Wie UX den Erfolg eines Website-Relaunchs verbessert

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12
May 2026

Nachdem ihr euch im ersten Teil unserer Serie damit beschäftigt habt, warum Nutzerzentrierung beim Website-Relaunch entscheidend ist, gehen wir nun einen Schritt weiter. Ein Website-Relaunch bietet die Chance, digitale Auftritte grundlegend zu verbessern. Doch ohne eine klare UX-Strategie bleibt diese Chance oft ungenutzt. Wer UX systematisch in den Relaunch-Prozess integriert, trifft bessere Entscheidungen über Struktur, Inhalte und Navigation und schafft eine Website, die nicht nur gut aussieht, sondern wirklich funktioniert. 

Ein Website-Relaunch ist eine große Investition in Zeit, Budget und Ressourcen. Umso wichtiger ist es, dass das Ergebnis nicht nur optisch überzeugt, sondern auch messbar besser funktioniert als vorher. Genau hier kommt UX ins Spiel. 

UX, also User Experience, beschreibt das Erleben, das Nutzende auf einer Website haben. Finden sie, was sie suchen? Verstehen sie, was ein Unternehmen anbietet? Kommen sie intuitiv ans Ziel oder brechen sie frustriert ab? Diese Fragen sind keine Designfragen. Sie sind strategische Fragen, die den Erfolg eines Relaunches maßgeblich bestimmen. 

 

Unternehmen investieren viel Geld in einen Website-Relaunch. Wenn die neue Website am Ende aber vor allem die interne Logik widerspiegelt und nicht auf die Bedürfnisse der Nutzenden zugeschnitten ist, liefert sie trotzdem nicht die gewünschten Ergebnisse. Eine neue Optik allein reicht nicht. Was zählt ist, ob die Website für die Menschen funktioniert, die sie besuchen. – Anna, Geschäftsführung UX

Was UX im Relaunch-Prozess konkret bedeutet

UX ist weit mehr als die Gestaltung von Oberflächen. Im Relaunch-Prozess bedeutet sie: strukturierte Analyse, klare Entscheidungsgrundlagen und eine konsequente Ausrichtung auf die Menschen, die eine Website tatsächlich nutzen. Zwei Prinzipien sind dabei besonders entscheidend. 

UX beginnt vor dem ersten Entwurf 

Der häufigste Fehler in Relaunch-Projekten: UX wird zu spät gedacht. Erste Layoutentwürfe liegen auf dem Tisch, bevor grundlegende Fragen zu Nutzungsszenarien, Zielgruppen und Inhalten überhaupt gestellt wurden. 

UX setzt deutlich früher an. Vor dem ersten Entwurf steht die Analyse der bestehenden Website: Wo verlassen Nutzende die Seite, welche Inhalte werden gesucht aber nicht gefunden, wo entstehen Abbrüche? Diese und weitere Erkenntnisse bilden die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen über Struktur, Inhalte und Navigation. 

Struktur folgt Nutzungsbedarf – nicht interner Logik 

Ein zentrales Ergebnis guter UX-Arbeit ist eine Informationsarchitektur, die sich an den Bedürfnissen der Nutzenden orientiert. Das klingt selbstverständlich, ist es in der Praxis aber selten. 

Häufig spiegelt die Navigation einer Website die interne Unternehmensstruktur wider: Abteilungen werden zu Menüpunkten, interne Produktbezeichnungen landen als Labels in der Navigation. Nutzende, die von außen kommen, verstehen diese Logik nicht. Sie suchen nach ihren Bedürfnissen oder Lösungen für ihr Problem, nicht nach den Strukturen des Unternehmens. 

Eine nutzerzentrierte Informationsarchitektur dreht diese Logik um. Sie fragt: Wie denken Nutzende? Welche Begriffe verwenden sie? Welche Wege gehen sie? Und baut darauf auf. 

Wo UX den größten Hebel hat

Nicht jeder Bereich einer Website profitiert gleich stark von UX-Arbeit. Drei Bereiche haben erfahrungsgemäß den größten Einfluss auf den Erfolg eines Relaunches. 

 
Navigation und Informationsarchitektur 

Die Navigation eine der wichtigsten Funktionalitäten für Nutzende. Ist sie unklar oder überladen, verlieren Nutzende schnell die Orientierung. Eine klare, verständliche Struktur hingegen führt Nutzende intuitiv ans Ziel und reduziert Abbrüche messbar. 

Inhalte, die wirklich ankommen

Gute UX bedeutet auch, Inhalte so aufzubereiten, dass sie für unterschiedliche Nutzungsszenarien funktionieren. Nutzende, die eine Website zum ersten Mal besuchen, brauchen andere Inhalte als solche, die gezielt nach einer konkreten Information suchen. Wer diese Unterschiede kennt und berücksichtigt, schafft Inhalte, die wirklich ankommen, statt Inhalte, die das Unternehmen für wichtig hält. 

Ein konkretes Beispiel: Die Startseite wird überdurchschnittlich häufig von Nutzenden besucht, die neu auf der Seite sind und das Unternehmen noch nicht kennen. Für sie ist entscheidend, in wenigen Sekunden zu verstehen, wer hinter der Seite steckt und was sie hier erwartet. Inhalte, die primär für die Bestandskundinnen und -kunden oder interne Zwecke gedacht sind, verfehlen an dieser Stelle ihre Wirkung. 

Formulare und Kontaktwege

Formulare sind oft der letzte Schritt vor einer Conversion und gleichzeitig einer der häufigsten Abbruchpunkte. Zu viele Felder, unklare Beschriftungen oder fehlende Erklärungen führen dazu, dass Nutzende kurz vor dem Ziel abbrechen. UX sorgt dafür, dass dieser letzte Schritt so reibungslos wie möglich ist. 

UX macht Relaunch-Entscheidungen messbar

Einer der größten Vorteile einer konsequenten UX-Strategie: Entscheidungen werden nachvollziehbar und überprüfbar. Statt „Das sieht gut aus“ gibt es konkrete Grundlagen: 

  • Welche Navigationswege werden tatsächlich genutzt? 
  • Wo brechen Nutzende ab und warum? 
  • Wie schnell finden Nutzende die gesuchte Information? 
  • Wie viele Nutzende nehmen den gewünschten nächsten Schritt? 

Diese Fragen lassen sich vor dem Relaunch durch Analysen und Tests beantworten – und nach dem Relaunch durch Messung überprüfen. UX schafft damit eine Grundlage, auf der Entscheidungen nicht aus dem Bauch heraus getroffen werden, sondern auf Basis echter Erkenntnisse. 

Was einen erfolgreichen UX-Prozess im Relaunch ausmacht

Ein strukturierter UX-Prozess im Relaunch folgt keinem starren Schema. Er passt sich dem Projekt, den Zielen und den verfügbaren Ressourcen an. Was jedoch immer gilt: 

  • Nutzende früh einbeziehen. Ob durch Interviews, Tests oder die Analyse bestehender Daten: Je früher echte Erkenntnisse über Nutzende vorliegen, desto besser die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen. 
  • Annahmen hinterfragen. „Unsere Nutzenden wollen das bestimmt so“ ist keine Strategie. UX ersetzt Annahmen durch Erkenntnisse. 
  • Iterativ vorgehen. Ein Relaunch ist kein einmaliges Projekt, das nach Go-live abgeschlossen ist. Nutzungsverhalten verändert sich, Ziele entwickeln sich weiter. Eine gute UX-Strategie denkt das mit. 

Fazit

UX ist keine Disziplin, die nach dem Relaunch beginnt. Sie ist der rote Faden, der einen Relaunch von Anfang bis Ende trägt. Wer UX konsequent in den Prozess integriert, trifft bessere Entscheidungen, vermeidet teure Nachbesserungen und schafft eine Website, die für die Menschen funktioniert, die sie besuchen. 

Ein erfolgreicher Website-Relaunch zeigt sich nicht im finalen Design. Er zeigt sich darin, ob Nutzende finden, was sie suchen, und ob sie wiederkommen. 

Author

Anna Theresa

UX