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Social Media Monitoring – Tools auf dem Prüfstand, Teil 1

Social Media Monitoring nimmt durch die zunehmend Nutzung von Social Media stark an Bedeutung zu. Jedoch monitoren laut einer aktuellen Studie von Share & Guide Share Europe nur 52,8 Prozent der befragten Unternehmen die wichtigen Social Media Plattformen – noch immer besteht Aufklärungsbedarf. Daher klären wir auf und stellen wichtige Tools und Dienstleister vor.

Was ist Social Media Monitoring?

Beim Social Media Monitoring werden Social-Media-Einträge und -Dialoge in Diskussionsforen, Weblogs, Mikro-Blogs und Social Communities kontinuierlich beobachtet und analysiert. Um die unterschiedlichen Quellen durchsuchen zu können und Ergebnisse über ein Online-Dashbord darzustellen, kommen technische Hilfsmittel bzw. Tools zum Einsatz.

Was bringt Social Media Monitoring?

  1. Trends, Inspiration, Information: Überblick verschaffen, Stimmungen erkennen, Meinungen, Kritik und Anregungen zu Produkten einholen, Wettbewerber, Meinungsführer, Kunden und Stakeholder identifizieren
  2. Themen besetzen, Krisen/Probleme erkennen: Chancen für Kommunikation, Frühwarnsystem, Kritische Situationen vermeiden
  3. Erfolgsmessung
  4. PR- und Marketing-Controlling

Kostenlose und kostenpflichtige Tools

Es gibt eine Vielzahl an kostenlosen und kostenpflichtigen Social Media Monitoring Tools – und die Zahl nimmt stetig zu. Während kostenlose Tools in der Regel auf eine oder mehrere bestimmte Quellen ausgerichtet sind, lassen sich kostenpflichtige Tools individuell konfigurieren und sammeln kontinuierlich und automatisch die gewünschten Daten. ethority, Radian6 oder VICO Research sind hier nur ein Bruchteil der am Markt vorhandenen Anbieter.

Wir haben uns mit den kostenlosen Social Media Monitoring Tools auseinandergesetzt und eine kleine Auswahl zusammengestellt, die in den nächsten Wochen vorgestellt wird. Begonnen wird mit zwei Tools zur Blogsuche – Google Blogsearch und Twingly.

Google Blogsearch

Seite: http://www.google.com/blogsearch

Funktion: Analyse von Blogs

Vorteile: Einfach und intuitive Bedienung, übersichtlich, gute Filtermöglichkeiten (nach Zeitraum, Relevanz, Datum), einfaches Nachfiltern des Suchzeitraums, gute Trefferquote, hohe Abdeckung, daher umfangreiche Ergebnisse

Update-Funktionen: E-Mail-Benachrichtigung mit Google-Alert oder Atom– oder RSS-Feed

Twingly

Seite: http://www.twingly.com/search

Funktion: Blog- und Microblogsuche

Vorteile: Einfache, intuitive Bedienung, übersichtlich, nachträgliche Filterung der Ergebnisse, Filterung nach Sprache möglich

Nachteile: Datumsfilter vom Zeitpunkt der Suche nur in Vergangenheit möglich, keine Filterung nach konkretem Zeitraum, Insights gegen Anmeldung und Bezahlung möglich

Update-Funktionen: RSS-Feed, E-Mail Alert nach Anmeldung, Widget

Abschließend sollte man wissen, dass kostenlose Tools im Gegensatz zu kostenpflichtigen Tools in Kombination eingesetzt werden sollten, um einen vorläufigen Gesamtüberblick ermitteln zu können. Langfristig sollte man jedoch über den Einsatz eines professionelles Tools nachdenken.

In unserem nächsten Teil geht es weiter mit Monitoring Tools für Facebook und Twitter.

Bilder sagen mehr als tausend Worte

Ganz nach dem Motto von Pinterest. Teilen, sammeln und verbreiten von Fotos und Videos steht im Zentrum des US-Startup. Bereits vor zwei Jahren gegründet, legt die Social Media Plattform Anfang des Jahres ein rasantes Wachstum hin und wurde zum regelrechten Hype. So wurde im Januar sogar mehr Traffic als von Google+, LinkedIn und YouTube zusammen erzeugt.

Anders wie Facebook, Twitter und Co. steht hier der visuelle Aspekt stark im Fokus. Pinterest setzt sich aus pin für Pinnwand und interest für Interesse zusammen. User können Bilder und Videos auf einer virtuellen Pinnwand veröffentlichen, organisieren und kategorisieren und so ihre Interessen und Vorlieben vor anderen Usern preisgeben. Die Inhalte werden entweder von Websites, mit einem Pin It Booklet im Browser oder Pin It Button auf der entsprechenden Website bezogen oder können direkt hochgeladen werden. Weiterhin können Likes und Kommentare vergeben oder Bilder und Videos anderer Nutzer mit einem Repin versehen werden. Durch Verknüpfung des Profils mit Facebook oder Twitter können die Pins und Repins dort direkt geteilt werden.

Die Plattform hat derzeit rund 8 Millionen User. Die Infografik von Daily Infographic zeigt, dass Frauen mit einer Überzahl von zwei Dritteln eindeutig besser vertreten sind als Männer. Das Durchschnittsalter der User liegt zwischen 25 und 44 Jahren.


Nun stellt sich automatisch die Frage, inwiefern die Plattform auch für Unternehmen interessant werden kann. Einige Unternehmen haben bereits den Schritt gewagt und eine Pinterest-Präsenz erstellt, bspw. adidas, amazon oder audible.de, die hauptsächlich Produkte promoten.

Pinterest bietet ein großes Potenzial als Trafficquelle. Denn sobald ein Bild oder Video von einer Website gepinnt wird, wird der Link der Quelle mit übernommen und führt andere User beim Klick darauf auf die Website. Durch Repins, also das Anheften von Bildern an die eigene Pinnwand, kann die Viralität bzw. Reichweite und somit die Wahrscheinlichkeit angeklickt zu werden enorm gesteigert werden.

Einen weiteren positiven Nutzen für Unternehmen stellt die Inspiration von Usern bis hin zur Kaufentscheidung dar. Laut einer Umfrage des Preisvergleichsportal Price Grabber haben 12% der teilnehmenden Online-Shopper bereits ein gepinntes Produkt gekauft, vor allem aus den Bereichen Lebensmittel, Kleidung und Deko-Utensilien.

Aus SEO-Sicht ist Pinterest dazu geeignet, um Backlinks zu generieren und damit die eigene Position in Suchmaschinen zu verbessern.

Weiter positive Effekte wie die Steigerung von Image und Bekanntheit und damit die Stärkung der Marke dürfen auch nicht auser Acht gelassen werden.

Nicht zuletzt lassen sich die Interessen der Zielgruppen auf der Plattform leicht analysieren und identifizieren. Mit der einfachen URL http://pinterest.com/source/domain können Unternehmen stetig überprüfen welche Inhalte von der eigenen Website aus bereits von Usern gepinnt wurden.

Einen Haken gibt es allerdings noch – das Urheberrecht. Viele der auf Pinterest veröffentlichten Inhalte sind ohne Erlaubnis der Rechteinhaber von Websites kopiert. Ein Problem das seitens Facebook auch schon lange bekannt ist und noch nicht gelöst wurde.
Einen kleinen Trost für Websitebetreiber, die dem nicht gänzlich ausgeliefert sein wollen, gibt es seit Februar. Es wurde ein Programmcode entwickelt, der auf Websites eingebunden werden kann, um zu verhindern, dass Bilder der Website gepinnt werden können.

Bleibt offen, wie sich Pinterest weiterentwickelt und eine Konkurrenz zu anderen Social Media Plattformen darstellen wird. Es sollte beachtet werden, dass Pinterest immer noch in einer Beta-Version vorliegt und die Nutzung nur auf Anfrage oder Einladung gewährleistet wird – es wird nochmal spannend wenn die Plattform für alle User geöffnet wird.

Für Unternehmen stellt Pinterest sicherlich eine Steigerung des eigenen Online-Auftritts dar – vor allem für Online-Shops und Unternehmen mit weiblicher Zielgruppe. Trotzdem sollte eine Präsenz gut geplant sein und lohnt sich nur wenn entsprechend hochwertige Inhalte zur Verfügung stehen. Das Potenzial der Plattform sollte jedoch nicht unterschätzt und anerkannt werden.

Bis dahin pin what you know and love :-)

Google kann jetzt Ajax – und was das für Ihre Suchmaschinenoptimierung bedeutet

Stellen Sie sich vor, Sie haben wahnsinnig interessante Inhalte auf Ihrer Website – aber Google kann sie nicht sehen! Das Problem hatten in der Vergangenheit viele Websites, aber nun ändert sich das.

Denn der Googlebot, der Webcrawler von Google, kann jetzt iFrame-, AJAX- und JavaScript-Inhalte analysieren und auslesen – diese sind auf vielen modernen Websites eingesetzt.

Was hat das zu bedeuten? Bisher wurden als Ergebnisse der Google-Suche nur die Inhalte angezeigt, welche sich direkt auf einer Website befinden. Auf per JavaScript oder iFrame eingebettete Inhalte, wie unter anderem über externe Dienste eingebundenen Kommentare, konnte Google nicht zugreifen. Auch die technische Darstellung der eigenen Inhalte auf Websites basiert oft auf den genannten Skripten und daher konnten diese dann nicht ausgelesen werden. Mit der Änderung von Google ist der Suchmaschine nun auch der Zugriff auf genau diese Texte möglich.

Beispiel: Facebook-Kommentare auf der Website

Eine Auswirkung davon ist, dass Facebook-Kommentare auf Websites nun von den Suchmaschinen ausgelesen werden können. Sofern die in der Suche eingegebenen Stichworte mit den Inhalten der entsprechenden Kommentare übereinstimmen, erscheinen diese dann ggf. auch direkt in den Suchergebnissen. Die Kommentare, die direkt auf Facebook gepostet werden, sind ebenfalls über Google zu finden – wenn die Privatsphäre-Einstellungen dies zulassen. Weitere betroffene Kommentarsysteme sind neben Facebook-Comments auch Disqus und Intense Debate.

Daher wird mit der Änderung von Google die Auffindbarkeit von öffentlichen Diskussionen gewährleistet, wodurch der Anreiz zur Nutzung dieser externen Kommentar-Plattformen enorm ansteigt, weil eine bisher dagewesene SEO-Hürde wegfällt.

Bedeutung für Unternehmen

In der Google-Suche werden nun auch weitere Inhalte mit einbezogen, die bislang nicht analysiert werden konnten. Suchmaschinenoptimierer werden sich daher über die Änderung von Google freuen. Sie können jetzt guten Gewissens Kommentarsysteme in Blogs und Websites mit einbauen, aber auch eigene über JavaScript oder iFrames eingebundene Inhalte, die bisher für Google schwer zugänglich waren, können jetzt indiziert werden. Oft entsteht eine Rivalität zwischen der Suchmaschinenoptimierung und Usability einer Website. Diese wird nun verkleinert, da auch Inhalte einbezogen werden können, die bislang zu Gunsten der Usability für die Suchmaschinen unsichtbar waren.

Jeder weitere Kommentar führt dazu, dass die Inhalte einer Webseite vermehrt und die Aktualität erhöht wird, wodurch letztlich auch ein besseres Ranking der Seite auf Google entsteht.

Abschließend lässt sich sagen, dass Google eine weitere Hürde abgeschafft hat und damit die Möglichkeiten der Suchmaschinenoptimierung von Websites verbessert wurden.