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Oft versteckte Stolperfalle: Bildrechte im Onlinebereich

Mit Bildrechten im Internet dürfte sich jeder schon einmal beschäftigt haben, der sich oder sein Unternehmen online präsentiert – sei es auf einer Website, mit einem Blog oder in den sozialen Medien. Welche Bilder darf man wo und wie verwenden und was kostet das? Worauf muss man besonders achten? Wir haben den Anwalt York Freiling von der Kanzlei Hoppenstedt Rechtsanwälte gebeten, für unsere Leser zusammenzufassen, was es bei der Verwendung von eigenem und fremdem Bildmaterial zu berücksichtigen gibt:

Bilder unterstützen Artikel, Beiträge oder den Erlebnischarakter einer Website, der Leser kann seine Augen im besten Fall regelrecht daran weiden. Der alte Satz „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“… ja, absolut richtig.

Aber woher nimmt man genau solche Bilder? Die, die nicht einfach irgendwo als Schnappschuss entstanden sind, sondern qualitativ hochwertig, manchmal sogar künstlerisch anmuten? Mittlerweile ist bekannt, dass das schlichte „copy&paste“ oft zu Urheberechtsverletzungen führen kann. Aber die Einzelheiten des Erlaubten sind oft ziemlich unklar – insbesondere, wenn eine Nutzung von Bildern im Social Media Bereich geplant ist.

Sie haben hier grundsätzlich zwei Punkte zu beachten:

  1. Habe ich die Rechte an dem Bild selbst?
  2. Bei Personen: Habe ich die Rechte, die abgebildeten Personen zu zeigen?

Solange Sie nur eigene Bilder verwenden, auf denen nur Sie selbst oder gar keine Personen zu sehen sind, ist das rechtlich gesehen problemlos. Ansonsten gilt:

Zu 1.:   Sie müssen sicherstellen, dass Sie die Rechte besitzen, die Sie für Ihre geplante Verwendung der Bilder benötigen, z.B.:

  • Sie haben ein Bild für einen Produktkatalog erworben? Dann haben Sie im Zweifel noch nicht das Recht, es auch online zu verwenden.
  • Sie wollen die Bilder bearbeiten, z.B. einen Schriftzug oder Ihr Firmenlogo darüberlegen, es schwarz-weiß darstellen? Dann brauchen Sie Bearbeitungsrechte des Bildes.
  • Sie wollen das Bild im Social Media Bereich verwenden? Dann müssen Sie die Nutzungsbedingungen (AGB) der jeweiligen Anbieter wie Facebook beachten, die eigene Bestimmungen zu Rechten an den Bildern enthalten und dazu noch eigene Regeln darüber aufstellen, welche Inhalte auf ihrer Plattform überhaupt zugelassen sind.

Stock-Bilder

Wichtig ist, dass Sie all diese Rechte auch nicht automatisch bekommen, wenn Sie Bilder von Bilddatenbanken erwerben. Die verschiedenen Anbieter haben jeweils eigene Bedingungen (AGB), in denen auch der Umfang der Rechte, die Sie erwerben, unterschiedlich geregelt ist. Zwei Beispiele:

www.fotolia.com

Hier ist die jeweils erlaubte Nutzung bei dem Bild selbst angegeben. Laut den Nutzungsbedingungen des Unternehmens dürfen alle Bilder mit einer Größe von höchstens 2000×2000 Pixel und einem Copyright-Verweis direkt im Bild in sozialen Netzwerken verwendet werden, die auf der Fotolia-Webseite eindeutig als „Social Media-fähig“ vorgesehen oder gekennzeichnet sind. Andere Bilder jedoch nicht.

www.clipdealer.com

Eine Alternative für Social Media bietet z.B. diese Datenbank an, die bei Bedarf direkt eine Social Media-Lizenz verkauft. Durch eine Filterfunktion werden nur die Bilder angezeigt, welche unproblematisch auf Facebook & Co veröffentlicht werden können.

NL_Grafik_04

Bei anderen Datenbanken gelten jedoch andere Bedingungen. Die Lizenzen sind teilweise von Bild zu Bild unterschiedlich (z.B. Einsatz für bestimmte Zeiträume, nur im Web oder Print, Erlaubnis zur Bearbeitung, etc.). Manche Bildagenturen erlauben die Veröffentlichung in Social Media gar nicht, manche mit Einschränkungen.

Zu 2.:   Wenn andere Personen auf Ihren Bildern zu sehen sind, greifen Sie bei der Verwendung in deren Persönlichkeitsrechte ein. Drastisches Beispiel: Stellen Sie sich vor, jemand verwendet ein Portraitfoto von Ihnen zur Illustration für eine AIDS-Kampagne, wie in den USA ohne Erlaubnis und sogar ohne Kenntnis der Betroffenen geschehen.

Sie müssen im Zweifel nachweisen können, dass Sie das Recht besitzen, diese Person in genau dem Kontext zu zeigen, den Sie geplant haben. Andernfalls kann die Person rechtlich gegen Sie vorgehen, was durchaus teuer werden kann, nicht nur bei Prominenten.

Fazit: Man sollte sich die Zeit nehmen, einmal genauer nachzuprüfen, ob man wirklich berechtigt ist, das schöne Bild konkret so zu verwenden, wie man will. Ansonsten wird das Vergnügen an dem Bild schnell von rechtlichen Auseinandersetzungen über Urheberrechts- und Persönlichkeitsrechtsverletzungen und daraus entstehende Schadensersatzforderungen überschattet.

Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel eine Rechtsberatung im Einzelfall nicht ersetzen kann. Sofern Sie Fragen hierzu haben oder im konkreten Fall die Rechtslage überprüfen lassen möchten, wenden Sie sich gerne an uns.

RA York Freiling

York Freiling

HOPPENSTEDT RECHTSANWÄLTE
f: 06109 504810
freiling@contentlaw.de

Vielen Dank, York Freiling!

Wer Bildmaterial für den Onlineauftritt sucht, kann also nur zwischen folgenden Vorgehensweisen wählen:

Bilddatenbanken nach möglichst passenden Motiven durchforsten, sich mit den Lizenzbedingungen auseinandersetzen und teilweise hohe Lizenzgebühren zahlen.

  • In diesen Datenbanken wird man jedoch nie 100%ig passendes und individuelles Bildmaterial finden und geht immer das Risiko ein, dass die ausgewählten Bilder auch von der Konkurrenz oder in anderen, unerwünschten Kontexten verwendet werden. 
  • Eigene, bereits erstellte Fotos benutzen und von den abgebildeten Personen die Veröffentlichungsrechte einholen. Zwar geht man hier in puncto Urheberrecht auf Nummer sicher, hat aber den Nachteil, dass die Bilder unter Umständen nicht mehr aktuell sind und dass abgebildete Personen die Nutzungsrechte verweigern könnten. 
  • Neue Bilder erstellen (lassen). Dies ist zwar mit einem größeren Aufwand verbunden, bietet aber den Vorteil, dass aktuelle und individuelle Fotos entstehen, die speziell für ihren Einsatzzweck und -ort erstellt werden. Die Rechte am Bild liegen bei Ihnen selbst und Sie können das Material überall einsetzen. Persönlichkeitsrechte abgebildeter Personen können bereits vor dem Shooting eingeholt werden.

 Wenn Sie auf Nummer sicher gehen möchten und Wert auf aktuelle und einzigartige Bilder legen, sollten Sie eigenes Bildmaterial für Ihre Onlineprojekte erstellen. Mangelt es am nötigen Know-how oder an der Technik zur Produktion von hochwertigen Fotos, hilft MOSAIQ Ihnen gern. Unsere Leistungen und Angebote rund um die Bilderstellung finden Sie im Blogbeitrag Visueller Content: Individuelles Bildmaterial für erfolgreiche Websites.

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