Icons begegnen uns überall – auf Websites, in Apps oder in Leitsystemen von Museen, Flughäfen und Bahnhöfen. Richtig eingesetzt geben sie Orientierung, machen Informationen schneller erfassbar und helfen Menschen, sich besser zurechtzufinden.
In diesem Beitrag erfährst du, wie du Icons in digitalen Anwendungen sinnvoll einsetzt, welche Arten es gibt und worauf du bei Auswahl, Gestaltung und Barrierefreiheit achten solltest.
Warum verwendet man Icons?
Icons sind kleine Symbole, die eine Aussage oder Funktion visuell vermitteln. Sie helfen Nutzer:innen dabei, Inhalte schnell zu erkennen und zu verstehen. Beim Scannen einer Seite fällt der Blick schneller auf ein prägnantes Symbol als auf eine Zeile Text.
Icons…
- strukturieren Inhalte und schaffen visuelle Anker
- helfen, bekannte Funktionen wiederzuerkennen (z. B. „Suchen“, „Favorisieren“, „Warenkorb“)
- unterstützen die Orientierung in Navigation, Formularen und Prozessen
Wichtig dabei: Icons sollen Texte unterstützen, nicht ersetzen. Sie lockern Inhalte auf und erfüllen damit einen ähnlichen psychologischen Zweck wie ein Zeilenumbruch – das Auge wandert automatisch zum Icon.
Vorteile von Icons:
- sind mit einem kurzen Blick schnell zu erfassen
- können – vor allem bei etablierten Symbolen – international verstanden werden
- werten das Design einer Website oder App optisch auf
- sind platzsparend und können Inhalte komprimieren
Damit das funktioniert, müssen Icons klar gestaltet, sinnvoll eingesetzt und gut beschriftet sein.
Welche Arten von Icons gibt es?
Vor einigen Jahren waren Icons oft sehr detailliert gestaltet, teilweise realistisch und bunt. Heutzutage sind sie meist flach, reduziert und klar konturiert. Im Alltag haben sich vor allem zwei Arten etabliert: Outline Icons und Filled Icons.
Outline Icons bestehen aus Konturen. Sie wirken leicht, dezent und bringen oft einen modernen, „cleanen“ Look mit sich. Dadurch fügen sie sich gut in minimalistische Interfaces ein und drängen sich optisch nicht in den Vordergrund. Darüber hinaus können sie einen höheren Detailgrad aufweisen und dadurch auch komplexere Inhalte visualisieren – durch den Outline-Stil wirkt das Symbol weiterhin filigran.
Es gibt allerdings auch Herausforderungen: Outline Icons können beim Skalieren uneinheitlich wirken. Wird ein Icon vergrößert, verändert sich die Strichstärke im Verhältnis – das kann zu einem ästhetischen Bruch führen. Zudem können die Linien in sehr kleinen Größen oder bei schwachem Kontrast schnell an Wirkung verlieren oder schwer erkennbar werden.
Achte deshalb darauf, dass Outline Icons in einem Set…
- eine konsistente Strichstärke haben
- auf einem einheitlichen Raster aufgebaut sind
- auch in kleineren Größen noch klar erkennbar bleiben
- farblich und im Kontrast zum Hintergrund gut lesbar sind
Filled Icons sind einfarbige Symbole, die durch geschlossene Flächen entstehen. Sie nehmen mehr Raum ein als Outline Icons und haben in der Regel weniger Details, sind aber oft klarer und schneller zu erkennen – gerade in kleinen Größen oder bei geringer Auflösung.
Filled Icons eignen sich gut für digitale Anwendungen, die wenige, aber plakative Symbole benötigen – etwa für primäre Aktionen („Play“, „Stop“, „Download“). Sie lassen sich in der Regel besser und flexibler skalieren, ohne dass es zu sichtbaren Brüchen kommt.
Bei sehr detailreichen Icons kann ein Filled-Stil allerdings schnell massiv oder überladen wirken. Hier ist oft ein reduzierter Entwurf oder der Griff zu einem Outline-Stil sinnvoller.
Outline oder Filled?
Es gibt Untersuchungen dazu, welcher Stil von Nutzer:innen schneller erfasst wird. Einen eindeutigen Gewinner gibt es allerdings nicht – beide Varianten haben je nach Kontext ihre Stärken. Ein gut gestaltetes, verständliches Icon wird schneller erkannt als ein beliebiges Symbol – ganz unabhängig davon, in welchem Stil es umgesetzt ist.
5 Tipps für die Auswahl und Gestaltung von Icons
1. Klarheit
Ein Icon erfüllt nur dann seinen Zweck, wenn auf den ersten Blick klar ist, wofür es steht. Nutzer:innen sollten nicht raten müssen, was gemeint ist – schon der kleinste Zweifel kostet Aufmerksamkeit und bremst den Flow.
- Nutze Symbole, die die Funktion so direkt wie möglich abbilden – nicht nur abstrakte oder „schöne“ Formen. Ein Taschenrechner als Icon für „Rechner“ oder „Kalkulation“ wird schneller verstanden als ein beliebiges Zeichen.
- Vermeide mehrdeutige oder rätselhafte Bildsprache. Wenn ein Icon unterschiedlich interpretiert werden kann, ist es für die Navigation oder zentrale Funktionen ungeeignet.
Stell dir bei jedem Icon ein paar einfache Fragen:
- Wofür genau steht dieses Symbol – könnte man etwas anderes hineinlesen?
- Ist das Icon in der geplanten Größe eindeutig erkennbar?
- Wird ein ähnliches Icon in anderen bekannten Anwendungen für dieselbe Funktion genutzt?
Wenn du hier ins Stocken gerätst, ist das ein Hinweis: Das Icon ist inhaltlich nicht klar genug.
2. Einfachheit
Icons mit zu vielen Details wirken schnell unruhig und sind schwer zu erkennen – vor allem in kleinen Größen oder auf mobilen Geräten. Halte deine Icons deshalb bewusst schlank:
- Reduziere grafische Elemente konsequent auf das Wesentliche
- Teste deine Icons immer in der tatsächlichen Einsatzgröße
Je einfacher und klarer ein Icon aufgebaut ist, desto schneller wird es erfasst – und desto besser funktioniert es über verschiedene Breakpoints, Devices und Nutzungskontexte hinweg.
3. Einheitliche Gestaltung
Bei der Gestaltung von Icons ist Konsistenz das wichtigste Prinzip. Wechsle nicht wahllos zwischen Outline und Filled, unterschiedlichen Detailgraden oder Stilrichtungen hin und her – das wirkt unruhig und erschwert Nutzer:innen die Orientierung.
- Entscheide dich bewusst für einen Stil (z. B. Outline) und bleib konsistent – vor allem für wiederkehrende Elemente wie Navigation, Buttons oder Statusanzeigen.
- Nutze ein einheitliches Raster
- Achte darauf, dass die Icons in deinem Projekt als Set funktionieren und nutze wiederkehrende Prinzipien: gleiche Strichstärken, ähnliche Rundungen, einheitlicher Blickwinkel, konsistente Formensprache.
Das sorgt nicht nur für ein stimmiges Gesamtbild, sondern stärkt auch den Wiedererkennungswert deiner digitalen Marke.
4. Unterstützung durch Text-Labels
Spätestens bei komplexen Funktionen oder individuellen Features stoßen Icons allein an ihre Grenzen. Hier sind Icons mit Text-Labels die beste Wahl.
- Das Icon zieht den Blick an und verweist auf die Funktion
- Das Label sorgt für eindeutiges Verständnis
In der Praxis zeigt sich: Kombinationen aus Icon und Text sorgen für weniger Fehlklicks, eine höhere Orientierungssicherheit und damit für ein besseres Nutzungserlebnis.
5. Barrierefreiheit
Icons spielen auch bei der digitalen Barrierefreiheit eine Rolle. Achte hier auf ein paar Grundregeln:
- Kontrast: Das Icon sollte sich gut vom Hintergrund abheben – gerade bei wichtigen Funktionen wie Navigation, Formular-Elementen oder Call-to-Actions.
- Größe und Klickfläche: Stelle sicher, dass Icons gut erkennbar und ausreichend groß anklickbar sind – insbesondere auf mobilen Geräten.
- Nicht nur Farbe: Nutze nicht nur Farbe, um Zustände zu unterscheiden (z. B. Fehler vs. Erfolg), sondern kombiniere sie mit Form oder Symbolik.
- Screenreader & Code: In der technischen Umsetzung sollten Icons sinnvoll im Code verankert werden – etwa mit sprechenden ARIA-Labels oder als dekoratives Element, das von Screenreadern ignoriert wird, wenn es inhaltlich nichts beiträgt.
So stellst du sicher, dass Icons auch für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen bedienbar bleiben.
Fazit
Gut gestaltete Icons helfen Menschen, Inhalte schneller zu erfassen, Aktionen richtig einzuordnen und sich sicher in komplexen digitalen Oberflächen zu bewegen. Schlecht gestaltete Icons sorgen dagegen für Unsicherheit, Missverständnisse und im schlimmsten Fall für Abbrüche. Entscheidend sind eine klare Bedeutung, einfache Formen, ein einheitlicher Gestaltungsstil, der Barrierefreiheit mitdenkt – und überall dort, wo es komplex wird, eine Ergänzung durch Text. Wenn du das berücksichtigst, werden Icons vom hübschen Beiwerk zum echten Hebel für eine bessere User Experience.