Soziale Suche – oder SEO ärger dich nicht

Keyword-Domain + Links kaufen + keywordreicher Content = Platz 1 bei Google

Diese SEO-Rechnung geht nicht mehr auf. Die Zeiten sind vorbei, bei der es für eine ordentliche Suchmaschinenoptimierung ausgereicht hat, die Webseite mit wichtigen Keywords auszustatten und für einen guten Linkaufbau zu sorgen, um bei Google auf Platz 1 zu landen. SEO-Experten diskutieren schon darüber, ob Suchmaschinenoptimierung inzwischen nun sogar „tot“ ist.

SEO tot – wie kommen sie darauf?

Dazu kann man sich einfach mal direkt an die Suchmaschine selbst setzen und bspw. nach „porsche“ googlen. Dank Google Instant bekomme ich sofort Suchergebnisse aufgelistet. Hier sieht man nun nicht nur einfach klassische Suchergebnisse, sondern farblich hinterlegte Anzeigen, Karten, News und auch Bilder.

Im Gegensatz zu heute sahen die Google Suchergebnisse früher richtig langweilig aus. Heute sind die Suchergebnisse universell. Das bedeutet News, Bilder, Videos usw. werden mit in den Suchergebnissen angezeigt, die Google sich aus dem Netz zieht. Doch was viel wichtiger ist, dass die Suchergebnisse nicht nur universell in ihrer Art geworden sind, sondern vor allem individuell.

Was bedeutet das konkret für den Suchenden?

Ist man bei Google mit einem Konto angemeldet und auch gerade eingeloggt, konnte man noch vor Google Plus seine Suchergebnis-Favoriten mit Sternchen markieren und speichern. Das wurde nun durch den +1-Button ersetzt.
Durch die lokale Suche werden mir immer öfter diese Karten und Adressen in den Suchergebnissen angezeigt. Wohne ich in Stuttgart und suche von zu Hause aus nach Frisör, bekomme ich hauptsächlich Frisöre aus Stuttgart gelistet, da Google meinen Standort automatisch über die Google Suchoberfläche und die IP-Adresse lokalisieren kann.

Nun hat Google vor einigen Monaten ein weiteres großes „Ding“ gestartet und zwar seine eigene Social Community Google Plus und den +1-Button. Google sagt auch offen, dass +1 sich auf die Suchergebnisse auswirkt. Faktoren wie „welchem Freund gefällt welcher Link“ oder „welche Inhalte werden mit dem +1-Button geteilt“ sind extrem wichtig und zählen mit in den Suchalgorithmus.
Die Experten von SEOmoz erstellen jährlich eineRanking-Liste der wichtigsten Faktoren bei der Berechnung der Suchergebnisse. Sie haben auch die zukünftigen SEO-Trends ermittelt, die sich folgendermaßen aufgliedern:

Ranking-Faktoren bei Google (Trend 2011)
Quelle: 2011 Search Engine Ranking Factors (SEOmoz)

Hier sticht ganz deutlich der soziale Faktor heraus, der an Bedeutung immer weiter zunimmt. Solche klassischen SEO-Faktoren wie bezahlte Links und sogar die Keywords in Ankertexten verlieren stark an Bedeutung.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Wir sagen: Mensch SEO ärger dich nicht! Die Suchmaschinenoptimierung ist nicht „tot“, sondern sie fordert nun Sozialität. Die Unternehmen können die soziale Suche als Chance nutzen. Sie fordert dazu auf, sich um eine gute Online-Reputation zu bemühen. Das heißt: SEO geht perspektivisch nicht mehr ohne Social Media!

Online-Reputation-Management sollte in die gesamte Online-Strategie mit integriert werden, denn auch die soziale Suche zeigt uns, wie wichtig der Faktor Mensch im SEO geworden ist.

Fair Play wird bei SEO noch wichtiger. Das heißt: Suchmaschinenoptimierung ohne Betrügereien umsetzen und interessante Inhalte, die die Internetnutzer von sich aus gerne verlinken und teilen, anbieten – so wird der Weg in die oberen Reihen von Google erleichtert. Letztlich gilt also weiterhin der alte Satz: Content is King!

4 Gedanken zu „Soziale Suche – oder SEO ärger dich nicht“

  1. Context is as important as Content. Inhalte müssen zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein, die Geschichte erfährt dadurch wenig Streuverlust, kommt an – und führt zum Ziel: in der Regel der Klick- oder Kaufentscheid beim Besucher.

  2. Content ist wichtig – aber ohne richtiger Optimierung wertlos. Ohne Content ist SEO auch nicht möglich. Die richtige Mischung machts.

  3. Das mit der „richtigen Mischung machts“, sehe ich auch so. Ich denke die „klassischen“ SEO-Maßnahmen, wie bspw. Ankertexte, Linkaufbau und Onpage-Optimierungen sind sozusagen Standard. Wer dann aber erfolgreicher bei der Suchmaschinenoptimierung sein will, kommt um die soziale Komponente nicht mehr herum!

  4. Ja, wie so oft ist es ein „Hase und Igel“-Spiel. Man muss eben immer etwas besser sein als die anderen – und die schlafen auch nicht. Was „besser“ genau heißt, bestimmt im deutschen Markt bei Suchmaschinenoptimierung nach wie vor Google. Aber die sozialen Faktoren haben ja nicht nur Einfluss auf SEO, sondern sind auch darüber hinaus ein wichtiger Faktor im Online-Marketing geworden.

    Wenn ich nur daran denke, wie oft ich genau das gleiche Video an einem Tag auf Facebook gepostet sehe – und das von Menschen, die sich gar nicht kennen. Und so hat das soziale Online-Marketing letztlich starke Auswirkungen auf beides – auf Mensch und (Such-)Maschine. Wobei die Suchmaschine ja letztlich auch wieder Menschen zu uns führt.

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