Onlineshopping heute: Wie shoppen die User in Deutschland?

Es steht außer Frage, dass das Online-Shopping im Einkaufsverhalten des heutigen Konsumenten tief verankert ist. Doch wie genau sieht das Online-Shopping-Verhalten bei den Internetnutzern in Deutschland aus? Treffen alle Offline-Shoppingklischees auch auf den Online-Handel zu? In einer Kurzstudie  „E-Commerce 2015 – Wie wir wirklich online einkaufen“ von ECC Köln und OTTO wurden 1.016 Online-Konsumenten zu verschiedenen Aspekten ihres digitalen Kaufverhalten befragt. Die Erkenntnisse sind teilweise sehr verblüffend!

Die Frau shoppt am liebsten Mode! Oder etwa doch nicht?

Tatsächlich gibt das weibliche Geschlecht im Netz mehr Geld für Unterhaltungselektronik aus, während Männer für Bekleidung gerne tiefer in die Brieftasche greifen. Wer hätte das gedacht? Trotzdem zücken Frauen etwa doppelt so oft den Geldbeutel beim Online-Shopping und das oftmals aus Langeweile. Der durchschnittliche Einkaufswert liegt bei den Damen bei 89 Euro und damit 12 Euro unter dem Bestellwert der Männer. Grund: Männer kaufen lieber die Komplettausrüstung statt viele Einzelteile.

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Das Smartphone als Recherce-Device

Mobile, das liest man seit Jahren und ist nun allen bekannt, ist wichtig und in jeder Online-Marketing Strategie mittlerweile unabdingbar. Denn auch wenn die Käufe letztendlich bei vielen Nutzern über einen PC abgeschlossen werden, beginnt die Erstsuche und Recherche nach dem Lieblingsprodukt auf einem mobilen Endgerät. Für viele Nutzer sind dabei die schlechte Lesbarkeit, die schwierige Bedienung oder auch eventuelle Sicherheitsmängel ein Hindernis, den finalen Bestellprozess über ihr Smartphone abzusenden.  Dennoch, ein Viertel der Nutzer shoppt gerne über das eigene Handy, insbesondere die jüngere Zielgruppe. Kai Hudetz, Geschäftsführer des IFH Köln erklärt, dass Zielgruppen nicht mehr pauschal definiert werden können: „Grundsätzlich lassen sich Online-Shopper aber nicht mehr pauschal in ‚die Jungen‘ und ‚die Alten‘ aufteilen. Auch der Großteil der Silver Surfer ist mittlerweile mehrmals täglich online und kauft im Netz bei seinen Lieblingsshops. Unterschiede zwischen den Zielgruppen im Online-Shopping-Verhalten lassen sich erst bei genauerem Hinsehen erkennen, zum Beispiel in puncto Mobile Shopping oder in Bezug auf Warengruppen“.

Inspiration als Shopping-Anreiz

Ähnlich wie beim Offline-Samstagsbummel läuft es auch im Online-Shopping ab. Immer häufiger besuchen Nutzer einen Online-Shop ganz ungeplant, weil sie durch Online-Werbung oder Empfehlungen von Freunden dazu verleitet werden. Mittlerweile handelt es sich bei jeder sechsten Onlinebestellung um einen Impulskauf, so dass der konkrete Bedarf fast eine Nebenrolle spielt.  Anders als beim klassischen Windowshopping kauft mehr als zwei Drittel vorrangig bei denselben Anbietern. Dabei gelten Amazon, eBay und OTTO als die Top 3-Shops. Nur 30% der Befragten shoppen regelmäßig bei anderen Anbietern.

Stark gefragt: Telefonservice

Zugegeben, das Online-Shopping hat viele Vorteile: von der Anonymität bis hin zu verschiedenen Zahlungsmodalitäten oder Online-Aktionen. Im Idealfall gibt es bei der Produktdarstellung keinerlei Probleme, so dass der Nutzer aufgrund der ausführlichen Produktbeschreibung, -bewertungen oder -videos keine andere Wahl hat, als das Produkt online zu kaufen. Trotzdem ist die telefonische Beratung für viele Online-Shopper ein sehr wichtiges Kriterium, insbesondere wenn es um technische Probleme, Reklamationen oder Preisfragen geht.

Der Online-Handel boomt

Nach wie vor wächst der Online-Handel in Deutschland zweistellig und wird laut Hochrechnung noch in diesem Jahr 46 Milliarden Euro umsetzen. Experten gehen im Vergleich zum Vorjahr von einer Wachstumsrate in Höhe von 10% aus und ein Ende ist bei der Kauflust der Deutschen noch lange nicht in Sicht. Dabei sichern sich insbesondere Multi-Channel Händler einen immer höheren Anteil in der Vertriebsform. Aber auch der stationäre Handel wird laut den Experten wieder mehr an Bedeutung gewinnen.

Bei aller Onliner-Euphorie ist aber auch klar, dass die Wachstumszahlen von 20 und mehr Prozent pro Jahr vorbei sind. Unsere Einschätzung: Der Onlinehandel wächst weiter, aber die Wachstumszahlen fallen wesentlich geringer aus. Schwieriger wird es dann für die reinen Onlinehändler, die keine Stores und keinen persönlichen Kundenkontakt anbieten können.

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