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Das sollten Sie bei der Gestaltung von Formularen beachten

Formulare begegnen uns tagtäglich. Ohne Formulare hätten Nutzer keine Möglichkeit, Kontaktanfragen zu verschicken, etwas zu buchen/bestellen oder auch einen Newsletter zu abonnieren. Formulare sind zentraler Bestandteil im digitalen Umfeld geworden – und oftmals der finale Schritt, mit dem User zu Kunden/Interessenten oder Kontakten werden. Umso wichtiger, dass sie nutzerfreundlich gestaltet sind und den Nutzer bei seiner Eingabe unterstützen. Statt ihm Steine in den Weg zu legen, soll dem Nutzer der Weg bis zum Abschicken so leicht wie möglich gemacht werden.

Wofür werden Formulare eingesetzt?

Formulare kommen für die unterschiedlichsten Zwecke zum Einsatz. Sie begegnen dem Nutzer alltäglich auf Websites und dienen dazu, Daten zu erheben (z.B. im Zuge einer Bestellung oder einer Gewinnspielteilnahme), zu verarbeiten (z.B. bei einer Anfrage) oder auch zu schützen (durch Login/Anmeldemaske). Sie bilden damit die Grundlage für eine Kommunikation mit dem Nutzer – nicht zuletzt auf Social-Media-Kanälen ist ein Eingabefeld notwendig für das Veröffentlichen einer Nachricht.

Im Wesentlichen kommen Formulare in den folgenden Kontexten vor:

  • Transaktionen (Bestellungen, Überweisungen etc.)
  • Login- und Registrierungsmasken
  • Kontaktformulare (Fragen, Support, Rückruf, Anfragen etc.)
  • Datensammlung (Gewinnspiele, Newsletter-Anmeldung, Umfragen etc.)
  • Beitragseinstellung (Blogbeiträge, Kommentare, Posts etc.)
  • Gestaltungstipps für Formulare

    Eine gute Gestaltungslösung für ein Formular hängt von einigen Aspekten ab. Von der Länge des Formulars, von Art und Umfang der zu erhebenden Daten sowie vom Kontext bzw. der Art der Einbindung auf der Website. Dabei ist zu beachten, wie der erste Eindruck auf den Nutzer wirkt: Ist das Formular unübersichtlich und unstrukturiert, weiß der Nutzer nicht sofort, was er zu tun hat. Gibt es viele Eingaben, kann das dazu führen, dass der Nutzer gleich zu Beginn vergrault wird. Eine schnell erfassbare, übersichtliche Struktur, gut erkennbare, klar beschriftete Eingabefelder sowie eindeutig ausgewiesene Pflicht- und optionale Felder machen dem Nutzer das Leben leichter.

    Übersichtliche, schnell erfassbare Struktur des Formulars

    Formulare sollten grundsätzlich immer so kurz wie möglich gehalten werden und keine unnötigen Daten abfragen. Je kürzer das Formular, umso schneller kann es der Nutzer überblicken und erkennt, was vom ihm gefordert wird.

    Jedes Feld sollte hinsichtlich des Mehrwerts der erhobenen Daten hinterfragt werden. Bietet eine – wenn auch optionale – Angabe keinen Zusatznutzen, sollte diese auch nicht abgefragt werden. Dadurch wird die Chance, dass der Nutzer das Formular vollständig ausfüllt, erhöht. Alternativ sollte in Erwägung gezogen werden, das (optionale) Daten zu einem späteren Zeitpunkt abzufragen – mit dem Ziel, die Hürde des Ausfüllens im ersten Schritt für den Nutzer gering zu halten.

    Mithilfe von Weißraum lassen sich inhaltlich zusammengehörige Einheiten (z.B. Adressfelder) gemeinsam gruppieren und logisch zu trennende Elemente (z.B. Gewinnspielfrage und persönliche Daten) optisch voneinander distanzieren.

    Es sollte vermieden werden, Formulare mehrspaltig zu gestalten und mehrere Formularfelder nebeneinander zu platzieren – insbesondere dann, wenn diese inhaltlich nicht zusammengehören. Damit wird von den Achsen abgewichen und es erschwert dem Nutzer die Orientierung in der gelernten Struktur des Formulars. Solche zusätzlichen Felder werden vom Nutzer schnell übersehen. Nur vereinzelt gibt es Kombinationen wie PLZ und Ort, Straße und Hausnummer oder Vorname und Nachname, bei denen eine Ausnahme gemacht werden kann.

    Formularelemente und Auswahloptionen

    Dropdown-Menüs bei nur zwei oder drei Optionen sollten vermieden werden. Diese lassen sich als Radiobuttons nebeneinander oder untereinander platzieren (z.B. bei der Auswahl der Anrede). Dies hat den Vorteil, dass die möglichen Attribute auf den ersten Blick zu sehen sind und der Nutzer nicht erst das Dropdown-Menü öffnen muss. Bei mehr als vier Optionen sind Drop-Down Menüs wiederum eine gute Wahl, um Platz zu sparen. Dies gilt allerdings nur bis zu einer bestimmten Anzahl an Optionen. Bei mobilen Screengrößen sind zu lange Dropdowns nicht sehr nutzerfreundlich. Diese mögen noch funktionieren, wenn die Liste alphabetisch/chronologisch bzw. erwartungskonform sortiert ist (z.B. Listen mit Jahreszahlen, Länderauswahl), so dass der Nutzer weiß, bis wohin er scrollen/wischen muss. In anderen Fällen sollte gegebenenfalls in Erwägung genommen werden, das Dropdown durch seine Suche mit Vorschlagsfunktion zu ersetzen. Der Nutzer tippt den gewünschten Begriff und erhält die relevanten Ergebnisse.

    Pflichtfelder ausweisen

    Pflichtfelder sollten als solche zwingend gekennzeichnet werden, um zu vermeiden, dass der Nutzer bei Nichtausfüllen durch eine Fehlermeldung überrascht und frustriert wird. Ob man anstelle der Pflichtfelder optionale Felder ausweist, sollte davon abhängig gemacht werden, wie viele Felder der jeweiligen Art im Formular vorhanden sind. Die Art der Felder, von denen weniger vorhanden sind, wird gekennzeichnet. Hat man mehr Pflichtfelder, sollten demnach die optionalen Felder ausgewiesen werden. Damit reduzieren sich notwendige Hinweise und ermöglichen, dass der Nutzer das Formular schneller erfassen kann.

    Fazit

    Allgemein lässt sich sagen, dass Formulare möglichst einfach für den Nutzer erstellt werden sollten – leichte Verständlichkeit und Bedienbarkeit sind hier die Stichworte. Wenn es um Conversion-Optimierung geht, steht und fällt einiges mit Formularen. Mit folgenden Tipps gelingt es Ihnen, ein nutzerfreundliches Formular zu erstellen:

  • 1. Formulare so kurz wie möglich halten und keine unnötigen Daten abfragen
  • 2. Zugunsten einer schnellen Orientierung sollten Formulare möglichst einspaltig gestaltet werden
  • 3. Beim Ausfüllen direkt bestätigen, wenn die Eingabe korrekt ist (bspw. mit grünen Häkchen am Ende des Formularfelds)
  • 4. Zusammengehörige Felder logisch gruppieren
  • 5. Formularfelder an Art und Größe der gewünschten Eingabe anpassen
  • 6. Bei weniger als 4 Optionen Dropdown-Menüs vermeiden, diese als Radio-Buttons neben oder -untereinander platzieren
  • 7. Pflichtfelder kennzeichnen
  • 8. Formularelemente eindeutig beschriften
  • 9. Hinweise zu einzuhaltenden Formatierungen platzieren (z.B. Datumsformat TT.MM.JJ)
  • 10. Im Falle fehlerhafte Daten die Fehler auflisten und dem Nutzer eine Hilfestellung bieten
  • 11. Jeweiligen Stellen optisch hervorheben, an denen Daten oder eine Auswahl korrigiert werden müssen
  • 12. Buttons für die primäre Aktion (Absenden eines Formulars) links und bündig zu den Eingabefeldern platzieren
  • 13. Fortschrittsanzeige oberhalb der Formularelemente integrieren, die den aktuellen Status signalisiert und dem Nutzer dadurch zeigt, wo er steht und was noch vor ihm liegt, bis er die Formularstrecke erfolgreich abgeschlossen hat
  • Buttons – Gestaltung, Platzierung und Nutzen

    Wenn es um die Gestaltung eines digitalen Produktes geht, sind Buttons nicht weg zu denken. Buttons ermöglichen Nutzern Aktionen auszuführen und Entscheidungen zu treffen. So einfach sie auch aussehen mögen: Es gibt bestimmte Regeln, die befolgt werden sollten, um ein Button-Konzept sinnvoll zu gestalten.

    Die Auflösung finden Sie am Ende des Artikels.

    Button Varianten und ihre Hierarchie – nicht jeder ist gleich

    Für eine gute User Experience haben Webseiten oder Apps im besten Fall mehr als eine Button-Variante. Anhand der verschiedenen Button-Varianten kann der Nutzer unterscheiden, was wichtig ist und was nicht. Dabei kann zusätzlich zwischen den folgenden Buttons unterschieden werden:

    Call-to-action

    Ein CTA-Button hat die höchste Priorität und sollte dementsprechend dargestellt werden. In den meisten Fällen fordert dieser Button den Nutzer auf sich „anzumelden“, „jetzt zu kaufen“ oder zu „registrieren“. CTA-Buttons werden im Grunde dort eingesetzt, wo möglichst viele Klicks generiert werden sollen.

    Primär-Button

    Buttons mit einer hohen Priorität können genauso wie Call-to-action-Buttons gestaltet sein, aber auch weniger auffällig. Jedoch sollten sie stärker ins Auge fallen als ein Sekundär- oder Tertiär-Button. Primär-Buttons sind ein wichtiges Element, denn sie helfen dem Nutzer beispielsweise Vorgänge auszuführen, wie „Nächster Schritt“, „Speichern“, „Starten“.

    Sekundär-Button

    Sekundäre Buttons sind in der Größe, Farbe und Form weniger auffällig gestaltet. Sie haben meist eine Alternativ-Funktion, wie beispielsweise „Abbrechen“ oder „Zurück“. Sekundär-Buttons werden oft neben Primär-Buttons platziert und bilden dadurch die alternative Funktion.

    Tertiär-Button

    Tertiäre Buttons werden in der Regel kleiner gestaltet, sie tauchen aber oft in Verbindung mit Icons auf, die die Funktion unterstreichen. Mit diesen Buttons lassen sich beispielsweise Dinge „Bearbeiten“, „Löschen“ oder „Hinzufügen“.

    Button-Größe – wie groß darf er sein?

    Ein Button sollte so groß sein, dass er auffällig genug ist und zugleich mit dem Mauscursor oder dem Finger gut getroffen werden kann. Dabei ist Fitts‘ Gesetz zu beachten. Es besagt, dass Elemente umso schwerer zu treffen sind, je weiter weg und je kleiner sie sind. Und je wichtiger Buttons sind, desto größer und auffälliger sollten sie sein. Diese Zusammenhänge sind sehr einfach und leicht nachvollziehbar – und doch werden sie in vielen Anwendungen ignoriert.
    Die Richtlinien der Desktop-Betriebssystem-Hersteller sehen für Buttons eine Höhe zwischen 21 und 23 Pixeln vor – als Minimalgröße.
    Bei Touch-Bedienungen werden deutlich größere Buttons benötigt. Die Fakten sind eigentlich klar: Studien zeigen, dass der durchschnittliche menschliche Zeigefinger 16 bis 22 Millimeter breit ist – manchmal auch deutlich breiter. Die Fingerspitze, mit der wir Touchscreens bedienen, ist zwischen 8 und 10 Millimetern breit.

    Google Vorgaben für Buttongrößen im Material Design

    Platzierung – wo der Nutzer sie erwartet

    Buttons sollten im besten Fall dort platziert werden, wo der Nutzer sie am einfachsten findet oder dort wo er sie erwartet. Der Nutzer sollte nicht nach Buttons suchen müssen. Buttons sollten nur für wirklich wichtige Aktionen verwendet werden. Es sollte vermieden werden zu viele Buttons einzusetzen. Sobald der Nutzer zu viele Möglichkeiten hat, wird ihm die Entscheidung schwerfallen. Im schlimmsten Fall entscheidet er sich am Ende gar nicht. Inhalte und Button sollten im besten Fall in einer Reihenfolge platziert werden, die so auch in einem persönlichen Gespräch stattfinden könnte.

    Zustände – Button ist nicht gleich Button

    Ein Button kann folgende Zustände haben:

  • Default: Dieser Zustand zeigt an, ob der Button aktiv oder inaktiv ist. Das bedeutet, ob er geklickt werden kann oder nicht.
  • Focus: Der Button wurde mithilfe der Tastatur hervorgehoben.
  • Hover: Fährt der Nutzer mit der Maus über den Button, verändert sich zum Beispiel dessen Farbe. So wird signalisiert, dass der Button klickbar ist.
  • Pressed/Active: Ein Zustand, der angezeigt wird, wenn der Nutzer auf den Button klickt und hält (pressed) oder geklickt hat (active).
  • Progress/Load: Dieser Status wird notwendig, wenn die Aktion nicht unmittelbar ausgeführt wird, sondern in Arbeit ist oder eine gewisse Ladezeit benötigt.
  • Disabled: Dieser Zustand zeigt dem Nutzer, dass der Button inaktiv ist. Dieser kann aktiviert werden, wenn beispielsweise bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden.
  • Label – was machen Buttons?

    Ein gutes Button-Label verrät dem Nutzer, was er mit dem Klickt auslöst. Wichtig hierbei ist es, den Text möglichst kurz zu halten. Buttons mit langem Text verlieren an Wirkung. Begriffe wie „Ok“, „Ja“ und „Nein“ sind oftmals irreführend und nicht aussagekräftig. Daher sollten optimalerweise Verben wie beispielsweise „Speichern“ oder „Bearbeiten“ verwendet werden.

    Fazit

    Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Nutzer intuitiv handeln sollte, ohne lange darüber nachdenken zu müssen. Buttons sollten so gestaltet werden, dass der Nutzer sofort erkennt, was klickbar ist und zu welchem Zweck.

    Auflösung des A-B-Testings:

    Richtig ist Antwort B. Ein häufiger Fehler der gemacht wird, ist den Call-to-action Button als erstes zu platzieren, da dieser als erstes wahrgenommen werden soll. Doch das ist in diesem Fall nicht notwendig, da der Button bereits visuell hervorgehoben ist. Ebenso sollten Inhalte und Buttons so angeordnet sein, dass sie den Verlauf eins persönlichen Gesprächs wiedergeben.