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Facebook Places weiß, wann du wo mit wem warst

Die Lokalisierungsdienste Gowalla und Foursquare bekommen Zuwachs. Oder – je nach Sichtweise – Konkurrenz: Facebook hat heute den neuen Dienst Facebook Places offiziell verkündet.

Bisher galten Lokalisierungsdienste eher als Randerscheinung: Zwar interessant und voller Potential, aber bisher noch nicht massentauglich. Das wird sich ab heute vermutlich ändern, denn auf einen Schlag werden eine halbe Milliarde Facebook-User an diesen Dienst herangeführt.

Mit Facebook Places kann man also, ganz wie mit Gowalla und Foursquare (die u.a. die ersten Kooperationspartner sind), bei Läden, Clubs und Bars einchecken – aber nicht nur das, sondern man kann auch seine Freunde irgendwo „taggen“, und sie damit in einem Ort einchecken.

Dies kann nützlich und lustig sein. Oder zum sozialen Verhängnis werden, so wie es Gawker.com beschreibt: „You are at the bar when you are supposed to be at your girlfriend’s crappy art show. Your chat with your friend Jane, who checks into the bar and tags you: „At this awesome bar, just talked to [Your name here] about his Star Wars memorabilia collection!“ Your girlfriend sees this on Jane’s wall, walks over to the bar and dumps you on the spot.“

Ganz abgesehen von der Diskussion über Sinn oder Unsinn solcher Lokalisierungsdienste, die jetzt wohl hochkochen wird, wird ein anderes Thema bestimmt auch ganz oben auf der Agenda der nächsten Wochen stehen: Datenschutz.

Denn was kommt auf die User zu, wenn andere User einen Freund einfach ohne sein Zutun oder Veto in einem Ort einchecken lassen können? Auf Spiegel Online wurden erste Tests vorgenommen. Und klar ist erst einmal, dass alles unklar ist.

Datenschutz ist des Deutschen liebstes Thema. Gerade steht Google mit Street View im Fadenkreuz der Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner und dann kommt Facebook mit einem wohl viel heikleren Dienst angestürmt. Man wird sehen, wie (und wann?) sich die Politik Geo-Dienste mal zur Brust nimmt oder ob es zur Gewohnheit der Politik wird, vor vollendete Tatsachen gestellt zu werden und sich hilflos davor zu winden.

Unternehmen werden aktiver auf Facebook

Das Wachstum von Facebook ist ungebremst. 500 Millionen Benutzer versammelt auf einer Plattform? Kein Problem. Keine sechs Monate sind vergangen um von ursprünglich 400 Millionen auf über 500 Millionen Menschen zu wachsen. Das Potential wurde von vielen Unternehmen inzwischen auch erkannt. Zumindestens hat jeder Marketingverantwortliche sich schon mal mit Facebook beschäftigt.

Nun werden die Aktivitäten im Facebook-Ökosystem gesteigert. Erste Werbekampagnen sind sehr eng mit Facebook verknüpft, so geschehen bei der Volkswagen Bluemotion Kampagne von DDB Tribal. Der Egmont Verlag „schließt“ den Internetauftritt der FHM um ausschließlich auf eine Facebook Seite zu setzen. Praktisch alle Business-to-Consumer-Marken sind in Facebook vertreten (mal gut, mal schlecht). All das allerdings noch ohne die eigentlichen Transaktionen. Das heißt, Produkte werden höchstens angepriesen, der Kaufvorgang findet aber im eigenen Onlineshop statt. Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen, die sind aber selten. Vor allem namhafte Marken verweisen den Besucher dann letztendlich doch auf die eigenen Webseiten.

Aber wir werden hier einen Wandel feststellen und in Zukunft viel mehr direkt in Facebook machen können. Unternehmen sollen ja schließlich ihre Kunden dort abholen, wo die Zielgruppe sich bewegt. Das hat sich wahrscheinlich auch Delta Airlines gedacht, die das „Delta Ticket Window“ erschaffen hat. Das ist eine Anwendung die auf der entsprechenden Delta-Seite auf Facebook aufgerufen werden kann. Und die es erlaubt Flugtickets zu buchen. Direkt in Facebook. Ohne Wechsel der Website. Die schöne neue Welt. Gut, das vielleicht nicht, aber es vereinfacht die Transaktion. Und das ist schließlich einer der Usability-Hauptziele die es zu erreichen gilt, dem Besucher so wenige Hindernisse in den Weg zu legen wie nur möglich.

Und ich glaube fest daran, dass das nur die ersten Versuche sind. Viele weitere Unternehmen werden auf eine ähnliche Art und Weise versuchen, ihre Produkte direkt auf Facebook zu verkaufen. Und wann springen Sie auf den Facebook-Zug auf?

Facebook erreicht Hollywood

Facebook ist das neue Google, Mark Zuckerberg der neue Bill Gates, und nun erreicht Facebook auch Hollywood.

Gerade ist der Trailer erschienen:

Im Oktober 2010 kommt der Kinofilm „The Social Network“ in die Kinos. Dabei handelt es sich keineswegs um einen Witz. Echte Hollywood Größen sind dabei, wie Regisseur David Finch („Der seltsame Fall des Benjamin Button“), Produzent Kevin Spacey, Jess Eisenberg als Mark Zuckerberg und Justin Timberlake als Sean Parker (Facebook Präsident). Und ein dramatischer Untertitel

„You don’t get to 500 million friends without making a few enemies“.

Die Grundlage bildet das Buch »The Accidental Billionaires« von Ben Mezrich, in dem Mark Zuckerbergs Leben ziemlich kritisch dargestellt wird.
Man kann also gespannt sein, wie das Leben des 26 Jahre alten Jung-Unternehmers und Billionär in dem neuen Hollywood Drama dargestellt wird, nachdem das Unternehmen nun fast täglich in den Medien thematisiert und kritisiert wird.

Aber es ist schon bemerkenswert, wie rasant und revolutionär die Entwicklung von Facebook ist. Nach nur 6 Jahren (Februar 2004) nachdem die Platform entwickelt wurde, läuft der erste Kinofilm an. Einen vergleichbaren Hype weltweit hat bisher wohl noch kein Unternehmer ausgelöst.

Fragt sich jetzt wie viele Fans der Film haben wird …