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Parteien im Website-Check, Teil 2 – Die Piratenpartei

Mithilfe von BrandInteract© haben wir die Websites der Parteien unter die Lupe genommen und zeigen in einer kleinen Serie, wer auf emotionaler und rationaler Ebene überzeugt und aktiviert und welche Parteien noch Nachholbedarf haben.

 

Platz 6: Die Piratenpartei

Screenshot der Piratenpartei-Website

Das Ziel, Mitglieder zu generieren und Besucher zu mobilisieren, steht auf der Website der Piratenpartei klar im Vordergrund. Das responsive Design holt auch mobile Nutzer gut ab. Insgesamt überzeugt die selbst ernannte Internetpartei mit ihrer Website jedoch nicht. Die Ansätze sind gut, an der Umsetzung muss aber noch gearbeitet werden.

Emotionale Ebene:

Der Header transportiert mit seinem klaren Aufbau und seiner Gestaltung das Gefühl der Piraten. Die Besucher werden aktiv angesprochen und wissen sofort, mit wem sie es zu tun haben. Der Slider unter der Hauptnavigation bietet zwar Platz für große Bilder, verfehlt jedoch seine Wirkung: Die Motive sind emotional wenig ansprechend und die abgebrochenen Überschriften lassen den Nutzer ratlos zurück. Durch die starke Orientierung an einem klassischen Blog passt sich die Website zwar den Gewohnheiten vieler Nutzer an, hat aber auch klare Nachteile. Die einzelnen Beiträge sind sehr textlastig – es fehlt an Grafiken oder Bildern, die den Inhalt verstärken. Die rechte Inhaltsspalte ist sehr plakativ gestaltet, weckt aber kaum Emotionen.

Rationale Ebene:

Auf rationaler Ebene kann die Piratenpartei punkten. Das flächendeckende Hintergrundbild mit den Kernpunkten der Partei vermittelt konsequent, worum es den Piraten geht. Der präsent platzierte Button „Informiere Dich“ führt zu einer Themenseite, auf der kurz und knapp zu den politischen Themen Stellung bezogen wird.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Die Piratenpartei präsentiert sich auf einer klar strukturierten, tagebuchartigen Website. Der Aufbau ist ansprechend und vor allem der Header und die rechte Spalte aktivieren die Besucher. Allerdings bietet das an ein Blog erinnernde Design kaum Möglichkeiten, interaktive Elemente einzubinden. Überraschend schlecht umgesetzt ist die für die Piraten eigentlich prädestinierte Sharing-Funktion, die nur sehr sporadisch und wenig präsent eingebunden ist. Ebenso erstaunlich ist der Umgang mit der Kommentarfunktion. Diese ist ein optimales Mittel, um für Interaktion zu sorgen und wird von den Besuchern der Seite auch rege genutzt. Die Piraten versäumen es jedoch, die Kommentare konsequent zu beantworten und verhindern so einen Austausch mit potenziellen Wählern.

 

Handlungsempfehlungen:

  1. Eine Partei, die das Internet zu einem ihrer wichtigsten Themen macht, sollte die Sharing-Funktion präsent und konsequent einbinden. Denn persönliche Empfehlungen sind eine der wirksamsten Formen der Werbung.
  2. Die Piraten sollten Kommentare von Nutzern konsequent beantworten und intensive Diskussionen anstoßen. So entsteht Nähe und Sympathie. Dem potenziellen Wähler wird vermittelt, dass man sich für ihn und seine Anregungen oder Fragen interessiert.
  3. Mehr Bilder und Grafiken, die Gefühle auslösen und den Inhalt der Artikel verstärken, tragen zur Emotionalisierung der Seite bei.

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