleiben auch Sie dran und machen Sie mit! :-)

Online-Marketing-Gipfel 2011: Social, Social, Mobile

Diese Woche waren wir zu viert auf dem Online-Marketing-Gipfel in Bonn (#omg11). Die großen Themen waren Social Media, Mobile Marketing und Augmented Reality.

MM auf dem Online-Marketing-Gipfel 2011
MM auf dem Online-Marketing-Gipfel 2011

Klassisches Online-Marketing ist tot

Themen wie E-Mail-Marketing oder auch Webcontrolling waren schon fast Randthemen, so sehr war alles von Social Media dominiert. Displaywerbung wurde zwar oft erwähnt, aber immer negativ („Wer auf Display-Werbung setzt, hat schon verloren“). SEO und SEM sind hier noch deutlich besser positioniert, bekommen aber nicht zuletzt durch die Facebook-Werbeanzeigen immer mehr auch eine Social-Komponente.

Social Media braucht Mut

Große Unternehmen wie DELL, Coca-Cola oder der Playboy und auch weniger große wie die GLS Bank stellten ihre Strategien und Kampagnen im Social Web vor. Dabei wurde immer wieder deutlich: Noch immer ist vieles Trial & Error, strategische Ansätze sind meist noch zarte Pflänzchen – und ohne Mut zum Auszuprobieren, kann man sich schwer von den anderen abheben.

Grundlage für Social-Media-Strategie: die Markenstrategie

Wichtig dabei ist aber zunächst mal, sich auf den eigenen Markenkern zu besinnen, bevor man im Bereich Social Media aktiv wird. Wer bin ich und was will ich erreichen? Johannes Korten von der GLS Bank brachte es folgendermaßen auf den Punkt: „Unternehmen, die sich positionieren möchten, müssen auch Position beziehen.“

Gehört Social Media ins Marketing?

Der Vertrieb heißt bei der GLS Bank inzwischen Kundendialog. Das passt auch gut dazu, dass im Nike-Vortrag die Frage gestellt wurde, ob Social Media beim Marketing überhaupt richtig angesiedelt ist. Schließlich hört Marketing klassischerweise meist mit dem Kauf eines Produkts auf.

Online-Reputation – ob man will oder nicht

Manche Tipps gelten für Menschen wie für Unternehmen oder Organisationen gleichermaßen, so zum Beispiel dieser hier vom Buch-Autor Klaus Eck: „Sie können sich für oder gegen ein Online-Reputations-Management entscheiden, aber nicht für oder gegen eine Online-Reputation.“

Fazit des Online-Marketing-Gipfels 2011

Etwas zugespitzt kann man zusammenfassend wohl sagen: Display-Werbung war gestern, Social Media ist heute und Mobile Marketing die Zukunft. 12 % der Suchanfragen bei Google kommen schon von Mobilgeräten und die Zahl der weltweiten Handys liegt weit über der Zahl der Internetanschlüsse.