Google+ fängt gerade erst an – Android heißt das Zauberwort

Facebook ist uneinholbar und wird nie zu schlagenI have moved to Google plus sein – so dachten viele bis vor gut einem halben Jahr. Dann kam Google+ und zeigte zunächst mal riesiges Wachstum. Innerhalb von zwei Wochen waren es damals schon 10 Millionen Nutzer, zwei Wochen später das Doppelte und vier Monate nach dem Start – alleine im Monat Dezember – verzeichnete Googles Social Network immer noch 25 % Wachstum. Eine große Euphorie brach aus und viele aus der Webszene änderten ihr Profilbild bei Facebook in „I have moved“ – mit Google-plus-Logo in der Ecke. Manche löschten auch gleich ihren Facebook-Account.

Auf Euphorie plus folgt Ernüchterung plus

Doch genauso stark und schnell wie die Euphoriewelle kam, war dann auch die Welle der Ernüchterung. Nach Artikeln wie 10 Gründe, warum Google+ gegen Facebook gewinnt ahmte Facebook plötzlich die beliebtesten Funktionen von Google+ nach (Circles, Hangouts, Abonnieren) und es kamen recht schnell andere Artikel-Überschriften wie US-Magazin Slate erklärt Google+ für tot und Google Plus ist tot. Das Fehlen einer API wurde kritisiert, genau wie die lange Zeit nicht existenten Unternehmensprofile – die es inzwischen aber gibt.

Potential in Verknüpfung mit dem boomenden Android

Ich glaube aber nach wie vor, dass die Hochzeit bei Google+ noch kommt. Android hat den größten Marktanteil bei Smartphone-Betriebssystemen (über 50 %) und und wächst auch noch am stärksten – dem ganzen Apple-Hype zum Trotz. Und Android gehört zu Google. Wenn Google also künftig die Vernetzung mit Android sauber hinbekommt, dann wird alleine das zu einem riesigen Vorteil gegenüber Facebook werden.

Dreikampf? Google+, Facebook – und Microsofts so.cl

Bislang hat kein anderes Social Network ein eigenes Betriebssystem für Smartphones. Sollte nun also nicht Apple noch eine Kooperation mit Facebook eingehen, wird das Google+ eine Sonderstellung ermöglichen – bis dann Microsoft mit Socl (Codename: Tulalip) vielleicht in den Markt drängt. Dann werden die Karten wieder neu gemischt, denn auch Microsoft hat mit Windows Phone ein Smartphone-Betriebssystem am Start – und Microsoft wird sicher versuchen, seine Dominanz bei Betriebssystemen für PCs zum eigenen Vorteil zu nutzen. Bislang ist es bei so.cl aber noch sehr, sehr ruhig.

SEO, Google+ und Search plus Your World

Und noch etwas spricht für Google+: Die Verknüpfung mit der Suchmaschine Google. Suche ich als eingeloggter Google-User etwas bei Google, bekomme ich schon heute bei den organischen Suchergebnissen und bei den Anzeigen (Google Adwords) angezeigt, wem meiner Freunde bei Google+ das gefällt (bzw. der Seite +1 gibt).

Schon das deutete an, dass Social Media und SEO immer mehr zusammenwachsen. Als Google nun kürzlich Search plus Your World bei google.com einführte, wurde noch klarer, wohin die Reise geht. Wer Search plus Your World verwendet, sieht eine Mischung aus „objektiven“ und personalisierten Suchergebnissen. Dabei werden sogar private Daten in Google+ mit einbezogen, insofern der Suchende zu den Kreisen gehört, die das sehen dürfen. Mit einem Klick kann die normale Suche wiederherstellt werden – oder alternativ auch eine rein personalisierte Suche angezeigt werden.

Search plus Your World (Google) - Screenshot

Einerseits bietet Google damit neue Optionen bei der Suche, die viele Menschen sicher hilfreich finden. Und andererseits erhöht Google damit den Anreiz, sich bei Google+ anzumelden – denn ohne Account dort funktioniert Search plus Your World nicht.

Ausblick zu Google+ und Marktführerschaft Social Networks

Es bleibt definitiv spannend im Markt der Social Networks. Am Ende des Jahres 2012 dürfte Facebook allerdings von der Nutzerzahl her weiter die Nase vorn haben. 800 Millionen Nutzer sind schon eine gewaltige Marke an die die anderen erst einmal rankommen müssen. Aber Mitte oder Ende 2013 kann es schon ganz anders aussehen. Auf jeden Fall treibt der Konkurrenzdruck die Innovationen voran und das ist gut so – so ärgerlich es auch ist, dass viele von uns derzeit dreifachen Aufwand beim Posten betreiben müssen.

Bislang sind die Nutzer bei Google+ jedoch in der Tendenz eher männlich, jung und sehr technik-affin. Voraussetzung für den Erfolg von Google+ wird sein, dass es aus der Nerd-Ecke rauskommt und demographisch näher an die Durchschnittsbevölkerung heranrückt.

Google+ hat bislang 83 % inaktive User, heißt es. Das mag sein. Aber diese User sind durch die stetige Benutzung von Google als Suchmaschine quasi permanent nur einen halben Klick von Google+ entfernt. Sie brauchen nur noch mehr Gründe, um Google+ zu nutzen und die werden kommen – wenn auch überraschend langsam. In einigen Kategorien hat Google+ bereits die Nase vorn.

Ich bin sicher: Wir werden noch viel von Google+ hören und der Zenit ist noch längst nicht überschritten. Es fängt gerade erst an. Es gibt auch Zahlen dazu. Wer hält dagegen?

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