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Storytelling – oder wie aus einem Baum ein Schattenspender wird

Durch das beschreibende Wort „Schattenspender“ entsteht sofort ein konkretes Bild im Kopf. Man könnte fast sagen, aus einfachem etwas Besonderes zu machen, das macht gutes Storytelling aus. Wie erzähle ich etwas, damit es interessant für meine Zielgruppe ist? Diesen Fragen sind wir diese Woche im MFG-Haus in Stuttgart im Rahmen eines Workshops der PR-Agentur Storymaker nachgegangen.

Die Prinzipien des guten Geschichten-Erzählens

Was fesselt uns? Was macht eine gute Geschichte aus und lässt uns weiter zuhören? Und wir sprechen hier nicht nur von Dramen oder Krimis. Diese Prinzipien lassen sich auch auf Geschichten von Unternehmen übertragen.
Was ist es, das mich so an Coca Cola fasziniert? Was lässt mich BMW fahren und nicht Audi, oder wenn ich an die LBS denke – „wollen wir dann nicht alle auch mal Spießer werden?“?

Die Story des Unternehmens

Das, was uns an Marken und Unternehmen fasziniert sind die Geschichten, die sie ausmachen und erzählen. Sie haben alle einen Kern, der in Form von verschiedenen Mini-Geschichten über unterschiedliche Kommunikationsplattformen vermittelt wird. Und zu jeder guten Geschichte gehören Charaktere, ein Ziel, ein Anfang und Ende und für den Anreiz ein Konflikt. Übertragen auf die Unternehmenskommunikation bedeutet das:

  • Charaktere: das Unternehmen selbst, Produkte oder Dienstleistungen
  • Ziel: Unternehmensziele, z.B. Markterschließung, Neukundengewinnung
  • Zielgruppe: für wen?
  • Anfang und Ende: Erklärung des Ziels und Zielerreichung
  • Konflikt / Stärken und Schwächen: zentraler Dreh- und Angelpunkt

Das Unternehmen Apple soll das Ganze noch besser verdeutlichen: Hat sich nicht jeder schon einmal gefragt, was der angebissene Apfel soll? Betrachtet man das allererste Logo von Apple, wird das Ganze schon klarer. Das Logo erzählt eine kleine Geschichte:

apple-logo

Der Kern des Unternehmens Apple ist die Idee selbst. „Think different“. Das alte Logo verdeutlicht diesen Kern sehr gut. Noch unklar? Das Logo stellt Isaac Newton und die Geschichte, wie er zu seiner Idee der Gravitationstheorie kam, dar. Der besagte Apfel, der heute noch im Logo zu finden ist, nun angebissen in Anlehnung an den Apfel aus dem Garten Eden, der vom Baum der Erkenntnis stammte und somit den Kern – Ideen – wiederspiegelt.

Viele Unternehmen kommunizieren ihren (Marken-) Kern über Claims und Logos. So steht Coca Cola für „Lebe die Zukunft“, BMW steht für „Freude am Fahren“ und die LBS verspricht „Wir geben Ihrer Zukunft ein Zuhause“. Auch bei einem Werbespot, der sagt „Wenn ich groß bin, will ich auch mal Spießer werden!“ steckt trotzdem noch der Kerngedanke des Unternehmens drin.

Jede Art der Kommunikation, sei es über eine Facebook Fanpage, die Unternehmenswebseite oder eine andere soziale Plattform, soll diesen Kern des Unternehmens widerspiegeln. So wird glaubwürdig kommuniziert, Image gestärkt und Beziehungen zu Kunden aufgebaut. Das wichtigste bei allen Kommunikationsformen ist, dabei stets konkrete Zielvorstellungen zu haben. Denn wenn man nicht weiß was man will, kann man auch nicht wissen, was man kommunizieren soll.

Oder was denken Sie? Erzählen Sie uns Ihre Geschichte!

Blogbeiträge zu ähnlichen Themen:

Content Strategy – die Kunst, Geschichte(n) zu schreiben

Mit Freunden am Lagerfeuer sitzen, gemütlich einen Tee trinken und den Geschichten der anderen lauschen: So wird ein lauer Sommerabend zu einem genußvollen Event! Richtig, mögen Sie jetzt sagen, und was hat das mit meiner Webseite zu tun? Ziemlich viel: Denn auch die Inhalte ihrer Webseite sollten eine Geschichte erzählen, die möglichst über mehrere Episoden hinweg spannend bleibt. Kundenbindung nennt das der Marketier – Markenkommunikation der Brandingexperte.

Geschichten erzählen (Marketing, Markenkommunikation)
© Lijuan Guo – Fotolia.com

Um solche Inhalte zu schaffen, bedarf es eines strategischen Vorgehens in der Erstellung von Inhalten für die Webseite. Dieses Thema wird – sieht man mal von den Standardinhalten einer Webseite (Unternehmens-, Kontakt-, Produktinformationen) ab – sehr stiefmütterlich behandelt. Die wenigsten Navigationskonzepte und Designs lassen Raum für kreative Inhalte, Themenwelten, Geschichten. Schade! Werden doch Entscheidungen in erster Linie auf emotionaler Ebene (also von Menschen) getroffen, eben auch die für oder gegen ein Produkt.

Um so eine Geschichte aufzubauen, sollte man eine weitreichende Strategie erstellen, die über einen einfachen Redaktionsplan hinausgeht: Eine Content Strategy. Sie kann aus folgenden Teilen bestehen:

  1. Eine detaillierte Zielgruppenanalyse: Welche Themen bewegen die Zielgruppe? Welche Befürfnisse hat/haben sie?
  2. Eine Redaktions-Guideline, die Tonalität, Klangwelt, Werte, Wortwelt, Bildwelt, Rechte beschreibt und als Basis für alle Editoren legt.
  3. Redaktionskonzept mit Schlüsselaussagen, Themenvorschlägen und Themenzielen.
  4. Redaktionsplan: Kalender mit  Themenübersicht, Veröffentlichungsdaten Plattformen und Zuständigkeiten.
  5. Definition von Content Life Cycles (Welche Inhalte werden wie oft, wie lange und über welchen Kanal publiziert und wo abgelegt und/oder weiterverwertet?)

Zur effizienten Nutzung und Erstellung für die Zielgruppe relevanter Inhalte gehören auch ganz praktische Überlegungen, die innerhalb einer Content Strategy definiert werden können, z.B.

  • Wie kann ich sicherstellen, dass meine Inhalte in Suchmaschinen aufgefunden werden?
  • Wie kann ich einzelne Inhalte auf der Webseite hervorheben?
  • Wie organisiere ich die wachsenden Inhalte auf der Webseite oder im Content Management System?
  • Wie organisiere ich den Workflow bei einer hohen Anzahl an Editoren?
  • Wie publiziere ich die Inhalte, verzahne sie über unterschiedliche Kanäle (Newsletter, Facebook, Editorial) am effizientesten?
  • Wie kann ich Inhalte auf der Webseite strukturieren (Serviceboxen, Navigation)?

(Quelle Inspiration:  The Disciplines of Content Strategy auf A List Apart)

In mehreren Artikeln zum Thema (Content Strategy: The Philosophy of Data, The Disciplines of Content Strategy, The Elements of Content Strategy von Erin Kissane) wird nochmals darauf verwiesen, was selbstverständlich ist: Der (potentielle) Kunde steht im Fokus aller Überlegungen zu Webseiteninhalten.

In den USA gibt es sogar einen eigenen Berufszweig: Den „Content Strategist“. Vergegenwärtigt man sich, welches Potential in guten und gut genutzen Inhalten und Geschichten liegt dürfte es nicht lange dauern, bis auch dieser Trend zu uns nach Europa herüberschwappt. Wie man Content Strategist wird? Ganz einfach: Man setzt sich mit ein paar Freunden an ein Lagerfeuer…

Antizyklische Werbung – Jetzt erst recht!

Wenn der Sturm kommt, bauen die einen Mauer und die anderen Windmühlen oder Wer nicht wirbt der stirbt.

Marketing business sales

Die Reaktion auf die Finanzkrise sieht bei Unternehmen sehr unterschiedlich aus – während die einen Marketingbudgets kürzen, investieren die anderen in Werbeaktionen und Neueinstellungen. Aktuelle Beispiele: Vodafone hat im Januar und Februar nur noch ein Drittel des Vorjahreswerbebudgets ausgegeben – während Saturn 19 Millionen Euro mehr investiert hat (Quelle: Christoph Berdi). Wer am längeren Hebel sitzt – dazu gibt es unterschiedliche Auffassungen. Vorteile, gerade jetzt verstärkt zu werben gibt es alle mal:

Wer antizyklisches Marketing betreibt kann mit geringerem Wettbewerb und damit mehr Aufmerksamkeit und geringeren Werbepreisen rechnen. „Wer sich während einer Konjunkturflaute im Markenaufbau befindet, sollte mit Werbung ihre Position am Markt stärken, Marktführer gerade jetzt ihren Vorsprung ausbauen“ heißt das Fazit der Studie „Gegen den Strom“ von BCG, die Rückschlüsse aus der Krise von 2001 zieht.

Als Gewinner sind damals die herausgegangen, die antizyklisch in Werbung investiert haben. Die Schattenseite dabei: Das gilt wohl für den Markenaufbau – in Zeiten von Stellenabbau und finanzieller Unsicherheit nur bedingt für die Absatzsteigerung. Man kann diese Form der Werbung deshalb als Investition in die Zukunft sehen.

Wer also an der Strassenecke Marketing und Strategie steht sollte jetzt die richtige Entscheidung für die Zukunft des Unternehmens treffen. Meine Empfehlung: Investieren und damit Windmühlen bauen – jetzt erst recht!