re:publica 2013 – ein Rückblick auf drei Tage Konferenz

Wie jedes Jahr im Mai fand auch in diesem Jahr die re:publica in Berlin statt. Die Konferenz rund um die Themen Web 2.0, soziale Medien und die digitale Gesellschaft stand unter dem Motto IN/SIDE/OUT. Neben uns versammelten sich 5.000 Menschen aus gut 50 Ländern. Drei Tage lang fand ein intensiver Austausch sowohl durch die Vorträge als auch durch unzählige Gespräche unter den Teilnehmern statt.
Die Themen reichten von der neuen „Generation YouTube“ über Crowdsourcing, politische Beteiligung, Innovationsmanagement bis hin zum Thema Open und Big Data. Bei gut 100 Vorträgen pro Tag war für jeden etwas dabei. Vorbereitung war hier das A und O.

re:publica 13

An dieser Stelle sollen drei Vorträge erwähnt und kurz vorgestellt werden. Wer noch mehr Input benötigt, kann sich die aufgezeichneten Vorträge der Bühnen 1-3 auf dem YouTube Kanal der re:publica ansehen oder eine schriftliche Zusammenfassung des jeweiligen Tages in Form eines eBooks erwerben.

 

Building a Web we can Trust

Der Vortrag von Mitchell Baker drehte sich um die Fragestellung, wie Unternehmer ihre Webangebote transparenter und für den Nutzer vertrauenswürdiger gestalten können. Ziel muss es sein, dem Nutzer die Funktionsweise einer App, Website oder einer Microsite nahezubringen und sichtbarer zu machen, um ein entsprechendes Vertrauen aufzubauen.

Das Ergebnis sollte sein, dass Nutzer die Wahl haben. Die Wahl, welche Daten die Website abruft, speichert und wie diese seitens der Unternehmen verarbeitet werden dürfen. Die dafür geforderte und nötige Offenheit ist jedoch kein natürliches Attribut von Unternehmen. Mitchell Baker ist der Meinung, dass Vertrauen gegenüber Unternehmen im Netz langfristig eben nur durch diese geforderte Offenheit erreicht werden kann.

Lässt sich nur hoffen, dass erste Projekte zeigen, dass dieser Weg ein bewusstes, zielführendes aber unkompliziertes Surfverhalten nach sich zieht. Falls Sie sehen möchten, wer Sie beim surfen so beobachtet, empfiehlt es sich einen kurzen Blick auf das Firefox Browser Add-on „Collusion“ zu werfen.

 

Digitaldarwinismus – Warum gibt es keine digitalen Bananen?

Der Titel dieses Vortrags hatte schon beim ersten Überfliegen des Programms unsere Aufmerksamkeit. Aber auch der eigentliche Titel des Vortrages von Agnes Lison und Marcel-André Casasola MerkleDigital vs. Analog“ versprach viel und bot interessante Einblicke in den digitalen Wandel und die damit in Verbindung stehenden Chancen und Risiken für das Analoge.

Agnes Lison und Marcel-André Casasola Merkle auf der re:publica
Agnes Lison und Marcel-André Casasola Merkle auf der re:publica

Überraschend klar wurde gezeigt, warum sich das Analoge und Digitale neu erfinden müssen und das dafür vermutlich ein neues, bisher nicht existentes Medium benötigt wird. Fragen wie „Wieso simulieren E-Books das Blättern von Papier?“ verdeutlichten die Problematik: Das Digitale klammert sich an Regeln, Formen und Nutzungsarten des Analogen und das Analoge scheint an Bedeutung zu verlieren.

Die beiden Vortragenden fordern „Es ist Zeit, dass das Analoge sich neu entdeckt. Es ist Zeit, dass sich das Digitale emanzipiert.“ und bringen diese Forderung in Ihrem Vortrag sehr unterhaltsam und informativ rüber. Die Herausforderung besteht also darin, sich von bekannten Mustern zu trennen und neue, dem Medium gerechte Wege zu finden, um die Potenziale des Mediums voll auszuschöpfen.

 

I palindrome I – your life is mine

Marcus Brown hat in seinem Vortrag ein Thema angesprochen, dessen Konsequenzen einem Großteil der Online-Bevölkerung kaum bewusst ist. Dabei ist dieses Thema so elementar wichtig, dass jeder sich den Risiken bewusst sein sollte: Was können fremde Personen oder Unternehmen mit den von mir im Internet veröffentlichten Daten anstellen?

Marcus hat im Vorfeld zu seinem Vortrag drei Teilnehmer der re:publica profiliert, indem er die von diesen Personen im Netz veröffentlichten Daten miteinander kombiniert und ausgewertet hat. Dabei ergab sich ein Informationsgeflecht, welches die dahinterstehende Person doch sehr klar definiert.

Personenprofil erstellt von Marcus Brown
Personenprofil

Marcus zeigt auf, wie einfach es ist, im Rahmen des Gesetztes Personen zu „verfolgen“ und entsprechende Schlüsse aus den vorliegenden Informationen zu ziehen. Das gesetzliche Regelungen dies Unterbinden können bezweifelt er.

Jeder Mensch kann mit seinen Daten im Netz heutzutage zu einem Opfer oder Star werden. Das Internet ermöglicht es und nicht immer hilft Vorsicht dabei dies zu verhindern, denn das Internet ist dafür mittlerweile zu komplex und vernetzt. Nichts desto trotz ist es unsere Aufgabe das Bewusstsein für diese Problematik zu wecken und über die möglichen Konsequenzen aufzuklären.

 

Wer nächstes Jahr die Möglichkeit hat die re:publica zu besuchen, dem können wir dies nur wärmstens an Herz legen. Austausch, Inspiration und Innovation stehen im Fokus dieser Veranstaltung und nach drei Tagen geht man mit zahlreichen neuen Sichtweisen und Ideen nach Hause. Versprochen.

Hier noch ein Beitrag mit allen Informationen rund um die re:publica 2013.

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