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Big Data: Das Datengold

Es ist wohl das Buzzwort der letzten Jahre: Big Data. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Überall hinterlassen Menschen ihre Spuren und Daten und das beginnt sogar bevor der Mensch überhaupt ein richtiger Mensch ist! Denken Sie nur an einen Mutterpass, in welchem beispielweise die Körpermaße eines noch nicht geborenen Babys festgehalten werden. Und heute? Heute shoppen wir online, „googlen mal schnell“, checken in unterschiedlichen Orten ein, sind auf Konzerten und laden sofort Bilder in sozialen Netzwerken hoch, damit der Freundeskreis live dabei ist.

Was dem Nutzer vielleicht nicht ganz bewusst ist: Genau in diesen Momenten partizipieren Unternehmen und Werbetreibende an den Spuren, die ein Nutzer online hinterlässt. Primäres Ziel  der Unternehmen ist, den Nutzer zur richtigen Zeit am richtigen Ort und über das richtige Device (wieder) anzusprechen. Der Clou: Für den Nutzer wirkt alles auf ihn zugeschnitten, für Unternehmen öffnen sich neue Möglichkeiten, durch datengetriebenes Marketing das Kundenvertrauen für sich zu gewinnen und natürlich den Umsatz zu steigern.

Ready for Big Data?

Das klingt erst einmal simpel, doch mit Datensammlung alleine ist es nicht getan. Der technische Fortschritt sorgt zwar stets dafür, dass Kleinstinformationen über den Nutzer nicht in Vergessenheit geraten – je stärker die digitale Kommunikation, desto mehr Daten entstehen und werden gespeichert.  Doch diese großen  Datenmengen aus verschiedenen Quellen müssen nicht nur gespeichert, sondern auch analysiert und visualisiert werden.

Genau hier kommt Big Data ins Spiel. Aus dem Datenberg werden bestimmte Muster und Zusammenhänge abgeleitet, die letztendlich gezielt im Marketing eingesetzt werden können. So werden aus dem Rohstoff der Datensammlung Smart Data (intelligente Daten), die für Unternehmen die Grundlage für personalisiertes Marketing und entsprechende Werbekampagnen sind. Die Erfolgsformel der Werbetreibenden lautet: Dem Nutzer wird über verschiedene Devices nur das gezeigt, was ihn wirklich interessiert und eventuell interessieren könnte (Predictive Data).

Das Zusammenspiel aus Datenanalyse und dynamischer Ansprache steigert die Relevanz der Werbemittel, die Werbung wird für den Nutzer zum Event, ganz egal wo er sich befindet. Personalisierung ist das Stichwort, auf das Werbetreibende setzen sollten, um Kundenbindung, Loyalität und Umsatz zu erzielen.

Viele Unternehmen setzen Big Data Marketing bereits sehr gut um.

Kreditech revolutioniert durch Big-Data Marketing wahrhaftig das Bankgeschäft. Vom einst kleinen Startup-Unternehmen hat sich Kreditech in den letzten Monaten zu einem international agierenden Online-Kreditanbieter entwickelt. Das Geheimnis? Ortsbezogene Daten, Social Graphs, Verhaltensanalysen (Bewegung und Verweildauer auf der Webseite), Online-Shopping-Verhalten sowie installierte Apps und Betriebssysteme werden erfasst und analysiert. Unter anderem entscheidet das Endergebnis der Analyse, ob ein Nutzer laut Kreditech kreditwürdig ist oder nicht: http://etailment.de/thema/player/Kreditech-Mit-Big-Data-das-Bankengeschaeft-revolutionieren-2991

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Auch das Versandhaus OTTO macht sich mittlerweile die Datenberge zunutze: Zum Einsatz kommt eine Software, die die Absatzplanung effizienter steuert. Frei verfügbare Daten wie Wetter, Feiertage, Ferienzeiten oder Mode-Trends und interne Daten werden in die Prognose einbezogen, um beispielsweise Echtzeitpreise zu optimieren oder Retouregründe eindeutig bestimmen zu können: https://bigdatablog.de/2015/01/07/smart-data-was-der-mittelstand-von-otto-lernen-kann/]

British Airways gelingt es, durch intelligente Billboards am Londoner Picadilly Circus klassische Posterwerbung zu einem wahrhaft magischen Event zu machen und die Passanten zum Staunen zu bringen. Durch eigenentwickelte Technologien erkennt der Screen, ob es sich bei den im Hintergrund vorbeifliegenden Flugzeugen um Maschinen der British Airways handelt. Wenn ja, beginnt just in diesem Moment Real-Time-Advertising: Das spielende Kind zeigt auf das Flugzeug und macht die Passanten darauf aufmerksam: https://www.youtube.com/watch?v=1c9FS5Myn4k lookup1

Auf dem diesjährigen Big Data Marketing Day in München waren sich die Experten in einem Punkt ziemlich einig: Der Trend geht Richtung Wearables. Self-Tracking (das Messen der eigenen Daten) ist bereits für viele selbstverständlich. Doch stellen Sie sich vor, Sie müssten nicht mehr über eine Running-App auf Ihrem Smartphone Ihren letzten Lauf tracken, sondern ein Shirt sagt Ihnen genau, wie Ihre Leistung ist. Erstaunt? Ralph Lauren startet mit dem Polo Tech Shirt einen gigantischen Ansatz vom Reason to Believe zum Proof of Performance: http://www.ralphlauren.com/shop/index.jsp?categoryId=46285296]

Ralph Lauren
Big Data für Einsteiger

Die oben genannten Beispiele sind natürlich Vorzeigemodelle. Hier stecken Analysten, große Datenbanken und hohe Budgets dahinter. Trotzdem können auch kleine Unternehmen in das Big-Data-Business einsteigen. Machen Sie von Ihrem CRM-System Gebrauch, um die Ansprache in den Newslettern bei Bestands-und Neukunden anzupassen. Durch verschiedene Trackinginstrumente können Sie die Schritte, die ein Nutzer auf Ihrer Webseite macht, nachverfolgen: War für den Nutzer ein bestimmtes Produkt interessant, so nutzen Sie diese Information, um diesen mit dynamischen Werbemitteln wieder anzusprechen. Ein gutes Beispiel für “simples” Big Data ist Tui Cruises. Ein Nutzer, der bereits in der Suchmaske “2 Personen” eingetragen hat, ist wohl weniger an einem Familienurlaub interessiert. Somit können Sie ihm durch Ihre Analysen und Ihre Vermutung ein aussagekräftiges Werbemittel anzeigen.

Personalisierung

„In God we trust, all others bring data“

Die rasante Entwicklung der Digitalisierung bringt den Unternehmen ein kostbares Wirtschaftsgut – Unmengen an Daten, die gründlich analysiert werden müssen. Big-Data Experten und Fans sind sich sicher: Wenn einst der USP das Kaufentscheidungskriterium war, so ist es heute der UDP (Unique Data Pool).

Personalisieren Sie anhand der verfügbaren internen und externen Daten alles, womit Sie den Nutzer erreichen können – von der Webseite zum Newsletter bis hin zum Werbemittel, denn je persönlicher, desto relevanter, desto erlebnisreicher!

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