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Gedanken-Hygiene

OK, ich gebe zu: der Titel dieses Blog-Eintrags klingt ungewohnt. Anders, als alle anderen Headlines. Und eigentlich geht es ja auch nur um ein Versprechen, das es noch einzulösen gilt.

Doch der Reihe nach: In meinem letzten Blog-Beitrag hatte ich von dem Creative Leaders´ Day in Stuttgart berichtet. Viele bekannte Menschen aus Politik, Wirtschaft und der Kreativ-Szene hatten sich einen Tag lang darüber ausgetauscht, wie man mit Kreativität aus der Krise kommt.

Obwohl alles namhafte Referenten waren, hatten sie für mich alle etwas gemeinsam: Sie haben mit oberflächlichen Ideen versucht, Impulse zu geben. Oder anders ausgedrückt: Sie haben nur das Äußere beschrieben. Damit meine ich, dass es um Strategien ging, wie man aus der Krise kommt. Zum Beispiel durch Innovation, durch Vernetzung oder durch eine bessere Kommunikation.

Ich bezweifle gar nicht, dass da viel Wahres dabei ist. Ich meine aber, dass KEINER der Redner auf den eigentlichen Kern eingegangen ist: die Gedanken, die Einstellung eines Menschen. Und das ist meiner Ansicht nach das zentrale Thema in einer schwierigen Situation!

Wenn ich mit einer Untergangsstimmung durch die Welt spaziere, wie will ich dann innovativ sein oder besser kommunizieren? Wie will ich kreative Ideen entwickeln, andere Menschen motivieren und Kunden begeistern?

visionärin

Was heißt Gedanken-Hygiene?
Gedanken-Hygiene heißt für mich, dass man zunächst mal seinen Gedanken mehr Aufmerksamkeit schenkt, sich bewusst mit ihnen befasst. Und es heißt, dass man versucht, negative Gedanken in Positive zu drehen.

Beispiel: Hat man eine größere Aufgabe zu meistern, denken viele Menschen oft an das, was schief gehen könnte. Besser ist es m.E., dass man sich darauf konzentriert, welche Chancen und schönen Dinge damit verbunden sind – was dazu führt, dass man viel optimistischer an die Aufgabe geht und sie daher sicher auch erfolgreicher abschließt.

Das macht aber natürlich nur für Menschen Sinn, die offen dafür sind und glauben, dass sich Gedanken – ganz gleich ob positiv oder negativ – auch auf mein reales Leben auswirken (siehe Beispiele „Wie will ich innovativ sein oder begeistern, wenn ich mit einer Untergangsstimmung durch die Welt spaziere“).

Daher bin ich davon überzeugt, dass man zunächst auf sich und seine Gedanken/Einstellung achten sollte. Und sich anschließend mit voller Leidenschaft der Innovation, der Vernetzung oder der besseren Kommunikation widmen kann.

CNN + Facebook: Gemeinsames Online-Event zu Obamas Amtsantritt

Wie man sich Communities zu nutze machen kann, um Diskussionen zu entfachen und damit die Vorteile des Web 2.0 vollends ausschöpft zeigt das Beispiel von CNN. Der amerikanische Fernsehsender überträgt den offiziellen Amtsantritt Barack Obamas live im Internet. Der Clou: Durch die Teilnahme an dem Event „Obama Inauguration on CNN.com Live with Facebook“ können Facebookmitglieder Kommentare zu den Geschehnissen abgeben, die dann allen anderen Teilnehmern am Event angezeigt werden. Zudem können die Teilnehmenden sehen, welche Kommentare ihre Freunde abgegeben. Daraus soll eine heiße Diskussion entstehen – „Be part of the history“ heißt der Slogan zur Aktion.

Bereits jetzt ist das mit Fernsehspots beworbene Event ein voller Erfolg. Über eine Millionen Facebooknutzer haben sich bereits angemeldet. Meine Einschätzung: Hohes Involvement bei niedrigen Kosten – Marketing vom Allerfeinsten also.

Alles Google, oder was?

Im Jahre 2008 n. Chr. ist die ganze Welt von den Googlern besetzt. Die ganze Welt? Nein, die Bewohner mehrerer Staaten denken gar nicht dran, ihren Widerstand gegen die Besatzer aufzugeben:

Russland:

  1. www.yandex.ru | 56,7%
  2. www.rambler.ru | 16,8%
  3. www.yahoo.ru | 14,1%

China

  1. www.baidu.cn | 69,5%
  2. www.google.cn | 23%
  3. www.yahoo.cn | 2,3%

Tschechien

  1. www.seznam.cz | 62,53%
  2. www.google.cz | 24,7%
  3. www.centrum.cz | 4,84%

Südkorea

  1. www.naver.com | 72,7%
  2. www.daum.net | 11,5%
  3. kr.yahoo.com | 6,5%

Angesichts der neuen Studie von BITKOM, in der es heißt dass weltweit 66% aller Suchanfragen über Google getätigt werden (Yahoo (13,1%), Baidu (7,0%), MSN Search (3,5%) bleibt abzuwarten, wie lange der Widerstand gehalten werden kann…

Die Frage die sich stellt ist: Warum werden in diesen Ländern andere Suchmaschinen genutzt, wenn Google so hervorragende Suchergebnisse liefert? Wurde ein Einstieg in den Markt zu spät gewagt?

Ich denke die Sprache ist hier der entscheidende Knackpunkt. Unterschiedliche Sprachen folgen unterschiedlichen grammatikalischen Regeln, die einem Außenstehenden meist verschlossen bleiben. In China wirbt Baidu beispielsweise kräftig damit als chinesische Suchmaschine die Sensibilität für die Sprache zu haben, und dadurch bessere Ergebnisse zu liefern. Ein Werbevideo von Baidu zeigt das sehr aussagekräftig: Ein westlicher Mann wird seiner Schreibfehler im Chinesischen korrigiert – ein konkreter Bezug auf Googles Unfähigkeit die chinesische Sprache vollends zu verstehen.


Sie sehen, der Suchmaschinenmarkt ist und bleibt trotz der Monopol-Stellung Googles spannend. Es bleibt abzuwarten, was die Yahoo-Übernahme Microsofts ergibt – und welche Fortschritte die westlichen Suchmaschinen im Verständnis anderer Sprachen verzeichnen können…