Positive Marketing-Veränderungen durch die Corona-Krise

Kein anderes Thema beherrscht das Weltgeschehen der letzten anderthalb Jahre so sehr wie Corona. Wörter wie Inzidenz, Mutationen und 3G sind längst im allgemeinen Wortschatz angekommen – ebenso wie Angst, Verunsicherung und zahlreiche Kontroversen. Doch gibt es auch positive Veränderungen durch Corona? Wir haben die Situation aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und wollen die positiven Veränderungen im online Marketing hervorheben. 

Krise als Wachstumschance

In der Geschichte der Menschheit haben Krisen und Ungewissheit stets dazu gedient, Innovationen anzuregen und Prioritätenbetrachtung zu verändern. Wussten Sie beispielsweise, dass die Epidemie der Spanischen Grippe im Jahr 1918  die Popularität des Telefons enorm steigerte? In der Zeit des Kalten Krieges hatte die Verbreitung von Fernsehgeräten in den Haushalten einen direkten Einfluss auf die öffentliche Wahrnehmung des Vietnamkonflikts, der als erster Krieg im Fernsehen übertragen wurde. In jüngster Zeit sind Fragen des Klimawandels und der Gleichstellung der Geschlechter in den Vordergrund getreten, und die Menschen haben begonnen, mehr Forderungen an die Unternehmen zu stellen.

Und gerade jetzt, mit der massiven Ausbreitung des COVID-19-Virus, mussten wir neue Wege der Interaktion finden, da die soziale Distanz schnell zur Norm geworden ist. Die Unternehmen mussten von jetzt auf gleich ihre Geschäftsabläufe ändern, damit die Mitarbeiter ihre Arbeit effektiv und sicher erledigen können. Vertraute alltägliche Tätigkeiten wie Einkauf von Lebensmitteln, Restaurantbesuche, Lernen und Inanspruchnahme medizinischer Leistungen haben sich erheblich verändert.

Vollständige Digitalisierung

Die Corona-Krise hat den bestehenden Trend zu digitalisierten Arbeitsprozessen stark beschleunigt. Zum Beispiel können wir jetzt bei Behörden Anträge digital ausfüllen, Beratungsgespräche bei der Bank über eine Videokonferenz durchführen und die Arbeit von zu Hause aus erledigen. Die Krise hat gezeigt, dass gemeinsame Erlebnisse und Kommunikation auch vollständig digital möglich sind.

Quelle: Statista. Corona-Krise: Monatliche Umsatzveränderung im Einzelhandel in Deutschland nach Vertriebsschienen von März 2020 bis Juli 2020 (gegenüber dem Vorjahresmonat)

Statistiken zeigen, dass während der Lockdown-Zeit im April 2020, der Umsatz des Online-Handels um sage und schreibe 84% im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen ist. Dieser Trend setzte sich in den Folgemonaten fort, wenngleich in abgeschwächter Form.

Kreative und technische Vorschritte

Kreativteams auf der ganzen Welt haben in Rekordgeschwindigkeit virtuelle Lösungen entwickelt, um den Umzug ins Homeoffice zu gewährleisten und einen neuen Arbeitsalltag mit wenigen Hindernissen zu gestalten.

Durch innovative Technologien, wie Virtual Reality, Augmented Reality oder 3D ist es problemlos möglich, Schulungen, virtuelle Events oder Remote-Support zu gestalten.

Als im Jahr 2020 fast alle persönlichen Treffen abgesagt wurden, mussten neue innovative Formate her: Virtual-Reality-Veranstaltungen. Dabei bewegen sich die Teilnehmer bei den Messen, Kongressen sowie Konzerten und Ausstellungen in den virtuellen Räumen wie Avatare – und brauchen oft nicht einmal eine Virtual-Reality-Brille. Wie weit die Technik diesbezüglich ist, zeigt folgendes Video:

Quelle: Stuttgarter Zeitung

Content Marketing gegen das Coronavirus

Viele Unternehmen haben den Widrigkeiten getrotzt und haben in die Stärkung ihrer Markenposition investiert. Die Umstellung auf Content-Marketing-Strategien war für kleine und große Unternehmen eine gute Entscheidung, denn: wer den Content reduziert hat (um z.B. Kosten zu sparen), wird später die Auswirkungen auf das sinkende Interesse der Zielgruppe bemerken.

Quelle: Statista. Anzahl der Visits von youtube.com von März 2019 bis Juli 2021 (in Milliarden)

Ein passendes Beispiel für die Auswirkungen auf die Content-Nachfrage zeigt die YouTube-Statistik während der Pandemiezeit. Das rapid steigende Zuschauerinteresse ist leicht zu erklären: Wenn Millionen von Menschen auf der ganzen Welt zu Hause „eingesperrt“ sitzen, brauchen sie etwas, das sie unterhält. Viele Videoblogger und Unternehmen haben diesen Trend sofort erkannt und dementsprechend reagiert.

Wie geht es weiter?

Obwohl das Jahr 2020 uns beigebracht hat, keine Prognose für solche turbulenten Zeiten zu erstellen, werden die Trends von 2021 höchstwahrscheinlich auch an Dynamik gewinnen. Das Beratungsunternehmen Deloitte hat dazu einen Bericht  über einige globale Marketingtrends veröffentlicht. Wir haben die wichtigsten Schlüsseltrends zur Gewinnung von Markentreue herausgefiltert:

  • Ziele: Organisationen, die wissen, warum und für wen sie arbeiten, haben einen Vorteil gegenüber ihren Mitbewerbern.
  • Flexibilität: Es ist Zeit, digitale Werkzeuge zu nutzen und agiles Marketing Wirklichkeit werden zu lassen.
  • Erfahrung: Marken müssen sich von der Denkweise der schnellen Markteinführung und Effizienz lösen. Es ist besser, sich auf den Aufbau menschlicher Beziehungen zu konzentrieren.
  • Vertrauen: Um in turbulenten Zeiten Vertrauen aufzubauen, müssen sich Marken mit den Werten der Menschen auseinandersetzen. Es lohnt sich auch, darauf zu achten, den Kunden Versprechungen zu machen, die eingehalten werden können. Dies erfordert eine klare und konsequente Kommunikation.
  • Engagement: Vermarkter können der Konkurrenz einen Schritt voraus sein, indem sie Strategien entwickeln, die den Käufer tief einbeziehen. So können die Verbraucher beispielsweise bei der Entwicklung neuer Produkte mitwirken, auf Konferenzen oder Foren sprechen und als Markenbotschafter auftreten.
  • Synthese: Organisationen können die Beziehungen zu den Menschen verbessern, indem sie durch branchenübergreifende Partnerschaften innovative Erfahrungen schaffen.
  • Talent: Die Marketinglandschaft verändert sich sehr schnell. Die Vermarkter müssen die Entwicklung von Talenten fördern, um mit dem Rhythmus des Wandels Schritt zu halten. Bauen Sie zum Beispiel ein internes Marketingteam auf, das schnell auf Kundenbedürfnisse reagieren kann. Bauen Sie außerdem interne Schulungsprogramme auf, um die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten zu entwickeln, und nutzen Sie KI-Technologie um Routineaufgaben loszuwerden.

Fazit

Corona bestimmt die größte Veränderung in der Geschichte des Marketings – den digitalen Wandel. Dies gilt nicht nur für die Digitalisierung der Kanäle im Austausch mit dem Publikum, sondern auch für die internen Prozesse. Unternehmen, die Anfang 2020 noch kein digitales Angebot hatten, mussten sowohl externe als auch interne Prozesse anpassen und ihre Mitarbeiter qualifizieren.

Die Corona-Krise hat natürlich nicht alles umgewandelt, aber sie hat viele Trends beschleunigt, vor allem im Bereich Marketing. Die Verbraucher haben ihre Ansprüche und ihr Verhalten verändert. Es gilt für Unternehmen: schnell handeln und mobil sein!