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Location Based Marketing mit Location Based Services

„Achtung, Achtung, die Passagiere von Flug 737 nach Palma de Mallorca bitte an Schalter 4G einchecken.“

Es ist Urlaubszeit und jeder, der das Wort „einchecken“ hört, denkt höchstwahrscheinlich erst einmal an Urlaub, Flughafen und Gepäck. Doch wenn ich hier von „einchecken“ oder „orten“ schreibe, geht es in der Regel um Location Based Services (LBS).

Dies sind mobile Dienste, mit denen man sich an Orten lokalisieren und anderen dies mitteilen kann. Facebook hat diese Funktion Ende 2010 in Deutschland eingeführt. Somit haben mobile Facebook-Nutzer die Möglichkeit sich virtuell an dem Ort einzuchecken, an dem sie gerade sind. Auch Google+, das seit kurzer Zeit in der Testphase und in aller Munde ist, hat solch eine Funktion.

So sieht eine Meldung bei Facebook aus:

Screen von Ortung bei facebook

Aber nicht nur Facebook und Google+ bieten solche Dienste an, sondern auch Foursquare und  Gowalla sind Beispiele für Location Based Services. Hier kann man mit seinem internetfähigen Smartphone an sogenannten Venues (Foursquare) oder Spots (Gowalla) einchecken. Jeder Check-In wird außerdem automatisch (wenn man das möchte) bei Facebook oder Twitter gepostet.

Auch für das Marketing lässt sich das nutzen. Einige Unternehmen vergeben bereits Sonderangebote oder Rabatte für Check-Ins oder Mayorships. So genannte „Check-In-offers“ oder „Specials“ können ein kostenloser Kaffee sein, ein zusätzliches Glas Wein zum Essen oder einfach 5% Sofortrabatt. Jeder Check-In und damit verbundene Erwähnung bei Facebook oder Twitter ist Werbung und somit vorteilhaft für ein Unternehmen.

Foursquare oder Gowalla sind darüberhinaus ein bisschen spielerisch ausgelegt, da man für jeden Check-In virtuelle Punkte bekommt. Außerdem bekommt man für verschiedene Check-Ins Abzeichen (Badges), um sich auch so mit seinen Freunden messen zu können. Ist man sehr fleißig und checkt man oft bei einem Ort ein, kann man sogar „Bürgermeister“ (Mayor – Foursquare) dieses Ortes werden.

Auch MOSAIQ MEDIA hat zwei Orte bei Foursquare erstellt. Zum einen das eigentliche Büro MOSAIQ MEDIA GmbH und zum anderen, die vor ein paar Wochen vorgestellte MM-Akademie. Viele Mitarbeiter kämpfen virtuell um den Titel des Mayor und checken sich regelmäßig in den virtuellen Orten ein.

Des Weiteren haben die Personen, die in einen Ort einchecken, die Möglichkeit Tipps zu hinterlassen. Beispielsweise was ihnen besonders gut an einem Ort gefällt oder welche Plätze oder Orte sich in der Nähe befinden (wie z.B. ein gutes Restaurant) und sehenswert sind. Hier kann der Nutzer seine persönliche „To-Do-Liste“ erstellen, die er dann nach und nach abarbeiten kann. Zusätzlich hat man die Möglichkeit einen Kommentar oder ein Foto am eingecheckten Ort zu hinterlassen.

Während man in den USA fast in jedem Einzelhandelsgeschäft und Gaststätten einen Hinweis auf Foursquare oder einen mit einem Check-In verbundenes Sonderangebot findet, zeigen sich die deutschen Unternehmen noch bedeckt. Doch wie auch Bernhard Jodeleit in seinem Buch „Social Media Relations: Leitfaden für erfolgreiche PR-Strategien und Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0“ schreibt, sehe ich hier ein großes Potential schlummern. Vor Kurzem war ich auf einem Treffen, bei dem jemand nicht ganz Ernst gemeint hatte, man solle doch anstatt Namensschilder in Zukunft alle bei Foursquare einchecken. So hätte man einen tollen Überblick, wer alles da ist.

Ich bin mal gespannt, ob deutsche Unternehmen diese Form des Marketings in Zukunft mehr nutzen werden und dies ebenfalls als Chance sehen und natürlich, ob es in ein paar Jahren immer noch Namensschilder geben wird;-)

Einweihungsfeier 2.0 – Polaroid meets iPad

Alle Jahre wieder? Soweit wollen wir noch nicht gehen, aber es ist ja ungewöhnlich genug, wenn man ein Jahr nach dem ersten Einweihungsfest der neuen Räume in Stuttgarts Mitte am gleichen Ort im gleichen Stockwerk wieder ein Einweihungsfest feiert.

Brand sei Dank“ könnte man sagen, auch wenn wir die nächste Feier gerne auch wieder mal aus anderem Anlass feiern (nicht, dass noch ein Gast, dem es besonders gut gefallen hat, feurige Ideen bekommt ;-)).

Apropos Gäste… Vielen Dank an die vielen netten Freunde, Kunden, Interessenten und Partner, die von nah und fern angereist sind und mit uns bei Cocktails und Wein leckeren Lachs, Tiramisu und vieles mehr verzehrt haben.

Damit der Name Einweihungsfeier 2.0 nicht einfach nur die nächsthöhere Version wiedergibt, sondern auch etwas Interaktives zum Mitmachen hat, gab es noch eine Polaroid-Wand. Ja, die zwischendurch „ausgestorbenen“ Polaroids. Wir haben das alte Feeling nochmal aufleben lassen. :-)

Für die Polaroid-Bilder gab es dann eine große Fläche an der Wand mit Kommentarfunktion. Anfangs wurde sie noch eher zögerlich genutzt – aber mit der Zahl der lustigen Schnappschüsse stieg auch die Zahl der Kritzeleien schlagartig an.

Für wen Kommentare zu Fotos jetzt ein alter Hut sind, für den hatten wir noch was, das garantiert noch keinen Staub angesetzt hat.
Das war nicht nur in physischer Form ein iPad (das alleine wegen der vielen Be-„touch“-ungen schon keinen Staub ansetzen kann), sondern insbesondere in virtueller Form der Check-In in der Urbanstraße 1 bei MOSAIQ MEDIA bei Facebook Places (alternativ Foursquare).

Wer kein iPhone besaß, konnte so bequem über den großen Bruder iPad einchecken. Ein Besucher hatte als Geo-Location-Service-Alternative noch Gowalla vermisst und dort einen Spot für uns angelegt (danke dafür!), so dass man dann auch dort einchecken konnte.

Doch nun genug der Worte, lassen wir Bilder sprechen:

Mehr Fotos bei flickr oder auf Facebook.

Facebook Places weiß, wann du wo mit wem warst

Die Lokalisierungsdienste Gowalla und Foursquare bekommen Zuwachs. Oder – je nach Sichtweise – Konkurrenz: Facebook hat heute den neuen Dienst Facebook Places offiziell verkündet.

Bisher galten Lokalisierungsdienste eher als Randerscheinung: Zwar interessant und voller Potential, aber bisher noch nicht massentauglich. Das wird sich ab heute vermutlich ändern, denn auf einen Schlag werden eine halbe Milliarde Facebook-User an diesen Dienst herangeführt.

Mit Facebook Places kann man also, ganz wie mit Gowalla und Foursquare (die u.a. die ersten Kooperationspartner sind), bei Läden, Clubs und Bars einchecken – aber nicht nur das, sondern man kann auch seine Freunde irgendwo „taggen“, und sie damit in einem Ort einchecken.

Dies kann nützlich und lustig sein. Oder zum sozialen Verhängnis werden, so wie es Gawker.com beschreibt: „You are at the bar when you are supposed to be at your girlfriend’s crappy art show. Your chat with your friend Jane, who checks into the bar and tags you: „At this awesome bar, just talked to [Your name here] about his Star Wars memorabilia collection!“ Your girlfriend sees this on Jane’s wall, walks over to the bar and dumps you on the spot.“

Ganz abgesehen von der Diskussion über Sinn oder Unsinn solcher Lokalisierungsdienste, die jetzt wohl hochkochen wird, wird ein anderes Thema bestimmt auch ganz oben auf der Agenda der nächsten Wochen stehen: Datenschutz.

Denn was kommt auf die User zu, wenn andere User einen Freund einfach ohne sein Zutun oder Veto in einem Ort einchecken lassen können? Auf Spiegel Online wurden erste Tests vorgenommen. Und klar ist erst einmal, dass alles unklar ist.

Datenschutz ist des Deutschen liebstes Thema. Gerade steht Google mit Street View im Fadenkreuz der Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und dann kommt Facebook mit einem wohl viel heikleren Dienst angestürmt. Man wird sehen, wie (und wann?) sich die Politik Geo-Dienste mal zur Brust nimmt oder ob es zur Gewohnheit der Politik wird, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden und sich hilflos davor zu winden.