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Parteien im Website-Check

Noch knapp vier Monate bis zur Bundestagswahl – der Wahlkampf kommt langsam in Schwung. Die Website ist dabei das zentrale Kommunikations-Instrument jeder Partei. Hier informieren sich Mitglieder und potenzielle Wähler über Inhalte und Ziele oder suchen nach aktuellen Informationen. Umso wichtiger ist es daher, dass sich die Website einer Partei deutlich von den Online-Auftritten der Konkurrenz abhebt – damit aus Besuchern Unterstützer und Wähler werden.

 

Die drei Ebenen erfolgreicher Websites

Der Schlüssel zum Erfolg einer Website heißt Interaktion. Nutzer, die aktiv mit einer Marke oder Partei agieren, erleben diese intensiver und können sich ihre Inhalte länger merken. Der Online-Auftritt sollte also optimal zur Präsentation einer Marke oder Partei genutzt werden. Mit dem Tool BrandInteract© lassen sich Schwachstellen in der Interaktion zwischen Website und User schnell aufdecken.

Dabei spielen drei Ebenen die entscheidende Rolle:

  • Auf emotionaler Ebene regt eine gelungene Website die Gefühle ihrer Besucher an und beeinflusst so ihre Entscheidungen. Das geschieht beispielsweise durch Bildwelten, ein gutes Storytelling und eine direkte und persönliche Sprache.
  • Auf rationaler Ebene ist eine Website erfolgreich, wenn sie ausreichende und überzeugende Informationen liefert. Zahlen und Fakten zu den Produkten und zum Unternehmen sind ebenso ausschlaggebend wie Produktvorteile und Alleinstellungsmerkmale. Eine Website sollte alle möglichen Fragen ihrer Besucher beantworten können.
  • Die optimale Website überzeugt auch auf der Interaktions- und Aktivierungsebene. Sie spricht möglichst viele Sinne der Zielgruppe an und regt durch visuelle, akustische und haptische Elemente zum Handeln an – zum Beispiel mit Slidern und Konfiguratoren oder Bildern, Videos und anschaulichen Grafiken.

Mithilfe von BrandInteract© haben wir die Websites der Parteien unter die Lupe genommen und zeigen in einer kleinen Serie, wer auf den genannten Ebenen überzeugt und welche Parteien noch Nachholbedarf haben. Los geht es mit Platz 7.

 

Platz 7: Die Linke

Screenshot der Website der Linken

Die Website der Linken wirkt lieblos zusammengestellt und kann auf keiner Ebene wirklich punkten.

Emotionale Ebene:

Die wenigen Bilder sind bis auf das erste Artikelbild recht klein und wecken kaum Emotionen – die Seite vermittelt den nüchternen Eindruck eines Nachrichten-Portals. Auch die Inhalte der rechten Spalte sprechen die Gefühle der Besucher nicht an. Überraschend ist die Anordnung der wichtigsten Elemente: Warum platziert eine Partei namens „Die Linke“ wichtige Elemente wie Logo und Unternavigation auf der rechten und nicht auf der linken Seite? Das ist nicht nur unlogisch und inkonsequent. Es entspricht auch nicht der natürlichen Lesebewegung der Nutzer, die der Form eines F folgt und zuerst den oberen und linken Bereich einer Website erfasst.

Rationale Ebene:

Die Website scheint primär über aktuelle Ereignisse zu informieren. Die Artikel auf der Startseite beziehen sich auf verschiedene Argumente oder Positionen der Linken, eine handfeste Argumentationskette oder Begründung sucht man aber vergeblich. Wirklich schlagkräftige Argumente finden sich häufig erst auf den Folgeseiten. Leider fehlt auch eine kompakte Übersicht über das aktuelle Wahlprogramm oder die grundsätzliche Orientierung der Partei.

Interaktions- und Aktivierungsebene:

Auch die Interaktivität der Seite lässt zu wünschen übrig. Zwar haben die Aufrufe in der rechten Spalte einen aktivierenden Charakter, deren Folgeseiten sind jedoch wenig ansprechend und aktivierend gestaltet. Abgesehen von der rechten Spalte bietet die Website der Linken kaum aktivierende Elemente. Es fehlt zum Beispiel an einer konsequenten Verlinkung von Überschriften und Bildern. Auf haptische Elemente, die den Besucher agieren lassen, wird vollständig verzichtet. Durch die umfangreiche Navigation wirkt die Seite sehr überladen und wenig einladend. Den Zusammenhang zwischen der rechtsseitigen Unternavigation und dem oberen, horizontalen Menü muss der Besucher erst einmal erkennen … wenn er die Website aufgrund der mangelnden Interaktion bis dahin nicht schon verlassen hat.

 

Handlungsempfehlungen:

  1. Um Emotionen zu wecken, sollte die Linke stärker auf große, aussagekräftige Bilder setzen und diese konsequent verlinken. Bildwelten, welche die Werte der Partei vermitteln, wecken Gefühle und aktivieren Besucher.
  2. Wichtige Elemente wie Logo und Unternavigation sollten auf der linken Seite platziert werden, um den Besuchern die Orientierung zu erleichtern und sich ihrer natürlichen Lesebewegung anzupassen. Dies würde auch dem Namen der Partei gerecht werden.
  3. Eine kompakte und übersichtliche Darstellung des Wahlprogramms und der Grundsätze der Linken würde den Besuchern auf einen Blick vermitteln, wofür die Partei steht.

Bewerten auch Sie den Interaktionsgrad Ihrer Website mithilfe von BrandInteract©.