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Einweihungsfeier 2.0 – Polaroid meets iPad

Alle Jahre wieder? Soweit wollen wir noch nicht gehen, aber es ist ja ungewöhnlich genug, wenn man ein Jahr nach dem ersten Einweihungsfest der neuen Räume in Stuttgarts Mitte am gleichen Ort im gleichen Stockwerk wieder ein Einweihungsfest feiert.

Brand sei Dank“ könnte man sagen, auch wenn wir die nächste Feier gerne auch wieder mal aus anderem Anlass feiern (nicht, dass noch ein Gast, dem es besonders gut gefallen hat, feurige Ideen bekommt ;-)).

Apropos Gäste… Vielen Dank an die vielen netten Freunde, Kunden, Interessenten und Partner, die von nah und fern angereist sind und mit uns bei Cocktails und Wein leckeren Lachs, Tiramisu und vieles mehr verzehrt haben.

Damit der Name Einweihungsfeier 2.0 nicht einfach nur die nächsthöhere Version wiedergibt, sondern auch etwas Interaktives zum Mitmachen hat, gab es noch eine Polaroid-Wand. Ja, die zwischendurch „ausgestorbenen“ Polaroids. Wir haben das alte Feeling nochmal aufleben lassen. :-)

Für die Polaroid-Bilder gab es dann eine große Fläche an der Wand mit Kommentarfunktion. Anfangs wurde sie noch eher zögerlich genutzt – aber mit der Zahl der lustigen Schnappschüsse stieg auch die Zahl der Kritzeleien schlagartig an.

Für wen Kommentare zu Fotos jetzt ein alter Hut sind, für den hatten wir noch was, das garantiert noch keinen Staub angesetzt hat.
Das war nicht nur in physischer Form ein iPad (das alleine wegen der vielen Be-„touch“-ungen schon keinen Staub ansetzen kann), sondern insbesondere in virtueller Form der Check-In in der Urbanstraße 1 bei MOSAIQ MEDIA bei Facebook Places (alternativ Foursquare).

Wer kein iPhone besaß, konnte so bequem über den großen Bruder iPad einchecken. Ein Besucher hatte als Geo-Location-Service-Alternative noch Gowalla vermisst und dort einen Spot für uns angelegt (danke dafür!), so dass man dann auch dort einchecken konnte.

Doch nun genug der Worte, lassen wir Bilder sprechen:

Mehr Fotos bei flickr oder auf Facebook.

How to iPad

Bereits 3 Millionen verkaufte Exemplare nach nur 80 Tagen zeigen, dass das iPad mehr ist als nur ein Spielzeug. Es gilt vor allem für die Verlagswelt als revolutionär. Doch eines muss man dabei beachten, auch wenn es wirkt wie eine Kreuzung aus Touchscreen Handy und Laptop: Das iPad ist ein neues Medium und hat damit seine ganz eigenen Regeln.

Wie man mit diesen Regeln umgehen kann, zeigen zwei Adaptionen von Printzeitschriften auf das junge Medium iPad:

Die Spiegel-App für das iPad wurde stark kritisiert. So wurde von vielen bemängelt, das Print-Layout wäre vollkommen uninspiriert übernommen worden ohne auf die neuen Gegebenheiten des iPads einzugehen wobei auch viele unschöne typographische Fehler auftraten.

Das US-Magazin Wired zeigt wie es trotz noch bestehender Mängel besser geht und gilt trotz grafischer Kinderkrankheiten als wegweisend im iPad-Publishing.

Wired und Problemkind Spiegel auf dem iPad
Wired und Problemkind Spiegel auf dem iPad

So designt man auf dem iPad

Der kleine Bildschirm mit einer pixeldichten 1024×768-Auflösung bietet leider nicht viel Platz für ein ausgefallenes Seitenlayout. Daher sollte der Fokus auf Inhalt und Weißraum liegen, ohne ablenkende irreführende Verschnörkelungen. Zudem kommt der breite schwarze Rahmen des Gerätes hinzu, der jedes Design zunehmend eingrenzt und schmälert.

Nur eine Handbewegung des Benutzers entscheidet zwischen Hoch- und Querformat. Das haptische dreidimensionale Blättererlebnis gibt es nun also auch in 2D. Das bedeutet, Inhalte müssen variabel angelegt werden, hochausgeklügelte Spalten-Raster und Doppelseiten-Konstrukte aus Printzeiten gehören auf dem iPad der Vergangenheit an. Flexibilität, Reduzierung und Interaktivität sind die großen Schlagworte beim iPad-Design.

Viel mehr als wir es bereits im Internet gewöhnt sind, geht es beim iPad um Beständigkeit von Funktionselementen z.B. der Position und dem Aussehen von Navigationspunkten.

Mehrspaltiges Leseproblem auf dem iPad
Mehrspaltiges Leseproblem auf dem iPad

Von einem Spaltenlayout ist eher abzuraten. Auch im Querformat lässt sich ein einspaltiger Text mit viel Freiraum oder Bild schneller lesen als mehrspaltige Texte, die den Lesefluss irritieren – vor allem wenn in 2D geblättert wird. Und im Gegensatz zum Print hat das iPad keinerlei Seitenbeschränkung.

Oberstes Gebot beim iPad-Publishing: digitaler Text soll schnell und bestmöglich lesbar sein. Daher sollten an die Bildschirmdarstellung optimierte Screen-Fonts verwendet werden, um dem Effekt des sogenannten Schrift-Renderns, der den Text unscharf macht, auf dem iPad entgegenzuwirken. Schriftgröße, Zeilenabstand und Spaltenabstand müssen großzügiger gewählt werden je kleiner der Bildschirm ist.

Werbung sollte eher vollflächig eingebunden werden. So hat sie genug Platz, wird dennoch als weniger störend empfunden und eventuell sogar als kleine Atempause zwischen all den ganzen anderen Inhalten angesehen.

Vor allem muss die iPad-App interaktiv sein. Die Kosten-Nutzen Relation muss überzeugen. Denn während zu Anfang noch der Hype wirkt, als erste App zu erscheinen, so zeigt der Spiegel, daß dieser Glanz schnell verzogen ist, wenn die App nicht hält, was die Papierausgabe verspricht. Sicher ist: digitale Inhalte müssen Mehrwert bieten gegenüber ihrer Ausgabe auf dem Papier.

Die Argumente, jederzeit mobil und abrufbar zu sein, überzeugen längst nicht jeden Nutzer, eine digitale Zeitschriftenausgabe zu kaufen. Denn der Preis stellt auch oft noch eine Schwelle dar: dank Apples Anteil an dem Kaufpreis kann der Preis für die App sogar über dem Preis der Printausgabe liegen (Spiegel-Printausgabe für 3,85 EUR,  Spiegel-iPad-App 3,99 EUR).

Fazit

Eine iPad-App muss den hohen Ansprüchen digitaler Leser gerecht werden, um die User zufrieden zu stellen. Es müssen Funktionen vorhanden sein wie z.B. eine ausgefeilte Volltextsuche, Zoom- und Kopierfunktion, weiterführende Links, Videos, Audio-Files, die Möglichkeit in alle Richtungen zu Blättern, mit Querverweisen zu navigieren usw.

Die Möglichkeiten des iPads müssen sich wohl noch erst entwickeln, aber es zeigt sich schon jetzt, „iPad is not iPaper“ (Erik Spiekermann). Eine Zeitschrift auf dem iPad will mehr sein als ein digitaler Export seiner Print-Ausgabe, um diesem neuen Medium gerecht zu werden.

Ich bin gespannt auf die Entwicklung und hoffe, dass in Zukunft mehr glänzende iPad-Magazine wie das Wired aus dem Boden sprießen, vor allem auch im deutschsprachigen Raum.