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Werbung während der Corona Krise: Es gibt Gewinner und Verlierer

An der Corona Krise kommt derzeit keiner vorbei – auch die Werbung nicht. Wir zeigen besonders gelungene Beispiele, wie Firmen Werbung während der Corona Krise schalten. Anhand des Beispiels eines Bäckermeisters machen wir aber auch deutlich, welche Gratwanderung die Unternehmen dabei meistern müssen.

1. Im eigenen Zuhause bleiben: Schwäbisch Hall

Erst im Februar startete die Bausparkasse eine neue Jahreskampagne, die aufgrund der aktuellen Ereignisse sofort gestoppt wurde. Dass Menschen sich ihre eigenen vier Wände kaufen können, ist seit Jahrzehnten das Business von Schwäbisch Hall. Der neue Spot ruft die Menschen dazu auf, dass sie jetzt genau in diesen vier Wänden bleiben sollen.

2. Danke an die „Alltagshelden“: Aldi und Edeka

Die großen „Gewinner“ der Krise sind ganz klar die Supermärkte. Die Umsätze schießen in die Höhe und Verkäufer und Verkäuferinnen werden als Helden gefeiert. Logisch, dass die Supermarktketten ihre „Alltagshelden“ in TV-Spots feiern. Das Aldi-Video ist insofern besonders, dass es nicht aus Hochglanzbildern besteht, sondern aus zusammengeschnittenen Handy-Videos der Aldi-Mitarbeiter und Kunden. Das sorgt für Authentizität und Emotionalität.
Für das Danke-Video von Edeka wurden alte Spots und Stockmaterial verwendet. Eine neue Art von Werbevideos in Corona Zeiten? Schließlich arbeiten viele Agentur-Mitarbeiter derzeit auch von zuhause aus und können somit kein neues Material drehen.
Beide Lebensmittelhändler verzichten in ihren Spots auf Aussagen zur Lebensmittelversorgung der Bevölkerung. Im Mittelpunkt steht der Zusammenhalt der Bevölkerung in dieser schwierigen Zeit.

Aldi:

Edeka:

3. Sicherheit geht vor: Mercedes

Wenn alle zuhause bleiben sollen, wird auch das Auto nicht bewegt. Schwierige Zeiten für Autobauer, die derzeit hauptsächlich mit der Schließung ihrer Werke Aufmerksamkeit erregen. Doch Mercedes hat eine Möglichkeit gefunden, auch in diesen Zeiten einen Spot zu schalten. Denn das Thema Sicherheit ist gerade für jeden relevant. Der Spot ist leise und unaufgeregt und verbindet Werbung für den schwäbischen Autobauer mit einer Dankesbotschaft an alle, die gerade die Gesellschaft am Laufen halten.

4. Gemütlich eingerichtet: IKEA

Da die Möbelhäuser in fast ganz Europa für mehrere Wochen geschlossen sind, muss auch das schwedische Unternehmen in diesen Zeiten erfinderisch werden. Warum also nicht das eigene Zuhause genießen, das mit IKEA-Produkten zur Wohlfühloase geworden ist. Der Clip zeigt die unendlichen Momente, die wir mit unserem Zuhause verbinden können.

5. Auseinandergerückt: McDonalds Brasilien

Der Fast-Food-Riese geht bei der Werbung während der Corona Krise sogar noch weiter und ändert in dem südamerikanischen Land temporär sein Logo. Die beiden Bögen des goldgelben „M“ wurden getrennt um deutlich klar zu machen, auf was es zurzeit ankommt: Abstand halten.

6. So lieber nicht: Bäckerei Bosselmann

Der Weg vom Sympathieträger zum Shitstorm-Empfänger ist in der Werbung während der Corona Krise nicht weit. Das musste auch Gerhard Bosselmann, Inhaber der Bäckereikette Bosselmann, hautnah miterleben. In den sozialen Netzwerken ging sein Video viral, indem er unter Tränen erzählte, dass seine Filialen rund um Hannover möglicherweise bald nicht mehr die laufenden Kosten decken könnten. Sein Appell daher: Die Leute sollen nicht nur die großen Supermärkte leer kaufen, sondern auch an die kleineren Läden denken, denen die schwindende Kundschaft deutlich mehr zusetzen würde. Das Video wurde vielfach geklickt, geteilt, geliked und Bosselmann wurde zum Sprecher der kleinen Unternehmen, die unter der Corona Krise besonders leiden und um ihre Existenz bangen.

Kurz darauf tauchte im Internet allerdings ein Brief auf, den Gerhard Bosselmann an seine Mitarbeiter verschickte. Der Inhalt: Mitarbeiter die sich nicht gut genug gegen eine Corona-Ansteckung schützen und sich dann krankschreiben lassen, drohe die fristlose Kündigung. Wer sich nur wegen einer Erkältung krankschreiben lasse und keinen Corona-Test vorlege, erhalte keine Lohnfortzahlung.
Mittlerweile hat sich Gerhard Bosselmann in Interviews erklärt, sein Verhalten gerechtfertigt und sich für seinen rauen Ton in dem Brief entschuldigt. Ein paar Mitarbeiter würden die strengen Quarantäneregeln in der Freizeit nicht befolgen, eine Ansteckung riskieren und somit wissentlich den reibungslosen Geschäftsablauf in den Filialen gefährden. Als Geschäftsführer steht Bosselmann momentan unter immensem Druck – nicht verwunderlich, wenn nicht alles glatt läuft. Der folgende Shitstorm hat ihn sicherlich auch getroffen und einige Sympathiepunkte gekostet.

Fazit: Auch während der Corona Krise müssen Unternehmen in der Werbung auf Authentizität achten, jetzt wahrscheinlich noch mehr als sonst. Die Menschen sind verunsichert, viele bangen um ihre Existenz. Spots, die die Solidarität untereinander zeigen und fördern, sind kleine Momente des Wohlfühlens in dieser komischen, ungewissen Zeit.

Planemob: Witzige Werbung die begeistert

Wieder einmal ein hervorragendes Beispiel für virales Marketing:
Enorm witzig, mutig und frech und wen spricht die Billigflieger-Familie nicht an?

Germanwings hat mit dieser mutigen Kampagne viel Aufsehen erregt und auch Zuspruch gewonnen, das zeigen über 290.000 Aufrufe auf Youtube und zahlreiche Kommentare. Die Kosten für Pappschilder, Handkamera und Billig-Flugtickets liegen im untersten Low-Budget Bereich, der Effekt ist unbezahlbar, und ein erfolgreiches Kontern von Konkurrent easyjet nahezu unmöglich.

Und der Name Planemob rundet die Kampagne ab, trendy, kurz, aussagekräftig und bleibt sicher im Gedächtnis.

Banner außer Rand und Band

Einige gute Ideen bezüglich Gestaltung von Werbeformaten haben wir für Sie herausgesucht. Lassen Sie sich inspirieren:

Synchronisierte Bannerwerbung

Zu innovativen Produkten gehört auch innovative Bannerwerbung: Das zeigt das Beispiel von Apple. Der synchronisierte Ablauf der beiden Bannerelemente wurde auf Seiten wie CNN, The Wall Street Journal, und Pitchfork geschaltet.

Aufbau einer Youtube-Story

Mit der Möglichkeit innerhalb von YouTube-Videos Links anzuklicken spielte die Video-Kampagne von Samsung. Eine Geschichte zieht sich über mehrere Videos hinweg – der Nutzer kann dabei selbst entscheiden, wie die Story weiter verläuft. Starten Sie gleich hier:  http://www.youtube.com/watch?v=HoOCiaxIZF4

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Wenn Werbung ins Webdesign eingreift

Eine interessante Art und Weise die Webseite an sich in die Werbung mit einzubeziehen hat die Kriminal-TV-Serie „Braquo“ geschaffen.

Die gezeigten Werbeformen schaffen es in Zeiten von Bannerblindheit sicherlich Aufmerksamkeit zu erregen. Die Kunst dabei ist, sich die Mechanismen der Online-Welt zu Nutze zu machen und gleichzeitig die Regeln zu durchbrechen – mit dem Resultat der verbesserten Werbewirkung.

Bilder: Die Körpersprache der Website

„Bilder sagen mehr als tausend Worte“ – auch wenn dieses Sprichwort schon etwas verbraucht erscheint: Für die Online-Welt stimmt nichts mehr als das. Immer mehr Webseiten setzen auf großflächige Bilder– sei es als Hintergrund oder integriert in Slidern- und sind teilweise sogar komplett auf Fotografien aufgebaut, mit dem Ziel Emotionen zu wecken.

Ich möchte sogar soweit gehen und sagen, dass die Bildwelt einer Webseite dessen Aussagekraft maßgeblich beeinflusst, und das gesamte Webdesign an sich maßgeblich bestimmt. Das Design des „Website-Gerüsts“ (also Aussehen und Platzierung von Navigation und Inhaltselementen) spielt eine weniger wichtige Rolle und kann gegenüber den verwendeten Bildern als untergeordnet betrachtet werden. So kann aber auch eine fade und statische Bildwelt das Webdesign regelrecht zunichte machen – und zusätzlich im Gegensatz zu den Werbeaussagen stehen.

Nehmen Sie einem Unternehmen eine hohe Serviceorientierung ab, wenn der Servicemitarbeiter mit verschränkten Armen vor Ihnen steht und womöglich noch grimmig dreinschaut? Eben! Genauso glaube ich nicht an die hohe Innovationskraft eines Unternehmens, wenn mir kleine, statische, gestellte Bilder von Anno dazumal auf ihrer Webseite entgegenspringen.

Das Webdesign und ganz besonders die Bildwelt müssen der Positionierung der Marke entsprechen. Der neue Trend heißt hier: Einfachheit, wie ein Trend-Report von Getty Images aufzeigt (Bericht auf fotografr.de):

ScreenShot020Foto: Getty Images/Flickr/ Nina Monkkonen/85155531

Dieser Mini MAP Report bietet wertvolle Einsicht in die visuellen Trends, die den Look der Massenkommunikation verändern werden. Das weltweit aktive Creative Research Team von Getty Images hat seit Beginn des Wirtschaftsabschwungs Hunderte von Werbekampagnen aus allen Teilen der Welt untersucht und die Ergebnisse in dieser Studie zusammengefasst. Der Report zeigt Trends auf, die keine vorübergehenden Modeerscheinungen, sondern langfristige Entwicklungen sind, und kann so allen Nutzern von Bildmaterial als praktische Hilfestellung bei der Schaffung visueller Kommunikation dienen.

Machen Sie sich daher vor dem Relaunch über eine zur Positionierung passende Bilderwelt Gedanken. Sie ist die Körpersprache Ihrer Website – und die spricht ja bekanntlich auch mehr als tausend Worte.

Inspirationsquellen:

Getty Images – Stock Fotografie

Smashing Magazin – Übersicht über 40 Online Fotografie Magazine

Fokussiert – Fotografie-Blog

Gedanken-Hygiene

OK, ich gebe zu: der Titel dieses Blog-Eintrags klingt ungewohnt. Anders, als alle anderen Headlines. Und eigentlich geht es ja auch nur um ein Versprechen, das es noch einzulösen gilt.

Doch der Reihe nach: In meinem letzten Blog-Beitrag hatte ich von dem Creative Leaders´ Day in Stuttgart berichtet. Viele bekannte Menschen aus Politik, Wirtschaft und der Kreativ-Szene hatten sich einen Tag lang darüber ausgetauscht, wie man mit Kreativität aus der Krise kommt.

Obwohl alles namhafte Referenten waren, hatten sie für mich alle etwas gemeinsam: Sie haben mit oberflächlichen Ideen versucht, Impulse zu geben. Oder anders ausgedrückt: Sie haben nur das Äußere beschrieben. Damit meine ich, dass es um Strategien ging, wie man aus der Krise kommt. Zum Beispiel durch Innovation, durch Vernetzung oder durch eine bessere Kommunikation.

Ich bezweifle gar nicht, dass da viel Wahres dabei ist. Ich meine aber, dass KEINER der Redner auf den eigentlichen Kern eingegangen ist: die Gedanken, die Einstellung eines Menschen. Und das ist meiner Ansicht nach das zentrale Thema in einer schwierigen Situation!

Wenn ich mit einer Untergangsstimmung durch die Welt spaziere, wie will ich dann innovativ sein oder besser kommunizieren? Wie will ich kreative Ideen entwickeln, andere Menschen motivieren und Kunden begeistern?

visionärin

Was heißt Gedanken-Hygiene?
Gedanken-Hygiene heißt für mich, dass man zunächst mal seinen Gedanken mehr Aufmerksamkeit schenkt, sich bewusst mit ihnen befasst. Und es heißt, dass man versucht, negative Gedanken in Positive zu drehen.

Beispiel: Hat man eine größere Aufgabe zu meistern, denken viele Menschen oft an das, was schief gehen könnte. Besser ist es m.E., dass man sich darauf konzentriert, welche Chancen und schönen Dinge damit verbunden sind – was dazu führt, dass man viel optimistischer an die Aufgabe geht und sie daher sicher auch erfolgreicher abschließt.

Das macht aber natürlich nur für Menschen Sinn, die offen dafür sind und glauben, dass sich Gedanken – ganz gleich ob positiv oder negativ – auch auf mein reales Leben auswirken (siehe Beispiele „Wie will ich innovativ sein oder begeistern, wenn ich mit einer Untergangsstimmung durch die Welt spaziere“).

Daher bin ich davon überzeugt, dass man zunächst auf sich und seine Gedanken/Einstellung achten sollte. Und sich anschließend mit voller Leidenschaft der Innovation, der Vernetzung oder der besseren Kommunikation widmen kann.