Schlagwort-Archiv: Growth Hacking

So funktioniert Growth Hacking

Growth Hacking ist Performance Marketing pur und in aller Munde. Grund genug, einen genaueren Blick auf die Marketing-Methode zu werfen. 

Was bedeutet Growth Hacking?

Growth Hacker konzentrieren sich ausschließlich darauf, dass ein Unternehmen so schnell und effizient wie möglich wächst – online und offline. Das unterscheidet sie von regulären Mitarbeitern im (Online) Marketing, die eher Themen wie Aufmerksamkeit oder das Image des Unternehmens bearbeiten.

Wer kann Growth Hacking anwenden?

Die Methode richtet sich vor allem an digitale Unternehmen, deren Produkt sich schnell verbreiten kann – wobei der Begriff „Produkt“ im digitalen Zeitalter zum Beispiel ein Account sein kann, denn Accounts bringen einem Unternehmen Geld. Ob nun direkt über eine monatliche Gebühr (XING Premium) oder über indirekte Werbeeinnahmen (Facebook).

Wieso spricht man von Hacking?

Ein Hacker im klassischen Sinne verschafft sich auf kreative Weise und auf verschiedensten Wegen Zugang zu Systemen, auf die er eigentlich keinen Zugriff hat. Ein Growth Hacker arbeitet ähnlich: er versucht, neue und kreative Möglichkeiten und Wege zu finden, um das Wachstum eines Unternehmens rasch zu beschleunigen.

Methoden aus der Praxis

Schon 1996 hatte „Hotmail“ eine geniale Growth Hacking Idee. Das bekannte Mailunternehmen aus den USA hatte lange Zeit Schwierigkeiten, sich von anderen Mailanbietern zu unterscheiden. Also hängte man ans Ende jeder Mail ein „P.S. Get your own free Hotmail Account now”. Diese kleine Änderung im Footer einer Mail führte dazu, dass Hotmail 18 Monate später 12 Millionen User hatte. Und das zu einer Zeit, in der insgesamt nur 20 Millionen Menschen das Internet nutzten.
Was habt ihr am Ende eurer Mails stehen?

Moderne Beispiele

Der Online Speicherdienst Dropbox schenkt jedem neuen User 2 GB kostenlosen Speicherplatz. Ist dieser aufgebraucht, hat der User zwei Möglichkeiten, um den Speicher zu vergrößern: Geld ausgeben oder Freunde zu Dropbox einladen. Keine schwere Entscheidung, zumal das Einladen dank der Anbindung an Facebook in Sekunden erledigt ist.

what-is-growth-hacking-04
16GB gab es von Dropbox gratis, wenn man seine Freunde eingeladen hat.

Die Facebook-Anbindung ist ein Growth Hack, der nicht nur Dropbox zu einem gigantischen Wachstum verholfen hat.  Auch Spotify profitierte enorm von diesem Kniff. Während andere Musikdienste, die lange vor Spotify da waren, reines Online Marketing betrieben, ging es Spotify nur um eines: Wachstum. Das Unternehmen vereinbarte mit Facebook eine sogenannte „tiefe Integration“. Dadurch ist es manchen Usern nicht einmal bewusst, dass sie sich gerade einen Track nicht auf Facebook, sondern auf Spotify anhören. Ein einziger Klick mehr und der Account per Facebook-Login ist angelegt.
Wie viele Schritte sind notwendig, dass euer Wunschkunde bei euch eine Adresse hinterlässt?

Growth Hacking im Unternehmen

Ein schönes Beispiel aus der Offline-Welt ist ein Klempner, der durch Befragungen (Data Analysis) feststellte, dass das größte Problem für die Kunden der Schmutz ist, den viele Klempner nach getaner Arbeit hinterlassen. Dies machte er sich zunutze, indem er sich als der saubere Klempner anbot  (the clean plumber).  Weil er darüber hinaus feststellte, dass er nur lokale Anfragen bekam, ließ er mehrere Dutzend Landingpages erstellen, die dem Besucher das Gefühl gaben, dass der Klempner direkt aus der Umgebung kommt. Sein eigentlich nicht auf Wachstum ausgelegter Ein-Mann-Betrieb wuchs so auf eine stattliche Größe von 300 Mitarbeitern in den ganzen USA.

plumber-growth-hack-1024x193

Auch wenn Growth Hacking meist bei digitalen Startups zu finden ist, sollte sich jedes Unternehmen damit beschäftigen. Jeden Tag werden weltweit 55.000 Unternehmen gegründet. Die meisten davon verschwinden eine Woche später zwar wieder, einige werden aber erfolgreich sein und mit ihrem dynamischen Wachstum ganze Branchen aufreißen (disrupten).

DisruptIt@2x

Beim Growth Hacking geht es ausschließlich darum, die Bedürfnisse seiner Kunden zu kennen und zu befriedigen. Nur so kann man wachsen.


Wie funktioniert Growth Hacking nun?

Messen, auswerten, verbessern.  Growth Hacking besteht aus einer cleveren Kombination von SEO, Website Analytics, Content Marketing und A/B Tests. Es geht vor allem darum, kostengünstige (lean), messbare und effektive Lösungen zu finden.

5 Tipps fürs Growth Hacking

  1. Priorisiert eure Marketinginvestitionen folgendermaßen: 1. Owned Media, 2. Earned Media und 3. Paid Media. Erzeugt nachhaltigen Content, anstatt Aufmerksamkeit zu kaufen.
  2. Habt keine Angst, mit dem eigenen Content zu scheitern. Seid furchtlos und rücksichtslos. Klingt dramatisch. Bedeutet aber nur, dass man sich darauf einstellen soll, dass auch mal Content keinen Anklang findet. Ist doch super! Schon wieder was gelernt.
  3. Organisiert euch neu. Content Marketing, Social Media Marketing, Produktmarketing und Vertrieb müssen Hand in Hand arbeiten. Justin Levy von Sistrix zeigt dies sehr schön in seinem  Social Media Center of excellence (CoE).
  4. Vermarktet eure Inhalte. Oft passiert es, das bereits existierender Content nicht mehr genutzt wird. Schaut euch alles an, was ihr in der Vergangenheit getan habt. Manches kann man wieder auffrischen und in neuen Kanälen wieder verwenden.
  5. Und natürlich messen, messen, messen.  Erstellt die richtigen KPIs (hier ein Video wie sowas funktionieren kann) und setzt euch die richtigen Ziele. Auch interessant ist die KPI Roadmap von Adobe.

Und nun viel Spaß beim Hacken!

Ihr braucht konkrete Ideen für euer Unternehmen, um schnell wachsen zu können? Kontaktiert mich, oder schreibt eure Fragen in die Kommentare.

Ich versuche alle Fragen zu beantworten.
Euer Michael vom MOSAIQ Team