Internationale SEO

Warum internationale SEO?

Bei der Suchmaschinenoptimierung geht es grundsätzlich darum, seine Webpräsenz so aufbzubereiten und zu optimieren, dass die Webseite in den nationalen Suchmaschinen gut gefunden wird, am besten auf den Top Positionen. Doch SEO in Deutschland ist nicht gleich SEO in Spanien oder USA oder gar China. Jedes Land hat seine eigenen Gewohnheiten bezüglich Design und Userexperience einer Webseite und auch im Bezug auf die Suchbegriffe einer Suchmaschine. Was in Deutschland gut funktioniert, kann in den USA im Extremen den Umsatz minimieren und die Nutzerzahlen sinken lassen. Dieser Leitfaden soll Ihnen helfen zu verstehen auf was es bei internationaler Suchmaschinenoptimierung ankommt und was zu beachten ist.

Welche Suchmaschinen gibt es weltweit?

Obwohl Google weltweit einen Marktanteil von 87% besitzt und damit in fast allen Ländern auch eine marktführende Stellung hat, ist sie nicht die einzige Suchmaschine, die weltweit vorhanden ist. Neben Google gibt es in Deutschland beispielsweise die Suchmaschine Bing, die hierzulande einen Marktanteil von ca. 5% ausmacht. Auch in China (Baidu), Russland (Yandex) und Tschechien (Seznam) werden überwiegend andere Suchmaschinen als Google genutzt. In der Mobilen Suche kommt Google allerdings auf einen Marktanteil von knapp 97%.

Marktanteile der Suchmaschinen weltweit nach mobiler und stationärer Nutzung im September 2017. Quelle: statista.com

Die 7 wichtigsten Punkte für internationale SEO

1. Domainstrategie

Das richtige Domainkonzept ist die Basis für ein erfolgreiches internationales SEO. Suchergebnisse werden bei Google auf Landesbasis generiert und sind damit nicht allein auf die Sprache basiert. Deshalb ist es wichtig schon die ersten Signale per Domain an Google zu senden. Hierzu können Sie sich gerne im Detail in unserem Blogbeitrag zur Domainstrategie informieren.

2. Das hreflang-Tag

Damit Suchmaschinen jede einzelne Seite einem Land und einer Sprache zuordnen können, bedarf es unter anderem der Integration des hreflang Tags auf der Domain. Die Kategorisierung der Webseite in ein Land und eine Sprache ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche SEO. Dazu gibt es zwei wichtige Formate: Für den „language code“ ist es das ISO 639-1 Format und für den „country code“ das ISO 3166-1 Alpha 2 Format.

3. Möglichst viele externe Links aus dem Zielland

Auf das Linknetzwerk kommt es an! Es ist ja schon bekannt, dass zu einer erfolgreichen Suchmaschinenoptimierung auf Google auch eine gute interne und externe Linkstruktur gehört, diese macht in dem Fall bis zu 50% aus. Anders ist allerdings, dass bei internationalen Seiten die Herkunft der externen Links eine zusätzlich wesentliche Rolle spielt. So ist es also wichtig ein vertrauenswürdiges und themenbezogenes Linknetzwerk im Herkunftsland aufzubauen, denn zu viele ausländische Links auf eine Domain weisen auf ein anderes Land hin.
Ausnahme: Für die Suchmaschine Baidu spielt das Linknetzwerk allerdings keine Rolle.

Experten-Tipp:

Eine Backlinkanalyse pro Land ist sinnvoll, um Ihr Linknetzwerk zu erkennen und systematisch erweitern zu können

4. UX Design pro land erstellen

Ein und dasselbe Design für mehrere Länder mit unterschiedlichen Domains oder URLs, das ist die Normalität der meisten internationalen Webseiten. Doch nur weil ein Design beispielsweise in Deutschland funktioniert, heißt das nicht gleich auch Erfolg in den USA oder gar im asiatischen Markt. Andere Länder, andere Sitten – dies bezieht sich auch auf Webseiten und deren Design und Usability. Gehen Sie deshalb bei der Entwicklung des Webseiten-Designs auch auf Besonder- und Gewohnheiten des jeweiligen Ziellandes ein.

5. Unterschiedliche Suchbegriffe

Nach dem separaten Design und der Domainstrategie sollten auch die Suchbegriffe pro Land angepasst werden, denn diese können sich anhand von kultureller Unterschiede und Wichtigkeiten stark schwanken. Selbst in Ländern, in denen vermeintlich dieselbe Sprache gesprochen wird, ist die Relevanz der einzelnen Keywords oft anders. Deshalb sollten in der Keyword Planung begriffliche Unterschiede berücksichtigt werden. Allgemein gilt:

  • Individuelle und separate Keyword-Analysen für jeden Land
  • Andere Länder, anderes Suchverhalten – keine wörtlichen Übersetzungen verwenden

Experten-Tipp:

Untersuchen Sie Keywords auch auf Ihre Wahrscheinlichkeit auf gute Positionen. Diese ergibt sich aus der Konkurrenz um ein Keyword im Verhältnis zum Suchvolumen. 

6. Onpage Signale pro Land einhalten

Senden Sie die richtigen Ländersignale an die Suchmaschine. Seit einigen Jahren sind die sogenannten Länderindikatoren Teil des Algorithmus von Google. Dabei wird die nationale Ausrichtung einer Webseite geprüft und damit das Zielland bestimmt. So werden beispielsweise für einen deutschen Nutzer hauptsächlich Webseiten angezeigt, die über lokale Inhalte verfügen und somit von Google dem deutschen Markt zugeordnet wurden, sprich eine höhere Relevanz für den Nutzer im Zielland haben könnten.
Ein sehr wichtiger Aspekt für die richtigen Onpage Signale ist somit die Verwendung der Muttersprache des jeweiligen Landes. Hierbei sollte neben dem Einsatz der passenden Keywords auch auf länderspezifische Eigenheiten, Sprachstile, Maßeinheiten, Währungen und vor allem auch auf die richtigen Kontaktadressen geachtet werden, denn Webseiten mit inländischen Kontaktadressen werden bevorzugt angezeigt.

7. Duplicate Content vermeiden

Neben den Onpage Signalen sollte auch der Content für unterschiedliche Länder angepasst werden. Identische Texte in zwei unterschiedlichen Ländern verursachen bei Google den sogenannten Duplicate Content. Das Problem dabei ist: Google bewertet doppelte Inhalte in vielen Fällen negativ oder kann die Versionen nicht korrekt zuordnen, so wird immer nur eine Webseite angezeigt. Demnach ist entscheidend, auch bei gleichbleibender Sprache von Länderversionen, unterschiedlichen Content bereitzustellen. Im besten Fall erstellen Sie für jede Länderversion eigene Texte, die von Muttersprachlern verfasst werden. Folgende Punkte sind dabei stets zu beachten:

  • URLs
  • Metadaten, wie „Title“ und „Description“
  • Wording der Navigation
  • Überschriften und Body Content

Checkliste für internationale SEO

  • Überprüfen Sie, ob und wie viel organischer und gesamter Traffic aus anderen Ländern stammt bzw. in einer Fremdsprache abläuft, um die richtigen Domains definieren zu können.
  • Übersetzen Sie Suchbegriffe nicht, überprüfen Sie stattdessen die organische Sichtbarkeit für relevante Länder bzw. Sprachen und finden Sie heraus, welche Keyword-Anfragen in welchen Ländern bzw. für welche Sprachen relevant sind.
  • Auf Basis dessen führen Sie eine Keyword-Recherche für die relevanten Ländern bzw. Sprachen durch, aus denen ausreichend Traffic kommt, um ein geeignetes Keyword-Set identifizieren zu können.
  • Verwenden Sie keine Länderflaggen als Icons für Spracheinstellungen. Wegen Sprach-Land-Verwechslungen ist es besser den Namen der Sprache in seiner Originalsprache zu verwenden, bspw. sollte anstatt „spanisch“ dann „español“ stehen.
  • Schaffen Sie Mehrwert-Inhalte für das jeweilige Land und aktivieren Sie Kooperationen, um Links aus dem Land zu gewinnen.
  • Integrieren Sie Standortinformationen auslesbar, sprich als offener Text auf Ihrer Seite.
  • Übermitteln Sie Standort und Sprache über die Google Search Console bzw. ehemals Webmaster Tools (Menüpunkt: Internationale Ausrichtung), sodass Google ihre Webseite besser zuordnen kann. Dies empfiehlt sich zusätzlich zur Integration des hreflang-Tags.
  • Schreiben Sie, wenn möglich, individuelle Texte pro Land, um Duplicate Content zu vermeiden.
  • Messen Sie Ihre Erfolge, indem Sie einzelne Datenansichten in Ihrem Tracking Tool pro Land bzw. Sprache anlegen.
  • Überarbeiten Sie auf Basis der Analysen Ihrer Daten Ihren Content auf den jeweiligen Landesseiten. Benutzen Sie hierfür auch die Auswertung der Keywords aus Ihrer internen Seitensuche.

Die 5 häufigsten Fehler

Fehler 1: Falsche Domainstrategie

Bei internationales Webseiten heißt es grundsätzlich: Die Domain steht und fällt mit dem Konzept. Eine unpassende Domainstrategie kann zu Rankingverlusten oder zu Impressionen im falschen Zielmarkt führen.
Die passende Domainstruktur ergibt sich unter anderem aus Ihren Ländermärkten. In welchen Ländern verkaufen Sie am meisten? Wohin exportieren Sie Ihre meiste Ware? Aus welchen Ländern kommt der Traffic hauptsächlich auf Ihre Webseite? Lesen Sie hierzu auch unseren Blogbeitrag zur passenden Domainstruktur.

Fehler 2: Falsch integriertes hreflang-Tag

Die einfachste Möglichkeit nichts falsch zu machen, ist das hreflang Tag für jede einzelne Domain oder Verzeichnis, die von ihnen verwaltet wird, zu integrieren. Schreiben Sie dafür zuerst den ISO-Code der Sprache und danach den ISO-Code des Landes getrennt durch ein Minus in den Tag (ISO Codes siehe oben). Somit sieht das hreflang Tag für bspw. die USA wie folgt aus:
<link rel=“alternate“ hreflang=“en-US“ href=“https://www.domain.com/en-us/“>

Fehler 3: Vermeidung von Duplicate Content mittels Canonicals

Bei vielen internationalen Webseiten ist es fast nicht zu vermeiden Duplicate Content zu produzieren. Was sich in der Theorie sehr einfach anhört, ist in der Praxis meist nicht zu vermeiden. Gerade bei englischsprachigen Webseiten ist der Duplicate Content an der Tagesordnung. Unternehmen versuchen deshalb oftmals durch Canonicals, die Konkurrenz unter den Seiten zu vermeiden.

Aber Achtung: Google indexiert nur die Canonical-Seite. Wenn also eine Schweizer Seite mit einem Canonical auf die deutsche Seite versehen wird, kann die Schweizer Seite in den Google Ergebnissen gar nie aufgefunden werden auch wenn das hreflang-Tag verwendet wird.

Fehler 4: Auswahl der falschen Keywords

Alle technischen Einstellungen nützen allerdings nichts ohne den richtigen Content für das Zielland und den Zielmarkt. Und das wichtigste dabei ist die Verwendung der korrekten Keywords. Im besten Fall übernimmt deshalb die Keyword-Recherche ein Muttersprachler mit SEO Kenntnissen.

Fehler 5: Wahllose Verlinkungen

Hierbei geht es vor allem um die externen Verlinkungen, welche so viel relevanter als interne Verlinkungen sind – gerade bei internationalen Webseiten. Der wohl häufigste Fehler hierbei ist die Verlinkung auf die Hauptdomain ohne Berücksichtigung der Länderseite. So sollte ein Link einer spanischen URL auch auf die spanische Länderseite verweisen. Es empfiehlt sich hierfür eine Übersicht zu erstellen, welche regelmäßig auf die relevante Zielseite hin kontrolliert wird.

Fazit

Zusammenfassend ist zu sagen, dass eine internationale Webseite hinsichtlich SEO sehr viel Arbeit und Aufmerksamkeit bedarf. Sofern die wesentlichen Punkte berücksichtigt werden, kann eine gute internationale SEO nach und nach gewissenhaft umgesetzt werden und somit international in den Suchmaschinen aufgefunden werden. Die erste Grundbasis schafft hierbei die richtige Auswahl der Suchbegriffe, welche auf Ihre länderspezifische Domainstrategie angepasst sind. Vermeiden Sie die oben aufgeführten Fehler und senden Sie die richtigen Signale in Bezug auf Sprache und Land. Denken Sie, sofern möglich, schon in der Konzeptionsphase daran, die möglichen technischen und inhaltlichen Fehlerquellen zu umgehen.
Im Hinterkopf sollten Sie jedoch stets behalten: Es geht um den menschlichen Webseitennutzer und dass dieser die passenden Informationen auf Ihrer Seite finden kann!

 

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