Schlagwort-Archiv: Website

Vergleich der Websites aller Parteien im Bundestag

Der große Parteien Website Check 2021

1. Worum geht es beim Parteien Website Check?

Die Bundestagswahl 2021 steht vor der Tür. Die wichtigste Frage dabei natürlich: Wer wird Nachfolger:in von Angela Merkel? Die CDU-Politikerin ist seit 2005 Amt – damals waren Smartphones, Websites und mobiles Internet bei weitem noch nicht so verbreitet wie heute. Der Kampf um Wählerstimmen spielt sich nicht nur bei Veranstaltungen und auf Wahlplakaten ab, sondern natürlich auch im Internet. Eine aussagekräftige Website ist daher das A und O. Wir haben die Websites der Parteien im Bundestag auf Herz und Nieren geprüft und in folgenden Bereichen bewertet:

  • Navigation
  • Conversion
  • Zielgruppen
  • Design
  • Joy of Use
  • Inhalt

Bei der möglichst sachlichen Analyse ging es nicht um persönliche Präferenzen im Design, sondern darum, wie die einzelnen Bereiche für die Partei-Website und Nutzer:innen funktionieren. Jede einzelne Kategorie wurden mit Punkten von 1-10 bewertet, wobei 10 das Maximum darstellt. So konnte aus User Experience Sicht festgestellt werden, welche Webseiten besser funktionieren als andere.

Unabhängig von der UX-seitigen Prüfung der Webseiten wurden die Seiten auch auf das Thema der Bundestagswahl hin bewertet.
Kommunizieren die Parteien ihre Ziele und Vorhaben deutlich auf den Webseiten?
Werden Nutzer:innen abgeholt mit den Inhalten?
Werden wichtige Informationen verständlich und schnell vermittelt?

All diese Bereiche und Fragen flossen in die Bewertungen der einzelnen Seiten mit ein. Im folgenden fassen wir die Ergebnisse des Parteien Website Check kurz zusammen.

Sie möchten gerne den vollständigen Parteien Website Check als Download erhalten? Dann füllen Sie bitte am Seitenende das Formular aus. Anschließend schicken wir Ihnen den Parteien Website Check 2021 gerne als PDF zu.

2. Die CDU Website

2.1 Die Übersicht

Die Website der CDU
Die Website der CDU

2.2. Navigation

Das Menü ist an sich sinnvoll und kompakt gehalten, allerdings gibt es Abstriche bei der Sichtbarkeit des CDU-Wahlprogramms. Weniger nutzerfreundlich ist auch die Menüführung, da alle Unterseiten der zweiten Menübene nur zufällig erreicht werden können. Minuspunkte gibt es zudem für die Farbwahl des Menüs, da es durch den farbverlauf teilweise schlecht lesbar ist.

2.3 Conversion

Es gibt keinen Newsletter, worüber Nutzer:innen über aktuelle Themen der CDU informiert werden können. Für Anfragen gibt es ein Kontaktformular, dass aber unnötigerweise auf mehrere Schritte aufgeteilt ist und viele Daten abfragt, die in einer Standard-Kontaktanfrage unnötig sind. Das lässt die Kontaktaufnahme komplizierter erscheinen, als sie ist.
Zum Herunterladen von weiteren Informationen werden Downloads auf den Detailseiten am Ende der Seite platziert. Teilweise werden sie auch nur als unterstrichener Text im Fließtext dargestellt, was nicht wirklich zu erkennen ist.

2.4 Zielgruppen

Die Nutzerführung über die Navigation der CDU-Website ist nicht ideal, da nur die erste Menüebene abgebildet ist. Die meiste Navigation passiert über die Artikel, wobei die einzelnen Seiten besser vernetzt sein könnten. Da die klassischen CDU-Wähler tendenziell älter sind, könnte die Website mit der Menge an Inhalten und Bewegtbild eher abschrecken.

2.5 Design

Das Design wirkt modern und durch die vielen Bilder und Videos auch emotional ansprechend. Durch die vielen sich bewegende Elemente ist der erste Eindruck etwas überfordernd. Insgesamt macht das Design einen guten Eindruck, die Startseite lädt dazu ein ins Detail zu gehen. Auf den Detailseiten wird es jedoch schnell langweilig, da Nutzer:innen immer wieder auf dieselben Seiten gelenkt werden und die einzelnen Inhaltsseiten sich nur textlich unterscheiden.
Die Bildsprache der CDU-Website ist im Ganzen betrachtet einheitlich, passen zur Marke und sind im Einklang mit dem Text. Allerdings wirken die Personenportraits sehr steif und unecht.

2.6 Joy of Use

Es gibt interaktive Elemente auf der Website, wie eine Pinnwand und einige Kartenelemente. Das macht die Website spannender. Mehr erklärende Videos im Content wären gut.
Die vielen animierten Elemente machen die CDU-Website lebhafter, sind aber teilweise nicht optimal platziert, sodass sie vom Inhalt ablenken. Es gibt Hover-Effekte und Microinteractions, allerdings nicht bei allen Elementen.

2.7 Inhalt

Alle Inhalte werden schnell geladen, was eine reibungslose Nutzung gewährleistet. Auf der Startseite wird leider nur mit dem Logo wirklich klar, dass es sich um die Website der CDU handelt. Die Inhalte sind aktuell und treffen die Erwartungen an die Seite.

3. Die SPD Website

Die Website der SPD
Die Website der SPD

3.1 Die Übersicht

3.2 Navigation

Das Menü der SPD-Website ist kompakt mit wenigen Hauptmenüpunkten und bietet damit eine schnelle Übersicht. Das Programm steht als vermeintlich wichtigster Punkt an erster Stelle. Leider gibt es auch bei diesem Menü kein Flyout. Entsprechend sind detailliertere Themen über das Menü nicht zu erkennen, sondern erst über die Verteilerseiten. Nutzer:innen müssen eigenständig über die einzelnen Detailseiten zu den einzelnen Themen finden. Das Design der Navigation ist durchschnittlich. Die Navigationspunkte sind auf einer weißen Hintergrundfläche platziert, sodass die Lesbarkeit immer gewährleistet ist.

3.3 Conversion

Es gibt keinen richtigen SPD-Newsletter, um sich auf dem Laufenden zu halten, sondern lediglich einen Telegram-Channel sowie Social-Media-Kanäle.
Es gibt unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten und auch ein Formular. Ansprechpartner der SPD werden keine dargestellt, nur der Parteivorstand ganz allgemein. Das Kontaktformular ist durch die vielen fetten Linien etwas unübersichtlich. Die Markierungen der Felder ist sehr verwirrend, da klassischerweise die Pflichtfelder gekennzeichnet werden. Hier ist es jedoch genau andersherum und die optionalen Felder sind gekennzeichnet.

3.4 Zielgruppen

Die Nutzerführung ist mangelhaft, da sich Nutezr:innen nur anhand von Detailseiten weiterklicken können. Ein Flyout oder zumindest eine Übersicht der Detailseiten wäre sinnvoll.
Die typischen Nutzerszenarien sind abgedeckt durch das Parteiprogramm, Mitglied werden, Pressekontakt etc.
Die Zielgruppe findet sich in der Website kaum wieder. Die Gestaltung ist sehr plakativ, allerdings extrem textlastig. Das dürfte keiner Zielgruppe der SPD wirklich gut gefallen.

3.5 Design

Die SPD-Website ist sehr plakativ und an sich optisch auch ansprechend, allerdings ist das Rot zu extrem. Es gibt sehr Bilder, wovon die meisten Olaf Scholz portraitieren. Das Wahlprogramm wird immer wieder prominent hervorgehoben. Das Rot könnte kreativer eingesetzt werden, um die Masse zu vermeiden.
Der erste Eindruck der SPD-Website ist grundsätzlich nicht schlecht, aber leicht überfordernd. Es gibt extrem viele rote Flächen, sehr viele Buttons, dazwischen auch noch Bilder und Text.
Es gibt einige eigene Schwarz-Weiß-Bilder, die sich mit vielen Stockbildern durchmischen. Dadurch wirkt die Bildwelt nicht einheitlich. Zudem sind einige Texte leider viel zu lang.

3.6 Joy of Use

Es gibt einige Scroll-Interaktionen auf der Seite, was die Nutzung insgesamt spannender macht. Durch Popups werden wichtige Inhalte angeteasert, die aber nach mehrmaligem Aufrufen der Seite eher störend sind. Weitere interaktive Elemente oder Microinteractions gibt es nicht.

3.7 Inhalt

Durch das Logo in Bild- und Textform wird direkt klar, dass es um Politik geht. Ansonsten gibt es keinen allgemeinen Einstieg in die SPD, sondern direkt einen Themeneinstieg. Die Übersichtsseiten sind ausgeglichen mit Text und Bild gefüllt. Die Detailseiten jedoch sind geprägt von Textwüsten. Dabei wurden augenscheinlich Print-Dokumente 1:1 ins Web übertragen. Die Inhalte der Seite sind aktuell.

4. Die Grüne Website

Die Website der Grünen
Die Website der Grünen

4.1   Die Übersicht

4.2   Navigation

Das Menü ist reduziert auf wenige Menüpunkte. Das Programm als erster Menüpunkt ist gut platziert. Eine Art CTA stellt der Punkt „Aktiv werden“ dar, da er separiert und hervorgehoben ist. Dieser Punkt steht immer im Vordergrund und sticht durch die Farbgebung hervor.

Auf der Startseite gibt es keinen Slider, dafür ein Headerbereich mit großem Bild und CTA zu Informationen zur Bundestagswahl, sodass Nutzer:innen hier direkt zum wichtigsten Thema abgeholt werden.

4.3   Conversion

Ein direkter Link zur Newsletter-Anmeldung befindet sich klein im Footer. Auf der Startseite der Grünen-Website gibt es zwei Anmeldeformulare – eins für den Wahlkampf und eins für eine Spende. Es werden keine Vorteile für den Newsletter kommuniziert, sondern nur, dass allgemeine Updates zu erwarten sind. Entsprechend können keine individuellen Inhalte ausgespielt werden.

Das Formular ist an sich nutzerfreundlich, durch den Datenschutz-Text allerdings sehr lang. Es gibt leider kein Kontaktformular, sondern nur allgemeine Kontakte mit E-Mails-Adresse, Telefonnummer, Adresse und Fax. Alle einzeln dargestellten Personen sind mit kompletten Kontaktdaten sowie Social-Media-Verlinkungen dargestellt.

4.4   Zielgruppen

Die Nutzerführung geschieht hauptsächlich über die Detailseiten. Diese sind teilweise sehr lang, wodurch die weiterführenden Teaser sehr weit unten auf der Seite sind. Es gibt keine Ankernavigation auf der Seite, um direkt zu bestimmten Themen springen zu können. Auf den Detailseiten werden nicht immer weiterführende Teaser angeboten, sodass Nutzer:innen in Sackgassen landen.

Die tendenziell jüngere Zielgruppe der Grünen kann sich teilweise wiederfinden. Zwar sind die Themenbereiche gut dargestellt, allerdings sollten es deutlich weniger Textwüsten sein, damit die Inhalte schneller überflogen werden können (Bilder, Icons, Stichworte wären gut).

4.5   Design

Die Übersichtsseiten sind gut gestaltet, die Detailseiten optimierungsbedürftig. Das CD der Grünen wurde für die Website modern interpretiert, was insgesamt sehr stimmig wirkt. Der erste Eindruck der Seite ist insgesamt gut, nur das Grün über den Bildern wirkt nicht gesund.

Die Bildsprache ist zum Großteil einheitlich und stimmig mit einem guten Mix aus Illustrationen und Fotografien. Durch diese Mischung wirkt die Seite deutlich jünger. Die Schriftgrößen sind gut gewählt, nur einige Headlines sind zu groß.

4.6   Joy of Use

Es gibt keine interaktiven Elemente. Zumindest ein Kartenmodul zur Ansicht der lokalen Grünen-Parteigruppen wäre nett. Es sind keine Microinteractions vorhanden, aber zumindest fast immer Hovereffekte.

4.7   Inhalt

Beim ersten Blick auf die Seite ist an der Farbe zu vermuten um welche Partei es handelt. Eine richtige „Aufklärung darüber, um welches Thema, welche Partei es sich handelt, gibt es nicht.

Insgesamt gibt es inhaltlich zu viele sehr lange Texte, was sich nicht gut lesen lässt. Diese Texte sind immerhin durch Headlines und Absätze unterteilt. Es gibt einige aktuelle Inhalte wie News und Presseartikel.

5. Die FDP Website

Die Website der FDP
Die Website der FDP

5.1   Die Übersicht

5.2   Navigation

Das Menü hat im Vergleich mehr Hauptmenüpunkte, ist aber trotzdem sehr übersichtlich. Die Hauptmenüpunkte lassen sich nicht klicken, nur die im Flyout stehenden Unterseiten. Das Flyout funktioniert gut und auch die Anzahl der Unterseiten ist weder zu viel noch zu wenig.

Die Menüleiste der FDP-Website ist an bekannter Stelle oben platziert, ebenfalls sticky und hat einen weißen Hintergrund, sodass die Lesbarkeit immer gegeben ist. Es gibt auf den Detailseiten keine Breadcrumb zur Orientierung.  

5.3   Conversion

Die Newsletter-Anmeldung ist per Link im Footer platziert. Zusätzlich dazu gibt es ein großzügig platziertes Formular auf einiges Seiten. Das Formular ist reduziert mit nur einer Pflichtangabe, der E-Mail-Adresse. Wozu die Handynummer abgefragt wird, ist fraglich. Der Datenschutz ist hier nicht anzuhaken, sondern wird automatisch vorausgesetzt.

Es gibt kein Kontaktformular, nur allgemeine Kontaktinformationen mit E-Mails-Adresse und Postanschrift, sowie den einzelnen Anschriften der Landesverbände. Beim Pressekontakt sind einige FDP-Ansprechpartner dargestellt mit allen nötigen Kontaktinformationen.

5.4   Zielgruppen

Nutzer:innen werden unabhängig von der Navigation über Teaser auf den Detailseiten weitergeleitet. Die Auswahl dabei ist manchmal zu groß, manchmal gibt es aber auch gar keine Weiterleitung und damit eine Sackgasse. Die typischen Nutzerszenarien sind abgedeckt, wobei kein Austausch oder Interaktion mit Nutzer:innen stattfindet.

5.5   Design

Die FDP-Seite ist insgesamt optisch ansprechend, wobei die Detailseiten sehr textlastig sind. Das CD wurden für die Website berücksichtigt und modern interpretiert. Die Elemente wirken insgesamt stimmig und der erste Eindruck lädt zum Weiterklicken ein.

Die Bildsprache ist nicht einheitlich. Es gibt Schwarz-Weiß-Bilder, die sehr dramatisch wirken und dazu farbige eher harmonisch wirkende Bilder. Das wirkt insgesamt eher weniger passend.

Die Schriftgrößen sind gut gewählt, teilweise gibt es aber zu viel Text und an anderen Stellen gibt es zu wenig Inhalte, bzw. die Inhalte werden in Akkordeons versteckt.

5.6   Joy of Use

Es gibt keine interaktiven Elemente, außer Tabs und Akkordeon. Microinteraktions sind nicht vorhanden und auch Hovereffekte gibt es nicht überall. Dadurch sind klickbare Elemente nicht unbedingt zu erkennen.

5.7   Inhalt

Das Logo ist auf der FDP-Startseite in der Navigationsleiste präsent. Sonst gibt es keine Hinweise auf die Partei, das Thema oder die Schwerpunkte. Die Texte sind insgesamt zu lang. Die Kernthemen werden optisch hervorgehoben, konkurrieren optisch aber mit den allgemeinen Themen, sodass Nutzer:innen vielleicht nicht direkt auf die Forderungen/Kernthemen kommen.

Es gibt aktuelle Inhalte wie News der FDP, die aber eher versteckt sind, da sie nicht über das Menü aufzufinden sind.

6. Die Linke Website

Die Website der Linke
Die Website der Linke

6.1   Die Übersicht

6.2   Navigation

Das Menü ist an sich sinnvoll und kompakt gehalten. Der Menüpunkt Wahlen steht an erster Stelle und enthält als Unterpunkt das Wahlprogramm, was in diesem Wahljahr sehr sinnvoll ist. Das Flyout ist versteckt hinter einem Hamburger-Menü, dass sich oben rechts einblendet beim Runterscrollen. Im Footer findet man zudem eine Sitemap, die einen guten Gesamtüberblick über die Webseite liefert. Die Hierarchie der Seiten könnte hier jedoch besser visualisiert werden. Durch die gleiche Schriftgröße ist die Linke-Website nicht scannbar.   

6.3   Conversion

Es gibt einen Newsletter, über den sich die Nutzer:innen über aktuelle Themen und die Linke allgemein informieren können. Auf der Startseite und den Folgeseiten wird der Newsletter mit verschiedenen Teasern beworben, dabei werden die Vorteile kommuniziert. Die Anmeldung ist sehr einfach und reduziert. Leider ist der Newsletter nicht auf die Interessen der Nutzer:innen individuell anpassbar.

Für Anfragen gibt es ein Kontaktformular, sowie den Kontakt zur allgemeinen Pressestelle der Linken. Zudem gibt es im Footer einige Telelfon-Hotlines wie Bürgerdialog oder Mitgliedsfragen. Das Kontaktformular ist übersichtlich, könnte noch weiter reduziert werden. Leider gibt es nahezu keine Mitarbeiterbilder, was mehr Vertrauen und Nähe schaffen könnte.

6.4   Zielgruppen

Die Nutzerführung über die Navigation und das Hamburger Flyout ist gut. Eine weitere Nutzerführung findet über die Artikel statt, wobei die einzelnen Seiten besser vernetzt sein könnten. Durch auffällige Teaser wie „die Linke fordert“ werden die Forderungen der Partei deutlich auf zahlreichen Seiten kommuniziert. Das grenzt die Linke klar von ihren Wettbewerbern ab und hilft den Nutzer:innen sich zu entscheiden. Somit schafft es die Linke besonders gut auf die typischen Bedürfnisse der Wähler:innen einzugehen.

Die Bildsprache zeigt zahlreiche Bilder von aktiven Mitgliedern. Dies entspricht der Zielgruppe der Partei und vermittelt ein authentisches Bild und Vertrauen. Die Webseite ist in einem schlichten, modernen und zeitlosen Stil dargestellt, das sowohl ältere als auch jüngere Zielgruppen gleichermaßen anspricht.

6.5   Design

Das Design wirkt modern, ansprechend und einfach. Das Rot als Akzentfarbe überwiegt, wird jedoch gut kombiniert mit anderen Farbtönen aus dem Corporate Design. Dadurch wirkt das Design sehr abwechslungsreich. Die Linke-Seite spricht mit ihren abwechslungsreichen Modulen und nutzerorientierten Content-Aufbereitung eine breite Zielgruppe von jung bis alt an. Die ansprechende Darstellung schafft es die Lesezeit auf den Detailseiten zu erhöhen.

Die Bildsprache zeigt viele aktive Mitglieder. Die Bilder sind harmonisch, vielfältig und authentisch. Der Nutzer erhält einen positiven Eindruck von den Mitgliedern. Die Headlines und Texte sind alle gut lesbar. Die Detailseiten werden gut unterteilt mit Unterüberschriften und hilfreichen Teaser-Elementen.

6.6   Joy of Use

Die Joy of Use reduziert sich bei der Webseite auf das Design, die Teaser und die Bilder. Interaktive Elemente, Animationen oder Scroll-Effekte gibt es nicht. Davon könnte es mehr geben. Interaktive Karten wären hilfreich für die Darstellung der Wahltour oder des Bundesausschusses. Hier wurden stattdessen einfache Akkordeons oder Filter verwendet.

6.7   Inhalt

Alle Inhalte werden schnell geladen, was eine reibungslose Nutzung gewährleistet. Auf der Startseite wird durch das Logo, die Spitzenkandidaten und zahlreiche Kampagnen-Teaser deutlich, um welche Partei es sich handelt.

Die Detailseiten sind sehr nutzerorientiert aufbereitet. Die Forderungen der Linken werden bei jedem Thema deutlich herausgestellt. Die Texte scheinen speziell für das Medium Web aufbereitet worden zu sein. Dieses verlängert die Lesezeit der Nutzer:innen vornehmlich. Die Inhalte sind aktuell und treffen die Erwartungen an die Seite.

7. Die AfD Website

Die Website der AfD
Die Website der AfD

7.1   Die Übersicht

7.2   Navigation

Das Menü ist übersichtlich mit sechs Hauptmenüpunkten. Durch das einfache Flyout erhalten die Nutzer:innen einen guten Überblick über die Unterseiten der zweiten Ebene. Weitere Unterseiten sind durch die Übersichtsseiten und Teaser erreichbar. Einige Begriffe in der Navigation ähneln sich sehr, teilweise gibt es Doppelungen, die vermieden werden könnten.

Die Hauptnavigation ist sticky auf blauem Hintergrund. Die Lesbarkeit und Schriftgröße ist gut gewählt. Die Hover-Effekte animieren zum Klicken. Das AfD-Logo ist sehr prominent oben links platziert. Der Headerslider bietet zwar einen ersten Einblick in die Fokusthemen, wirkt aber unübersichtlich und überladen. Die viele Bewegung durch den Zoom-Effekt und der Wechsel der Slides bringen Unruhe in die Seite.

7.3   Conversion

Der AfD-Newsletter wird nicht prominent im Footer oder in den Teasern beworben. Man findet ihn leider erst über die Suche. Der Mehrwert für die Anmeldung wird nicht kommuniziert. Das Anmeldeformular ist sehr kompakt gehalten mit den nötigsten Formularfeldern. Es gibt keine Kennzeichnung von Pflichtfeldern. Dies wird leider erst bei der Fehlereingabe deutlich. 

Es gibt unterschiedliche Kontaktmöglichkeiten, wie ein kompaktes Kontaktformular, eine Deutschlandkarte mit direktem Link zu den AfD-Landesverbänden-Webseiten, Telefonnummern mit Sprechzeiten und allgemeine Kontaktdaten. Ansprechpartner werden keine dargestellt, nur der Parteivorstand ganz allgemein.

7.4   Zielgruppen

Die Nutzerführung ist teilweise mangelhaft, da sich viele Unterseiten doppeln oder thematisch ähneln. Hier könnten Inhalte besser zusammengefasst werden, und der Fokus auf eine klare eindeutige Nutzerführung gelegt werden.

Der gesamte Content der Webseite hat einen klaren Fokus auf Parteiziele und bedient die nutzerorientierten Szenarien oftmals nur mit der Verlinkung PDFs, teilweise auch gar nicht.  Die Zielgruppe findet sich in der Webseite nur bedingt wieder. Zwar entsprechen die Bildwelten häufig den Parteiplakaten und vermitteln ein einheitliches Bild, es könnten jedoch mehr Bilder von AfD-Mitgliedern dargestellt werden. Somit bleibt der Eindruck zwar professionell, jedoch etwas unnahbar und inszeniert.

7.5   Design

Die AfD-Website ist sehr plakativ und an sich optisch ansprechend. Der Inhalt wirkt manchmal schnell überfordernd durch die zahlreichen Headlines und Texte auf den Bildern. Die Bilder, vor allem die Plakatmotive sind hochwertig und wecken Emotionen. Die Bildauswahl ist harmonisch, wirkt durch die ähnliche Darstellung von Einzelpersonen auf Dauer aber langweilig und inszeniert. Hier wäre mehr Authentizität sinnvoll.

Die Textlängen sind häufig eher kurzgehalten. Es könnte an einigen Stellen mehr erklärenden Text zu den Downloads geben, um nicht nur Print-Content abzubilden. Unter Programm gibt es häufig lange Absätze und Textwüsten, da der Print-Content unverändert als Text abgebildet ist. 

7.6   Joy of Use

Es gibt einige wenige Scroll-Animationen auf der Startseite, was jedoch nicht besonders auffällt. Auf der Startseite gibt es einen Wahl-Countdown, der automatisch runterzählt.  Die Animation im Header-Teaser, sowie der Wechsel der einzelnen Slides ist eher überfordernd und hektisch. Zoom-Hovereffekte auf einzelnen Teasern sind ansprechend jedoch nicht einheitlich gehalten.

7.7 Inhalt

Durch das Logo in Bild- und Textform wird direkt klar, um welche Partei es sich handelt. Der Einstieg auf der Webseite läuft ansonsten über die Themen und das AfD-Wahlprogramm.

Die Startseite wird schnell geladen. Bei den Unterseiten sind die Ladezeiten vor allem durch die häufigen Download-Teaser zu lang und sollten optimiert werden. Die inhaltliche Darstellung auf den Unterseiten ist optimierungsbedürftig. Häufig wird der Inhalt als PDF oder Download dargestellt. Eine inhaltliche Zusammenfassung würde den Nutzer:innen helfen. Die Inhalte der AfD-Seite sind aktuell.

8. Zusammenfassung

Übersicht aller Parteien Websites. Grafik: MOSAIQ GmbH
Fakt ist: Keine der Seiten sticht positiv heraus, da alle Seiten positive und negative Aspekte haben. Betrachtet man aber nur das Design, so ist die Seite der SPD am unattraktivsten, da das Rot zu dominant eingesetzt wird. Gefolgt von dem Design der AfD, dass durch ähnliche Elemente überladen wirkt und auf den Unterseiten eher langweilig ist.

Die Seiten der FDP und Grüne sind im Design etwas reduzierter, dadurch angenehm schlicht, ohne dabei langweilig zu wirken. Auf der CDU-Seite bewegt sich viel, was vom eigentlichen Inhalt eher ablenkt. Aus Nutzer:innensicht gibt es keine Seite, die schlecht zu benutzen war. Was aufgefallen ist: Die Kanzlerkandidat:innen werden bei allen Seiten sehr in den Vordergrund gerückt. Das Programm zur Wahl ist bei einigen Seiten aber leider eher weniger im Fokus. Die Linke stellt auf den Unterseiten die Forderungen und Lösungen zum Wahlprogramm am besten dar.

Hier zeigt sich auch, dass eine spezielle Aufbereitung des Inhalts für Online-Medien einen klaren Vorteil für die Verweildauer bietet.

 

Anfrage für den vollständigen Parteien Website Check:

Hinweise zu unserem Datenschutz

Glassmorphism – Der Trend 2021

Glassmorphism ist einer der digitalen Design-Trends 2021 und wird schon viel genutzt. Wobei der ursprüngliche Effekt gar nicht so neu ist. Apple nutzt diesen Effekt beispielsweise bei einigen Geräten schon länger im Einstellungs-Menü.

https://support.apple.com/de-de/HT210380
Apple nutzt Glassmorphism, Quelle: https://support.apple.com/de-de/HT210380

Der Effekt wird meist auf größere Flächen angewendet und soll Fenster, genauer gesagt Milchglas-Fenster imitieren. Es werden häufig weiße Fläche mit einer Transparenz dargestellt sowie einem Weichzeichner, der den Hintergrund verschwommen durchblicken lässt. Der Hintergrund sieht bei richtiger Anwendung durch diesen Effekt viel entfernter aus als das Objekt mit dem Glassmorphism-Effekt im Vordergrund, sodass eine Mehrdimensionalität entsteht. Dadurch rückt das Objekt im Vordergrund verstärkt in den Fokus und das Sichtfeld des Nutzers. So können Inhalte bewusst und doch dezent hervorgehoben werden.

Um den Effekt zu verstärken werden im Hintergrund häufig Elemente mit kräftigen Farben oder Farbverläufen genutzt. Befindet sich im Hintergrund lediglich ein Farbverlauf, der keinen inhaltlichen Mehrwert bietet, kann eine Fläche mit dem Glassmorphism-Effekt einen Text hervorheben und trotzdem mit dem Hintergrund verschmelzen lassen. Die Farbwelt wird dadurch nicht durch starke Kontraste gebrochen und es entsteht ein einheitliches Bild.

Weiteren grafischen Spielraum bietet die Nutzung von Schatten. Der Effekt der Mehrdimensionalität kann mit dem richtigen Einsatz von Schatten die optische Trennung von Vorder- und Hintergrund weiter ausbauen.

Um bei Elementen mit dem Glassmorphism-Effekt noch mehr die Assoziation von Fenstern hervorzurufen, können auch schmale Konturen bei dem entsprechenden Objekt genutzt werden.

Ein Beispiel für Glassmorphism finden Sie auf bock.de

Insgesamt bietet dieser Effekt also viele Möglichkeiten in der grafischen Umsetzung. Der Trend eignet sich sehr gut als Hintergrund für Textflächen, um diese hervorzuheben aber optisch nicht vom Design zu sehr zu trennen. Ebenfalls für grafisch dekorative Elemente ist der Effekt gut geeignet, jedoch sollte sparsam damit umgegangen werden. Sind alle grafischen Elemente mit diesem Effekt versehen, kann das Design schnell überladen wirken.

Glassmorphism bei Bock

Das sollten Sie beachten

Durch die meist hohe Transparenz der Elemente mit dem Glassmorphism-Effekt sind hohe Kontraste bei einem dunklen oder auch unruhigen Hintergrund nur bedingt gegeben. Die Lesbarkeit der Texte im Vordergrund kann entsprechend eingeschränkt sein. Aus diesem Grund ist der Effekt nicht unbedingt barrierefrei zugänglich. Webseiten, die barrierefrei sein müssen, sollten auf diesen Effekt daher eher verzichten.

Ein weiteres Problem, das mit diesem Effekt einhergeht, ist aktuell noch die Ausspielung in einigen Browsern. Einige Browser wie Edge, Firefox, Opera und Safari unterstützen den Glassmorphism-Effekt – mit Internet Explorer und Firefox für Android ist der Effekt aber noch nicht kompatibel.

Insgesamt kann der Glassmorphism-Effekt eine schöne gestalterische Ergänzung sein, sollte aber dezent eingesetzt werden, um ein Design nicht zu überlasten. Es ist eine schöne Abwechslung in Design zu rein transparenten Flächen oder dem Einsatz von vollflächigen Objekten in Verbindung mit Schatten. Glassmorphism ergänzt unser Designportfolio ohne größere Dominanz.

Kreative 404-Seiten

„404 Error – Page not Found“

oder „Fehler 404 – Seite nicht gefunden“ – diese Hinweise sind den meisten Internetnutzern vermutlich kein Fremdwort. Denn wer im Netz surft, kommt in der Regel nicht an den lästigen Fehlerseiten vorbei. Im Detail bedeutet der Code, dass die angefragte Seite nicht existiert und daher auch nicht ausgegeben werden kann. Grund hierfür sind zum einen falsch eingegebene URLs, aber zum anderen auch veraltete Links auf Seiten, die nicht mehr funktionieren.

Das Auftauchen derartiger 404-Seiten ist dabei häufig an Frust seitens des Nutzers gekoppelt, da der Fehler die Hoffnung auf eine gesuchte Information zunichtemacht. So klicken Nutzer oftmals lieber auf „Zurück“ und stellen eine erneute Suchanfrage. Schlechte oder gar fehlende 404-Seiten wirken sich zudem negativ auf die Suchmaschinenoptimierung einer jeden Domain aus. Auch beeinträchtigen sie den Trust seitens Google zur Domain, was wiederum in einer verminderten Sichtbarkeit in den Google-Ergebnissen resultiert.

Was sind gute 404-Seiten?

Um dieser Tendenz entgegenzuwirken, sollten Fehlerseiten daher so aufgebaut sein, dass sie trotz der Fehlermeldung ein gutes Nutzererlebnis garantieren und dem Nutzer Hilfestellung für die weitere Suche bieten. Zudem ist es wichtig, dass die Fehlerseite nicht den Fehler repräsentiert, sondern auf die positiven Aspekte der Website hinweist und dem Nutzer dadurch ein positives Gefühl vermittelt. Als Faustregel gilt hier: Jedes negative Gefühl benötigt vier positive Gefühle, um wieder vergessen zu werden.

 

Was auf einer 404-Seite nicht fehlen darf

    1. Hinweis auf eine 404-Fehler
      Helfen Sie dem Nutzer bei der ersten Orientierung und machen Sie ihm deutlich, dass es sich bei der angezeigten Seite um eine Fehlerseite handelt. Auf die Wörter „404“ oder auch „Fehler“ sollte dabei verzichtet werden.
    2. Verlinktes Logo
      Das Einbinden und die Verlinkung des Logos auf die Startseite gehören bei Webseiten zum aktuellen Status quo und sollten daher auch nicht auf der Fehlerseite fehlen. Binden Sie folglich ihr Logo auf der Fehlerseite ein und verlinken sie dieses auf die Startseite. So hat der Nutzer die Möglichkeit den „Reset-Knopf“ zu drücken.
    3. Suchfunktion
      Um eine hohe Benutzerfreundlichkeit der Fehlerseite zu gewährleisten ist es zudem essentiell ein Suchfeld direkt auf der 404-Seite einzubinden. Der Nutzer hat so die Möglichkeit die Seite intern gezielt nach der gesuchten Information zu durchsuchen, ohne auf externe Suchmaschinen zurückgreifen zu müssen.
    4. Hauptnavigation
      Um dem Nutzer zudem auch auf der 404-Seite einen guten Überblick zu verschaffen, ist es sinnvoll, die Hauptnavigation dort zu integrieren. Optional kann auch ein Link zum Inhaltsverzeichnis bzw. zur Hauptnavigation gesetzt werden.
    5. Weiterführende Links
      404-Seiten sollten darüber hinaus weiterführende Links aufweisen, die den Nutzer auf wichtige Contentseiten der eigenen Website führen. So können Links auf interessante Blogbeiträge, Events oder den Newsbereich prominent auf der 404-Seite platziert werden. Die Fehlerseite rückt dabei in den Hintergrund und wird so nicht negativ wahrgenommen.
    6. Vorschläge
      Neben der Abbildung eines Suchfeldes sowie weiterführenden Links, ist es besonders nutzerfreundlich, wenn auf der 404-Seite auch Vorschläge für verwandte Themen platziert werden, sodass der Nutzer unter diesen eventuell auch bereits den gesuchten Begriff findet.
    7. Kontakt
      Um dem Nutzer auch auf einer 404-Seite das Gefühl von Service zu geben, ist es darüber hinaus ratsam auf die Kontaktseite zu verlinken oder beispielshalber ein eingebautes Kontaktformular zu hinterlegen, sodass der Nutzer direkt mit dem Unternehmen in Kontakt treten kann.

 

Beispiele für kreative 404-Seiten

Nutzerfreundliche 404-Seiten müssen jedoch nicht langweilig, trist oder wenig unterhaltsam daherkommen. So sind auch kreative, witzige und verspielte Lösungen denkbar. Diese laden zum Verbleib auf der Website ein und sorgen zudem dafür, dass die gesuchte Information letztendlich doch gefunden wird und die Nutzeranfrage zufriedenstellend beantwortet werden kann. Ob Start-up oder bekannte Marke – wir haben die sechs schönsten und außergewöhnlichsten Beispiele für Fehlerseiten im Folgenden zusammengefasst:

 

Beispiel 1: Airbnb

Bild 1 von 6

Ein schönes Beispiel für die kreative Umsetzung einer 404-Seite zeigt airbnb. Durch die Animation wird die eigentliche Fehlerseite aufgelockert. Zudem helfen die auf der linken Seite aufgeführten Links dem Nutzer sich zurechtzufinden. Zu beachten ist hier jedoch, dass die Links noch etwas prominenter auf der Seite positioniert werden sollten.

Tipp für den Website-Relaunch:

Achten Sie unbedingt darauf, dass nach dem Relaunch 301-Weiterleitungen für die  jeweiligen URLs eingerichtet werden, die nicht mehr existieren oder umbenannt wurden.

 

Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Möchten Sie mehr davon? Gerne beraten wir Sie individuell!

Internationalisierung: Organisations-Strukturen für internationales Marketing (Teil 1 von 3)

Exportnation Deutschland

Deutschland gehört seit Jahrzehnten zu den stärksten Exportnationen – getragen von vielen tausend erfolgreichen Unternehmen, die oft in ihrem Segment auch zu den Besten weltweit gehören. Oft findet Wachstum auch primär im Ausland statt, was die Wichtigkeit einer internationalen Präsenz noch einmal verstärkt.

Steigt seit Jahren an: Das jährliche Export-Volumen der deutschen Wirtschaft

Doch mit der Internationalisierung kommen die Fragezeichen: Welche Länder sind relevant? Landessprache oder Englisch? Alles übersetzen oder nur einen Teil? Soll die Betreuung der Märkte zentral oder dezentral erfolgen? Welche Domains werden benötigt und was müssen wir beachten, wenn wir unseren Onlineauftritt internationalisieren? Wie können wir am effizientesten übersetzen? Wer soll übersetzen? Die Aufzählung ließe sich lange fortführen.

In dieser Artikelserie widmen wir uns daher den folgenden Kernthemen, die in der Praxis besonders relevant sind: Wie erfolgt die Betreuung (zentrale vs. dezentrale Organisationsstruktur – Teil 1), welche Domains werden kommuniziert (Vor- und Nachteile unterschiedlicher Domainstrategien – Teil 2)  und was muss bei einer Internationalisierung der Website beachten werden (Checkliste mit wichtigen ToDo´s – Teil 3)?

Anforderung an den globalen Webauftritt

Mit der globalen Ausrichtung wächst die Relevanz zielgruppen-gerichteter Websites, wo in der Vergangenheit maximal eine „Web-Visitenkarte“ zu finden war. Heute hat eine internationale Webseite eine ganz andere Funktion: Sie soll im jeweiligen Markt Menschen ansprechen und überzeugen, soll Nähe und Verständnis vermitteln, über Produkte und deren Nutzen informieren und mit Leads und neuen Kundenbeziehungen das Wachstum fördern.

 

Zentral vs. Dezentral

Bei zahlreichen namhaften Marken haben sich mittlerweile drei unterschiedliche Ansätze bewährt, an denen die eigene Internationalisierungsstrategie ausgerichtet werden kann:

Marken mit zentraler bzw. lokaler Kampagnenentwicklung

Marken mit zentraler bzw. lokaler Kampagnenentwicklung
Quelle: Brand Planning | Andreas Baetzgen (Hrsg.)

 

1. Supporter

Das Headquarter fungiert hier lediglich als beratende Instanz. Die detaillierte Ausgestaltung und Auswahl von Kommunikationsmitteln und Touchpoints wird den Ländern überlassen. Als Grundlage der Entscheidung zur Umsetzung von Maßnahmen sollten sich die Märkte an die allgemeinen Corporate Identity Guidelines und Social Media Guidelines des Unternehmens halten.

PRO CONTRA
  • Geringe Aufwände im Headquarter
  • Länderspezifische Eigenschaften der jeweiligen Märkte werden voll berücksichtigt
  • Sehr individuelle Kundenansprache
  • Geringe Kontroll- und Steuerungsmöglich-keiten im Headquarter
  • Keine einheitliche, länderübergreifende Markenkommunikation
  • Meist höhere Kosten durch Fragmentierung

Beispiel Volkswagen

Volkswagen geht sehr stark auf die Bedürfnisse der jeweiligen Märkte ein, wie das Beispiel aus China eindrucksvoll zeigt. In der Kommunikation, teilweise sogar aber auch mit länderspezifischen Modellen.

 

2. Motivator & Berater

Das Headquarter baut das digitale Wissen auf und gibt dieses in kompakter Form an die Märkte weiter. Alle Kommunikationsmittel (Website, Landing Pages, Microsites, etc.) werden zentral erstellt und können in Vorlagenform den Märkten zur Verfügung gestellt werden. Das Headquarter berät Ansprechpartner im jeweiligen Markt und stellt zudem Guidelines und die technische Grundlage zur Verfügung. Der Ansprechpartner übernimmt die Maßnahmen und Vorlagen und ist anschließend für die Content-Erstellung und Content-Betreuung auf der Website verantwortlich.

PRO CONTRA
  • Planbare Aufwände im Headquarter
  • Einheitliche Markenkommunikation
  • Ausreichende Kontrollmöglichkeiten
  • Zielgruppen-Know-How der Märkte
  • Höherer initialer Aufwand für Aufbau der Basismaßnahme
  • Höherer Aufwand für Abstimmung & Kommunikation

Beispiel Mercedes-Benz

Die Marke Mercedes-Benz bleibt reduziert. Das Fahrzeug steht im Vordergrund. Erst auf den unteren Ebenen wird marktspezifisch individualisiert. Menschen, Umgebung und Kennzeichen variieren.

 

3. Zentrale Vorgabe

Szenario drei sieht die komplette zentralisierte Erstellung aller Kommunikationsmittel und Durchführung aller Kommunikationsmaßnahmen vor. Es gibt entsprechende Guidelines für die Märkte, an die sie sich strikt halten müssen. Das erfordert viel Manpower im Headquarter, führt aber zu maximaler Kontrolle. Vor allem für Marken, die hohen Wert darauf legen, überall auf dem Globus das gleiche Markenversprechen zu spielen, oft auch um die Herkunft zu unterstreichen.

PRO CONTRA
  • Höchste Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten im Headquarter
  • Einheitliche Markenkommunikation
  • Hoher initialer Aufwand für Aufbau der Basismaßnahmen
  • Kein Zielgruppen-Know-How der Märkte

Beispiel Porsche

Um die scharf positionierte Marke global identisch erlebbar zu machen, bevorzugt Porsche eine zentrale Organisationsform. Aufbau, Bildwelt, Menschen: Die Auftritte aus Deutschland und China sind auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden.

 

Empfehlung:

Eine klare Empfehlung können wir hier natürlich nicht geben, denn jedes Unternehmen hat seine Strukturen und Organisationsformen. Aus unserer Erfahrung heraus können wir berichten, dass es eine Mischform von Variante 2 und 3 ist. Also viel Vorgaben, meist eine zentrale Steuerung, allerdings mit einer gewissen Individualisierung in der Ansprache, bei Kampagnen oder wichtigen nationalen Nachrichten.

Haben Sie Fragen oder Anregungen?
Möchten Sie mehr davon? Gerne beraten wir Sie individuell!

 

DigitalHeroes

Parteien im Website-Check, Teil 7 – Die SPD

Mithilfe von BrandInteract© haben wir die Websites der Parteien unter die Lupe genommen und zeigen in einer kleinen Serie, wer auf emotionaler und rationaler Ebene überzeugt und aktiviert und welche Parteien noch Nachholbedarf haben.
Die Linke, Piratenpartei, FDP und CDU landeten auf den hinteren Plätzen und im Mittelfeld. Platz drei und zwei konnten CSU und die Grünen ergattern. Sieger im Website-Check ist die SPD.

 

Platz 1: SPD

Screenshot der SPD-Website

Die SPD stellt ihren Besuchern eine sehr runde und übersichtliche Website mit gut aufbereiteten Informationen speziell für unentschiedene Wähler zur Verfügung.

Emotionale Ebene:

Die Website der SPD macht durch den intensiven Einsatz der Farbe Rot im ersten Moment einen aggressiven Eindruck, wirkt auf den zweiten Blick aber sehr stimmig. Die Farben vermitteln Leidenschaft und Frische, Purpur lockert den starken Rot-Weiß-Kontrast auf. Der große Bereich „Aktuelles“ bietet wenig Platz für emotionale Inhalte, die sich erst im unteren Bereich der Website befinden. Dort wird der Nutzer angesprochen und aktiviert.

Rationale Ebene:

Auf rationaler Ebene spielt die SPD ihre Stärken aus. Besonders der Aufbau im oberen und unteren Bereich der Website und die darin enthaltenen Texte und Statements unterstützen die Standpunkte der SPD. Einige der Folgeseiten sind jedoch sehr textlastig und fordern dem Nutzer viel Konzentration ab. Die Themenseiten enthalten informative Grafiken, die den Textinhalt veranschaulichen.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Die SPD setzt auf klare, an gelerntes Nutzerverhalten angelegte Elemente wie Slider und Akkordeon-Menüs. Aktionsboxen und die Rating- und Kommentarfunktionen aktivieren die Nutzer zusätzlich. Der prominent platzierte Twitterstream präsentiert dem Besucher das aktuellste Thema und animiert zum Weiterlesen. Sehr aktivierend wirken die drei Mitmach-Vorschläge: Je nach verfügbarem Zeitrahmen wird den Besuchern vorgeschlagen, wie sie die SPD unterstützen können. Effektiver kann eine Website ihre Besucher kaum mobilisieren.

 

Handlungsempfehlungen:

  1. Die emotional anregenden Elemente gehen unter dem großen Bereich „Aktuelles“ leider unter. Sie sollten prominenter platziert werden.
  2. Die SPD sollte nicht nur die Themenseiten, sondern alle Folgeseiten durch Grafiken, Bilder und Hervorhebungen auflockern und schnell überschaubar machen.

Bewerten auch Sie den Interaktionsgrad Ihrer Website mithilfe von BrandInteract©.