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Wo gute Ideen herkommen: Kreativität braucht Konnektivität

Wo kommen gute Ideen her? Wer denkt sie und wie kommen sie zustande? Steven Johnson hat darüber ein ganzes Buch gefüllt (Where Good Ideas Come From: The Natural History of Innovation) und kommt zu folgendem Schluss: Kreativität ist ein sozialer Prozess.

Linktipp: Kompletter Vortrag von Johnson bei TED

Es gibt also nicht DEN erleuchtenden Augenblick oder DIE Idee eines Einzelnen. Ideen brauchen Zeit, um zu reifen, und Austausch – denn in den meisten Fällen entstehen sie erst aus der Reaktion zweier Intuitionen/Ideen (von Johnson „hunches“ genannt).

Damals waren die Kaffeehäuser, heute ist das (soziale) Web ein Ort zum Ideenaustausch. Der technologische Fortschritt ist dabei Resultat und Ursprung von Innovationen gleichermaßen. Und ein echter Treiber für kreativen Austausch, was man allein an den Dimensionen dieser zwei Einrichtungen erkennen kann.

Keine Think Tanks für Out-of-the-box

Vor einiger Zeit gab es in einigen Agenturen noch sogenannte Think Tanks – weiß gestrichene Räume ohne Fenster und Möbel – in denen einige wenige Mitarbeiter auf kreative Ideen kommen sollten. Ein Vorgehen also ganz gegensätzlich zu dem, was wir aus Johnsons Recherchen lernen können.

Welche Erkenntnis bringen diese Erklärungen Johnsons für eine Kreativagentur? Hier mal ein Versuch:

  • Gemeinsame Ideenfindung
  • Brainstorming mit allen Projektbeteiligten (Vom Designer bis zum Programmierer)
  • Einbeziehung des Kunden in Brainstormings
  • Kontinuierliche Projektarbeit statt Big Bang Projekte
  • Mitarbeiter mit stark unterschiedlichen Lebensläufen und (Lern-) Laufbahnen
  • Orte und Zeiten für Austausch geben (sehr beliebt: Die Teeküche!)
  • ….

Im Sinne der kreativen Konnektivität lasse ich die Liste unvollendet. Jeder mit neuen Ideen kann die Liste gerne erweitern ;)

Bilder: Die Körpersprache der Website

„Bilder sagen mehr als tausend Worte“ – auch wenn dieses Sprichwort schon etwas verbraucht erscheint: Für die Online-Welt stimmt nichts mehr als das. Immer mehr Webseiten setzen auf großflächige Bilder– sei es als Hintergrund oder integriert in Slidern- und sind teilweise sogar komplett auf Fotografien aufgebaut, mit dem Ziel Emotionen zu wecken.

Ich möchte sogar soweit gehen und sagen, dass die Bildwelt einer Webseite dessen Aussagekraft maßgeblich beeinflusst, und das gesamte Webdesign an sich maßgeblich bestimmt. Das Design des „Website-Gerüsts“ (also Aussehen und Platzierung von Navigation und Inhaltselementen) spielt eine weniger wichtige Rolle und kann gegenüber den verwendeten Bildern als untergeordnet betrachtet werden. So kann aber auch eine fade und statische Bildwelt das Webdesign regelrecht zunichte machen – und zusätzlich im Gegensatz zu den Werbeaussagen stehen.

Nehmen Sie einem Unternehmen eine hohe Serviceorientierung ab, wenn der Servicemitarbeiter mit verschränkten Armen vor Ihnen steht und womöglich noch grimmig dreinschaut? Eben! Genauso glaube ich nicht an die hohe Innovationskraft eines Unternehmens, wenn mir kleine, statische, gestellte Bilder von Anno dazumal auf ihrer Webseite entgegenspringen.

Das Webdesign und ganz besonders die Bildwelt müssen der Positionierung der Marke entsprechen. Der neue Trend heißt hier: Einfachheit, wie ein Trend-Report von Getty Images aufzeigt (Bericht auf fotografr.de):

ScreenShot020Foto: Getty Images/Flickr/ Nina Monkkonen/85155531

Dieser Mini MAP Report bietet wertvolle Einsicht in die visuellen Trends, die den Look der Massenkommunikation verändern werden. Das weltweit aktive Creative Research Team von Getty Images hat seit Beginn des Wirtschaftsabschwungs Hunderte von Werbekampagnen aus allen Teilen der Welt untersucht und die Ergebnisse in dieser Studie zusammengefasst. Der Report zeigt Trends auf, die keine vorübergehenden Modeerscheinungen, sondern langfristige Entwicklungen sind, und kann so allen Nutzern von Bildmaterial als praktische Hilfestellung bei der Schaffung visueller Kommunikation dienen.

Machen Sie sich daher vor dem Relaunch über eine zur Positionierung passende Bilderwelt Gedanken. Sie ist die Körpersprache Ihrer Website – und die spricht ja bekanntlich auch mehr als tausend Worte.

Inspirationsquellen:

Getty Images – Stock Fotografie

Smashing Magazin – Übersicht über 40 Online Fotografie Magazine

Fokussiert – Fotografie-Blog