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Ein „Plus“ für Unternehmen? – Google+ startet mit Business-Profilen

Was bei Facebook schon lange möglich war, funktioniert künftig auch bei Google+: War es für Unternehmen bislang nicht möglich, Unternehmensprofile bei Google+ zu erstellen, ist dies seit einigen Wochen möglich. Von nun an haben Firmen die Gelegenheit mit den sogenannten Google+-Pages, die explizit für Unternehmen und Marken gedacht sind, eine Fanbasis aufzubauen und Inhalte mit ihnen zu teilen.

Laut einer Forsa-Studie nutzen bereits 6 Prozent der deutschen Internetnutzer das soziale Netzwerk von Google. Das sind genauso viel, wie der Microbloggingdienst von Twitter. Bei Facebook sind es bereits 51 Prozent der Internetnutzer, die das Netzwerk nutzen.

Optisch bieten die Google+-Pages nichts Neues, denn das Design hat Google weitgehend von den privaten Profilen übernommen. Auffallend ist der +1-Button unter dem Profilbild, mit dem die Unternehmensseite schnell weiterempfohlen werden kann. Ebenfalls anders wie bei den Privatprofilen sind die „Circles“ in der linken Spalte. Mit diesen können sich Unternehmensseiten gegenseitig in ihre Kreise hinzufügen. Unterhalb davon gibt es einen Überlick über die Anzahl der Fans der Seite.

Bei MOSAIQ sieht das dann so aus:

Die Funktionen für ein Unternehmen unterscheiden sich aber von den Funktionen der privaten Nutzer. So haben Unternehmensseiten erst die Möglichkeit User in ihre Kreise aufzunehmen, nachdem sie von dem User hinzugefügt wurden.

Aufgrund der Tatsache, dass die Google+ -Posts, wie auch die Facebook-Posts der Unternehmen, in die Suchergebnisse bei Google mit eingebunden werden, lassen sich die Unternehmensseiten besser auffinden. Zusätzlich werden bereits heute einige Google+ -Inhalte bei den Suchergebnissen in Google angezeigt. Goolge+ plant eine Analytics-Einbindung, welche helfen soll die Aktivitäten auf der Plattform zu messen und zu verstehen. Eine weitere nützliche Funktion ist das Erstellen von verschiedenen Circles, das ein individuelles Teilen von Inhalten erlaubt. Ebenfalls eine hilfreiche Funktion ist der +1-Button, mit dessen Hilfe die Businesseite beworben werden kann. Durch implementieren auf der eigenen Webseite können Produkte und Diesnstleistungen weiterempfohlen werden. Mittels der in der Testphase steckenden Funktion „Direct Connect“ werden die +1-Informationen künftig auch in der Google-Suche angezeigt.

Allerdings gibt es auch noch genügend Optimierungsbedarf. So können beispielsweise Profile nur von einem bereits bestehenden Google-Nutzer eingerichtet werden und es können noch keine Administratoren hinzugefügt werden. Dies ist dann wichtig, wenn mehrere Mitarbeiter eine Business-Seite betreuen. Des Weiteren ist es ebenfalls noch nicht möglich Kommentare auf eine Google+ -Wall eines Unternehmens zu setzen. Der Dialog mit einem Google+-Nutzer ist bis dato nur via Kommentar auf einen Post möglich. Ebenfalls optimierungsbedürftig ist die Google+-URL. Während man bei Facebook die Möglichkeit hat, eine Vanity-URL zu beantragen, ist dies bei Google+ noch nicht der Fall.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Unternehmensprofile bisher nicht mehr als ein wenig erweiterte Privatprofile sind. Ihnen fehlt noch die Möglichkeit, durch Apps und zusätzliche Tabs das Unternehmensprofil zu individualisieren und sich somit von anderen Seiten abzuheben. Gespannt kann man dagegen auf die „Direct Connect“-Funktion und auf die geplante Analytics-Einbindung sein.

Foursquare, Gowalla, Brightkite, Facebook Places – Die Basics

 Mobile Anwendungen halten Einzug in den Marketingmix. Egal ob es sich dabei um ortsbezogene Marketingkampagnen oder anderen Aktionen in sozialen Netzwerken handelt. So haben wir auch unsere Einweihungsfeier genutzt, um unseren Gästen die Möglichkeit zum Check-In zu bieten. Bei einem Check-In geht es darum, dass ein Anwender sich in einem Portal, wie z. B. Foursquare oder Facebook Places, anmeldet und seine Anwesenheit an einem bestimmten Ort veröffentlicht. Normalerweise verwendet er dazu sein Smartphone, z. B. das iPhone, das automatisch seine geographische Position bestimmt und das Portal passende Orte in der Nähe zur Auswahl anbietet. Nach dem Check-In wird dann im Profil der Aufenthaltsort angezeigt, der je nach Datenschutzeinstellungen auch von Freunden oder anderen Nutzern eingesehen werden kann. Dieser Vorgang bildet die Grundlage für alle Anwendungen die ortsbezogene Informationen anzeigen oder nutzen.

Das alleine ist noch nicht besonders spannend. Im Gegenteil, viele Nutzer, gerade in Deutschland, stehen einer solchen Funktion sehr skeptisch gegenüber. Gerade weil der Aufenthaltsort nicht preisgegeben werden soll und ein natürliches Misstrauen besteht, dass diese Information missbraucht werden könnte. Das ist soweit auch berechtigt. Allerdings kann man mittlerweile recht gut einstellen, wer diese Information überhaupt sehen kann oder ob man die Ortsangaben gegenüber anderen ganz verstecken möchte. Und es lohnt sich die neuen Funktionen zu nutzen. Denn auf der anderen Seite ergeben sich durch ortsbezogene Dienste ganz neue Möglichkeiten und Chancen. Für Unternehmen, für Kunden und für die Beziehung zwischen den Beiden. Nicht umsonst wird Foursquare als das „next big thing“ im Internet bezeichnet.

Dabei stehen wir bei der Entwicklung der neuen Möglichkeiten noch ganz am Anfang. Wie kreativ ortsbezogene Marketingkampagnen aussehen können, kann man in den USA schon sehr gut beobachten. Starbucks spielt dabei eine Vorreiterrolle. Leute die sich mehrmals in einem Starbucks „einchecken“ können von verschiedenen Rabattaktionen profitieren. Besonders häufige Starbucks Gäste können erweiterte Gutscheinaktionen in Anspruch nehmen. Das sind Aktionen zur Kundenbindung, wie sie besser nicht sein könnten. Planet Hollywood in Las Vegas hatte eine andere Idee um Besucher in ihr Geschäft zu locken. Eine große Leuchtreklame ermöglichte es den „eingecheckten“ Benutzern ihren Namen an eben dieser Reklame anzeigen zu lassen. Und wer wollte nicht schon mal seinen Namen in Las Vegas auf einer Werbetafel angezeigt haben :-).

Insofern sehe ich für ortsbezogene Dienste und Marketingkampagnen eine große Zukunft, die spätestens dann an Bedeutung gewinnt, sobald in Deutschland die „kritische Masse“ über die Möglichkeit verfügt solche Dienste zu nutzen (die Verbreitung und Nutzung von Smartphones und mobilem Internet wird dabei eine große Rolle spielen) und die Menschen diesen neuen Möglichkeiten nicht mehr ganz so skeptisch gegenüber stehen.

Besuchen Sie uns doch bei nächster Gelegenheit mal und machen auch Sie den Check-In unter MOSAIQ MEDIA auf Facebook Places oder MOSAIQ MEDIA auf Foursquare.

Die Deutsche Bahn, Ogilvy und Facebook. Eine Katastrophe.

 Die Deutsche Bahn hatte eine Idee und hat das Chef-Ticket erfunden. Ein Sonderangebot, das über Facebook vertrieben werden soll. Ogilvy hat daraus eine nette Facebook-Seite entwickelt, ein Video produziert und sogar ein Spiel programmieren lassen. Das alles soll natürlich dazu führen, dass sich die Produktbotschaft möglichst schnell, „viral“, verbreitet. Soweit so gut. Für eine herkömmliche Kampagne eine gar nicht so schlechte Idee. Hier und da wurden zwar handwerkliche Fehler gemacht, so war das Video z. B. lange Zeit gar nicht auf YouTube abrufbar, aber es war zumindestens mal alles da, was man für eine erfolgreiche Werbekampagne braucht.

Nun hat das Social Web aber die Eigenschaft, dass man eben nicht nur etwas veröffentlicht, sondern auch mit Reaktionen rechnen muss. Sollte man wissen. Weiß man aber wohl weder bei Ogilvy noch bei der Deutschen Bahn. Die Deutsche Bahn ist ohnehin in den sozialen Netzen eher unterdurchschnittlich vertreten. Thomas Knüwer spricht z. B. davon, dass die Deutsche Bahn „von den Gleisen gerutscht“ ist. Auch viele andere sind erstaunt über dieses „Paradebeispiel der Naivität“. Weil dort die Kampagne schon zu genüge durch den Kakao gezogen wurde, möchte ich mich damit nicht weiter aufhalten. Empfehlenswert ist auf jeden Fall Thomas Knüwers Artikel, wenn man sich über die Einzelheiten informieren möchte.

Stattdessen möchte ich eher beschreiben, wie das Engagement im Social Web gestaltet werden sollte und wer welche Verantwortung trägt, damit die Beteiligung in den sozialen Netzwerken auch zu einem Erfolg wird.

Zu allererst steht das Ziel als Unternehmen diese neue Kommunikationsform etablieren zu wollen. Klingt einfach, ist es aber meistens nicht. Social Media ist nicht nur ein neuer Kanal über den Werbebotschaften veröffentlicht werden können. Sondern führt auch unternehmensintern zu Änderungen, die durchaus tiefgreifender sein können. Man sollte bereit sein, die notwendigen Maßnahmen ergreifen zu wollen. Das kann z. B. dazu führen, dass Mitarbeiter aufgefordert werden für mehr Transparenz nach „außen“ zu sorgen, dass neue Mitarbeiter eingestellt werden, die sich um den Dialog auf den neuen Plattformen kümmern oder dass man gar die Produktentwicklung beeinflusst.

Agenturen können dabei unterstützen und mit der Entwicklung von Maßnahmen oder Richtlinien helfen. Sie können auch Ideen entwickeln, die eine Interaktion auf Portalen wie Facebook fördern oder die Chance auf Mundpropaganda erhöhen. Sie können aber nicht in den Dialog mit den Kunden und Interessenten einsteigen. Das ist immer Aufgabe des Unternehmens.

Und das hat bei der Deutschen Bahn auch zum Debakel geführt. Die Deutsche Bahn ist gar nicht bereit für Facebook und dem lebhaften Dialog auf der dortigen Pinnwand. Die Agentur hat überhaupt nicht bedacht, dass eine solche Facebook-Seite natürlich positive, aber vor allem auch negative Reaktionen hervorrufen würde. Und beide schieben sich im schlimmsten Fall gegenseitig den schwarzen Peter zu.

In diesem Fall hätte man sich auf die Kernidee beschränken, die Möglichkeiten des Web 2.0 optimal ausnutzen und den Dialog mit den Kunden und Interessenten (immerhin sprechen wir von über 7.000 Menschen, die sich „outen“ und einen Kontakt mit ihnen zulassen) suchen können. Ich bin mir sicher, dass die Deutsche Bahn Menschen für ihr Produkt und das Unternehmen begeistern kann und die Kritik der Teilnehmer als Chance nutzen könnte, einfach mal zuzuhören.

iPhone vs. Android aus der Entwicklersicht

Schon länger wird gemunkelt, dass die nächste große Entwicklungsstufe des Social Web die Benutzer auf mobile Endgeräte führen wird. Vieles spricht dafür. Nicht nur neue Dienste, die ohne iPhone und co. undenkbar wären, wie z. B. Foursquare, das es erlaubt sich an beliebigen Orten einzuchecken und kenntlich zu machen, dass man sich an einem bestimmten Ort aufhält, auch etablierte Plattformen wie z. B. Facebook, aber auch die „guten, alten“ RSS-Feeds werden immer mehr auf Smartphones verwendet.

Nun gibt es bekanntlicherweise nicht nur ein solches Smartphone. iOS-, Android-, Windows Phone, Symbian- oder Blackberry-basierte Geräte buhlen um die Gunst der Benutzer. Im Moment sind vor allem iPhones (also iOS) und Android-basierte Smartphones gefragt. Zu den Apple-Produkten muss nicht mehr viel gesagt werden. Die Geschwindigkeit in der iPhones und iPods eine marktführende Position eingenommen haben, ist beeindruckend. Aber Geräte, die auf Googles Android basieren, haben schnell aufgeholt. Nicht nur durch das G1, das für T-Mobile entwickelt wurde, sondern vor allem die zahlreichen HTC-Geräte, kamen bei den Kunden gut an.

Aber wie sehen Entwickler die zukünftige Entwicklung von iOS- und Android-Geräten? Appcelerator hat dafür die Antwort gesucht und eine Umfrage durchgeführt. Appcelerator stellt ein Framework her, das die Entwicklung von Anwendungen für mehrere Plattformen gleichzeitig erlaubt, z. B. iPhones und Android-Geräte. Wir haben das Framework bereits für eine iPhone-App eingesetzt und damit die Entwicklungskosten spürbar senken können. Aber darum geht es ja gar nicht.

Die Umfrage zeigt, dass Entwickler im Moment, kurzfristig, iPhones als Smartphone mit der besten Perspektive und Möglichkeiten sehen. Langfristig allerdings Android/Google vorne gesehen wird. Man wird natürlich erst mit der Zeit sehen, wie die Anwender das aufnehmen. Fakt ist jedoch, dass die Plattform Android/Google seine Hausaufgaben fleißig macht und einige Vorteile gegenüber iOS-Geräten herausarbeitet. Dabei hat die Aufholjagd eigentlich gerade erst begonnen.

Insbesondere werden bei Android-Geräten die Offenheit der Plattform und die angebotenen Funktionen gelobt. Schwachpunkt ist vor allem die Hardware. Hier setzt Apple mit dem iPhone und trotz aktueller Antennenprobleme immer noch Maßstäbe. Gerade die Hardware entwickelt sich aber auch extrem schnell weiter. Retina-Displays oder iPads wären vor nicht allzulanger Zeit nicht denkbar gewesen. Sind also gute mobile Geräte für Android verfügbar, wird die Nachfrage drastisch anziehen, so vermute ich.

 Was bedeutet das nun für Unternehmen, die planen Anwendungen für mobile Endgeräte zu konzipieren und umzusetzen? Im Moment nichts. Gerade in Deutschland liegen iPhones noch weit vorne. Auf andere Plattformen kann im Moment noch verzichtet werden, wobei man das natürlich trotzdem immer im Einzelfall und abhängig von den Zielgruppen überprüfen sollte. Mit Anwendungen für iPhones erreicht man schon einen Großteil aktiver mobiler Endbenutzer. Aber: Perspektivisch müssen insbesondere Android-basierte Smartphones im Auge behalten werden. Und wie schnell sich der Markt verändert hat man eben schon bei Apple gesehen.

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